Mathias Schiller
Jungbauer fährt mit Oldtimer-Traktor durch Österreich
„Jungbauernbua“ on Tour: Mathias Schiller aus Reigersdorf bereist mit seinem „Massey Ferguson 135“ gerade ganz Österreich. Sein Ziel ist Vorarlberg. Das einzige Bundesland, in dem er bisher noch nicht war.
© kope
Vor rund zwei Jahren reifte bei Jungbauer Mathias Schiller (24) aus Reigersdorf in der Marktgemeinde Magdalensberg der Entschluss, mit einem „Massey Ferguson 135“ eine Österreich-Reise zu starten. Der Oldtimer-Traktor (Baujahr 1965) mit den originalen rotsilbernen Felgen und ohne Dach wurde in liebevoller Kleinarbeit von Vater Josef und Sohn Mathias restauriert. Beide verbindet die Liebe zu Oldtimern. Nun ist er tatsächlich unterwegs. „KLiCK Kärnten“ erreichte den Jungbauer telefonisch in Pettenbach in Oberösterreich. Mittlerweile dürfte er sich bereits in Tirol befinden.
Der Start
Seine Österreich-Tour startete Schiller am 1. Juni 2022 um 10.15 Uhr. Die Reise ging vom elterlichen Hof in Reigersdorf los. „Die Route hat über den Griffner Berg und über die Weinebene nach Graz geführt. In Graz waren die Leute von mir nicht gerade begeistert, das hat mich doch etwas irritiert. Von Graz aus ist es nach Oberpullendorf an die ungarische Grenze gegangen, von dort weiter nach Emmersdorf in Niederösterreich. Dort habe ich mich verfahren und bin in einem kleinen Ort gelandet. Ein Bauer hat mich sofort auf einen Kaffee eingeladen. Dann bin ich weiter nach Oberösterreich gefahren, wo ich auf die Landjugend Ried/Katsdorf getroffen bin. Dort war gerade der Bezirksentscheid im Handmähen im Gange. Als Landjugend-Mitglied hat es sofort genug Gesprächsstoff mit der ortsansässigen Landjugend gegeben“, erzählt Schiller.
Die Tour
Die Reise durch Österreich dauert rund dreieinhalb Wochen. Täglich fährt Schiller hundert bis 150 Kilometer. „Geparkt und übernachtet wird immer auf legalen Plätzen, was nicht immer leicht ist. Es gibt keine vorgegebene Route. Ich entscheide von Tag zu Tag, welche Strecke ich nehme. Wichtig ist nur, dass ich am 25. Juni wieder zu Hause bin, wenn die Kartoffelernte beginnt“, sagt der Jungbauer. Auf der Strecke wird dem Kärntner ständig zugewinkt. Sein „Massey Ferguson 135“ und er sind ein beliebtes Fotomotiv. „Einmal bin ich entlang der Donau gefahren, als mich ein Motorboot parallel auf dem Wasser begleitet hat“, schmunzelt Schiller.
Die Verpflegung
Er nächtigt in einem kleinen Wohnwagen, den der Oldtimer-Traktor zieht. „Für die Marschverpflegung hat meine Mutter gesorgt. Sie hat für mich harte Würstel im Viererpack vakuumiert. Weil wir selbst Dauerwaren zu Hause produzieren, habe ich genug Kärntner Jause im Gepäck. Im Wohnwagen habe ich einen Kühlschrank, der durch die Photovoltaik-Anlage am Dach mit Strom versorgt wird. Im Wagen gibt es auch einen Herd und eine Heizung. Eigentlich lebe ich unterwegs wie in einer kleinen Wohnung“, verrät Schiller. Natürlich hat er auch genügend Proben von seinem „Kärntner Popcorn“ dabei, um sie auf seiner Reise zu verteilen.
Die Unwetter
Vor ein paar Tagen erwischte Schiller der Hagel. „Das war beängstigend, weil es Sturzfluten gegeben und der Wohnwagen im Sturm richtig gewackelt hat. In der Nähe des Traktors und des Wohnwagens haben mehrmals Blitze eingeschlagen. Bei jedem Donner hat der Boden vibriert. Um die Motorhaube meines Traktors habe ich vorsorglich einige Decken gebunden, um sie so vor den Hagelkörnern zu schützen“, berichtet Schiller.
Das Ziel
Nach der Ankunft am Bodensee freut sich der Jungbauer auf ein erfrischendes Bad im See, um im Anschluss die Rückreise zu planen. „Wie die Route ausschauen wird, wird sich wieder von Tag zu Tag ergeben. Eine Option ist dabei auch eine Fahrt durch Südtirol“, denkt Mathias Schiller bereits an die Heimreise. Wichtig ist jedoch, dass er am 25. Juni 2022 zum Start der Kartoffelernte wieder zu Hause ist.