Caritas-Direktor Ernst Sandriesser
Reform der Palliativ- und Hospiz-Versorgung gefordert
Caritas-Direktor Ernst Sandriesser, Präsident des Kärntner Hospizverbandes, ist für die Sicherstellung der Regelfinanzierung, für einen Ausbau der Angebote und einen Rechtsanspruch auf Hospiz- und Palliativ-Angebote.
© Caritas
Momentan wird das Thema “assistenzierter Suizid” in Österreich diskutiert, weil der Verfassungsgerichtshof das Verbot der Hilfeleistung bei Suizid aufgehoben hat. “Bei der Begleitung der Menschen, beispielsweise in Pflegewohnhäusern, sehen wir, dass der Wunsch, sein Leben frühzeitig zu beenden, oft ein Hilferuf, ein Ruf nach Nähe, nach Schmerzlinderung und in Ländern mit gut ausgebauten palliativen Versorgungsstrukturen sehr gering ist”, meint dazu Caritas-Direktor Ernst Sandriesser, Präsident des Kärntner Hospizverbandes.
Daher formuliert er folgende Forderungen: Sicherstellung der Regelfinanzierung, Ausbau der Angebote in der Hospiz- und Palliativ-Versorgung und einen Rechtsanspruch auf diese.
Druck muss vermieden werden
Diese Woche tagt das vom Justizministerium ins Leben gerufene “Dialogforum Sterbehilfe”. Diesem gibt Sandriesser mit auf den Weg: “Es braucht möglichst klare und enge gesetzliche Vorgaben für die Regelung der Suizid-Beihilfe, damit es nicht zu Fehlentwicklungen wie in anderen Ländern kommt. Es muss verhindert werden, dass der Druck auf alte und schwer kranke oder auf Menschen mit Behinderungen steigt, die assistierte Selbsttötung in Anspruch zu nehmen.”
Missbrauch oder Geschäftemacherei müssen laut Sandriesser vermieden werden: “Ärzte oder Mitarbeiter anderer Gesundheitsberufe oder Träger dürfen unter keinen Umständen zur Mitwirkung oder Beteiligung am assistierten Suizid gedrängt oder unter direkten oder indirekten Druck gesetzt werden!”