Jubiläum

Pertl zeigt die Kärnt­ner Kino-Geschich­te

Seit 15 Jahren dokumentiert der ehemalige ORF-Mitarbeiter Klaus Pertl (67) in dem von ihm gegründeten Kinomuseum in Klagenfurt die Kärntner Film- und Kinogeschichte. Welche Schätze er im Museum hat, erzählt er im Gespräch mit „KLiCK Kärnten“.

Pertl zeigt die Kärnt­ner Kino-Geschich­te Klaus Pertl mit einem „Ernemann VIIIb 35 mm“-Kinoprojektor aus dem Jahr 1958, der im Kino Millstatt im Einsatz war.

© kope

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Von der Kabel­hil­fe bis zur Regie – in sei­nen über 40 Dienst­jah­ren beim ORF war Klaus Pertl in nahe­zu allen Berei­chen tätig. „In mei­ner ORF-Zeit war ich für zahl­rei­che Pro­jek­te ver­ant­wort­lich, dar­un­ter das For­mat ‚Neu­es von Ges­tern‘ und zahl­rei­che Doku­men­ta­tio­nen“, erin­nert sich Pertl.

Die Grün­dung

Vor genau 15 Jah­ren grün­de­te der Kino-Enthu­si­ast das Kino­mu­se­um in der Wil­son­stra­ße am Lend­ka­nal in Kla­gen­furt. In jenem Haus, in dem bis in die 80er-Jah­re der Mit­tel­wel­len­sen­der des ORF unter­ge­bracht war. „Danach hat das Haus als Kulis­sen­de­pot gedient, bis es die Stadt Kla­gen­furt gekauft und den ‚Nost­al­gie­bah­nen in Kärn­ten’ zur Ver­fü­gung gestellt hat. Auch wir haben Räu­me für das Kino­mu­se­um bekom­men“, erzählt Pertl.

Die Prunk­stü­cke

Im Muse­um sind zahl­rei­che Auf­nah­me- und Vor­führ­ge­rä­te der Kine­ma­to­gra­fie zu fin­den. „Wir haben vom 400 Kilo­gramm schwe­ren Kino­pro­jek­tor bis zur klei­nen Super-8-Kame­ra eine gro­ße Samm­lung. Zu den Prunk­stü­cken gehö­ren das Kas­sa­häus­chen von Precht­ls Wan­der­ki­no aus dem frü­hen 20. Jahr­hun­dert und der ältes­te jemals in Kla­gen­furt gedreh­te Film aus dem Jahr 1911 mit Kai­ser Karl I. Der Film ist in unse­rem Vor­führ­raum zu sehen“, ver­rät Pertl. Zahl­rei­che Expo­na­te stam­men von Spen­dern und aus Nach­läs­sen, ein gro­ßer Nach­lass zum Bei­spiel vom Kla­gen­fur­ter Foto­gra­fen Heinz Horst.

Das Jubi­lä­um

„Zum 15-Jahr-Jubi­lä­um haben wir unse­re Aus­stel­lung um wei­te­re Groß­ex­po­na­te erwei­tert. Die Geschich­te der Kino­pro­jek­to­ren, die wir zei­gen, beginnt mit einem ‚Ern­emann Impe­ra­tor‘ aus den 1910er Jah­ren und einem ers­ten Ton­film­pro­jek­tor aus den 1930er Jah­ren. Sie reicht mit einem ‚Ern­emann 15‘ aus dem Volks­ki­no, einem der letz­ten ana­lo­gen Pro­jek­to­ren, bis in die frü­hen 2010er Jah­re“, erklärt Pertl, der natür­lich eine Viel­zahl von Geschich­ten zu erzäh­len hat.

Die Kinos

Von Hei­li­gen­blut bis Lava­münd gab es in Kärn­ten einst 50 Kinos. „Das höchst­ge­le­ge­ne Kino hat sich auf dem Reiß­eck befun­den, wo den Arbei­tern in ihrer Frei­zeit Fil­me gezeigt wur­den“, berich­tet Pertl. Der ers­te Film in Kärn­ten wur­de 1896 im Gast­hof Sand­wirt in Kla­gen­furt vor­ge­führt. Drei Jah­re spä­ter begann der Kino­pio­nier Her­mann Prechtl mit einem Wan­der­ki­no. Neun Jah­re danach eröff­ne­te er in der dama­li­gen Schul­hof­gas­se (10.-Oktober-Straße) sein ers­tes Kino. Aus die­ser Zeit stammt auch das ältes­te Kas­sa­häus­chen, das im Muse­um aus­ge­stellt ist.

Die Son­der­schau

Das Kino muss­te vor 51 Jah­ren schlie­ßen. Zu Sil­ves­ter 1971 zeig­te Prechtl sei­nen aller­letz­ten Film: „Die Dop­pel­gän­ger von Sacra­men­to“ mit dem legen­dä­ren Komi­ker-Duo Stan Lau­rel und Oli­ver Har­dy. Mit die­sem Film ende­te die Spiel­zeit des aller­ers­ten Kinos der Stadt, die 1908 begon­nen hat­te. Das und vie­les mehr ist in der aktu­el­len Son­der­schau im Kino­mu­se­um zu erfah­ren.

Die Besu­cher

Das Muse­um besu­chen Schü­ler, Stu­den­ten der Kla­gen­fur­ter Alpen-Adria-Uni­ver­si­tät und Inha­ber der „Kärn­ten Card“. Es ist von 2. Juli bis 28. August 2022 jeweils sams­tags und sonn­tags von 10 bis 18 Uhr geöff­net.

 

07.05.2022 08:25 - Update am: 07.05.2022 08:30
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Pertl zeigt die Kärnt­ner Kino-Geschich­te Klaus Pertl mit einem „Ernemann VIIIb 35 mm“-Kinoprojektor aus dem Jahr 1958, der im Kino Millstatt im Einsatz war.

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