Messehalle Klagenfurt
Lokalaugenschein in der Corona-Impfstraße
Wir durften uns heute in der Impfstraße in Klagenfurt umsehen. Das angepeilte Ziel mit fünf permanenten Impfstraßen in Kärnten: 40.000 Impfungen wöchentlich.
Über 187.500 Impfdosen wurden mit Stand heute, 30. April 2021, bereits verimpft – bei über 45.600 Dosen davon handelte es sich um Zweitimpfungen. Derzeit erhalten jetzt auch Unter-60-Jährige die Einladung zur Impfung. Laut Gerd Kurath, Leiter des Landespressedienstes, sieht es nach wie vor so aus, dass bis zum Sommer jeder Kärntner, der bereit ist, sich impfen zu lassen, auch eine Einladung zur Impfung erhalten wird.
So läuft die Impfung ab
Doch wie läuft eine solche Corona-Impfung ab? Wir durften uns im Impfzentrum in Klagenfurt (Messehalle 3) umsehen. Vor dem Eingang wird schon einmal kontrolliert, ob das Impfticket gültig ist und zur Person passt. In einer Warteschlange vor der Halle – unter Einhaltung aller Abstände und natürlich mit FFP2-Maske – geht es dann mit dem Impfticket zur Registrierung bzw. Anmeldung. In einem Wartebereich füllt man einen Aufklärungsbogen aus. Dann geht es zur Impfung…

In Klagenfurt gibt es derzeit zehn Impfkabinen, wovon heute Nachmittag sechs in Betrieb waren. Es komme immer darauf an, wie viel Impfstoff zur Verfügung steht, so Impfkoordinator Ulrich Radda. Alleine in der Messehalle 3 könne man aber recht schnell auf 20 Impfkabinen aufstocken. Wenn nötig, stünde auch die Messehalle 4 zur Verfügung. Die “Impfstoff-Zubereitung” erfolgt übrigens getrennt – also nicht in der Impfkabine – durch Mitarbeiter des Roten Kreuzes.
Bei der Impfung selbst wird man vom Impfarzt zuerst zu seinem Gesundheitszustand und etwaigen vorangegangenen Impfungen befragt. Und auch nach der Impfung geht man nicht sofort nach Hause. 15 Minuten lang dauert die Beobachtungszeit – wiederum in einem anderen Wartebereich.
Ein Tipp von Kurath: Um Menschen-Ansammlungen zu vermeiden, sollte man maximal 15 Minuten vor seinem Impftermin erscheinen!

Rund 180 Impfärzte in Kärnten
Andrea Lassnig ist für die Koordination der Impfärzte zuständig. “Aktuell gibt es rund 180 Ärzte, die sich freiwillig als Impfärzte gemeldet haben”, berichtet sie. Aus diesem Pool kann sie schöpfen. Ständig würden sich weitere Ärzte melden. Derzeit komme man so gut aus. “Wenn sich die Schlagzahl beim Impfen erhöht, werden wir aber gut doppelt so viele Impfärzte brauchen”, meint Lassnig. Es werde auch in den Impfzentren darauf geachtet, sich Zeit für die Menschen zu nehmen, die oft viele Fragen mit im Gepäck haben.
Bis 40.000 Impfungen pro Woche
Apropos Schlagzahl: Derzeit gibt es fünf permanente Impfzentren – in Klagenfurt, Villach, St. Veit, Spittal und Wolfsberg. Laut Radda sind allein in Klagenfurt bis zu 3.000 Impfungen pro Tag möglich. Steht genügend Impfstoff zur Verfügung, sollen bis zu 40.000 Impfungen wöchentlich in Kärnten erreichbar sein.
Möglich sei das nur durch starke Partner – das Rote Kreuz, die Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK), aber auch durch das Bundesheer, die Ärztekammer und die Bergrettung, wie Christian Pichler, stellvertretender Landesrettungskommandant des Roten Kreuzes, hervorhebt.
Das Bundesheer hilft, weil das Land einen Assistenzeinsatz angefordert hat. Bis zu 100 Personen des Bundesheeres werden derzeit gestellt, welche unterstützend in der Administration tätig sind.

Neuigkeiten aus dem Koordinationsgremium
Heute tagte auch wieder das Koordinationsgremium zu Corona. “Nachdem die Fälle an Infizierten weniger werden, sollen ab 3. Mai alle Tests wieder in heimischen Labors ausgewertet werden”, informierte Kurath im Anschluss.
Ab Ende Juni ist in Kärnten ein Pilotprojekt mit Gurgeltests geplant. Dieses wurde heute mit der Wirtschaftskammer abgestimmt. Bei jener Firma, welche die Gurgeltests anbietet, wird nun ein Angebot eingeholt. Man wird sich im Internet für den Gurgeltest anmelden und diesen dann in einem bestimmten Geschäft abholen können. Nach Durchführung des Tests bringt man ihn wieder in dasselbe Geschäft. Nach 24 Stunden soll ein Ergebnis vorliegen, das dann auch als Eintrittstest gilt.
Ein weiteres Pilotprojekt startet am Montag, 3. Mai. 40 ausgewählte niedergelassene Ärzte mit eigenem System und eigener Warteliste werden helfen, die Durchimpfungsrate zu erhöhen. Sie erhalten den Impfstoff von Biontech/Pfizer.
Aktuelle Zahlen
verimpfte Dosen: 187.539, davon 45.619 Zweitimpfungen
Sieben-Tage-Inzidenz in Kärnten: 165,5
Reproduktionszahl in Kärnten: 0,92
Aufklärungsrate beim Contact Tracing (Kalenderwoche 16): 63 Prozent
