Klagenfurt
Stadtpolitik stellt sich gegen Umzug des Sport-BORG
Schulsportleistungsmodell Kärnten: Das Sport-BORG soll mit der HAK in der Kumpfgasse unter einem Dach vereint werden. Dagegen protestieren heute Vertreter der Klagenfurter Stadtpolitik.
© Red/KK
Gestern übten die Verantwortlichen des Schulsportleistungsmodells Kärnten (SSLK) in einer Pressekonferenz Kritik an den Plänen des Bundesministeriums, das BORG umzusiedeln. Konkret ist geplant, das SSLK mit der HAK in der Kumpfgasse unter einem Dach zu vereinen.
Vor den Kopf gestoßen
Heute melden sich dazu auch Vertreter der Klagenfurter Stadtpolitik zu Wort, die vor allem lange Wege der Schüler zu den Sporteinrichtungen befürchten. „Die Stadt fühlt sich vor den Kopf gestoßen. Das Schulsportleistungszentrum und das Sport-BORG haben einen hervorragenden Ruf und in der Vergangenheit auch schon viele Kärntner Sport-Stars hervorgebracht. Das geplante Projekt einer Umsiedlung ist daher klar abzulehnen“, stellt Bürgermeister Christian Scheider (Team Kärnten) im Namen der Stadtregierung klar. Etwas, das seit vielen Jahren Bestand und Erfolg hat und in ein erstklassiges sportliches Umfeld eingebettet ist, gehört, so Scheider, nicht aus der gewohnten Umgebung gerissen. „Hier müssen eindeutig die Schüler Priorität haben“, betont Scheider.
Funktionierendes System gefährdet
Dem stimmt Stadtrat und Sportreferent Franz Petritz (SPÖ) zu: „Ich stelle mich klar gegen das geplante Projekt. Hier wird ein funktionierendes System gefährdet, das sich schon jahrelang bewährt. Ich erwarte mir eine Zusammenarbeit aller Beteiligten zum Wohle der Schüler.“ Die geplante Umsiedlung ist ein klares Signal, dass die dafür verantwortlichen Personen die Tragweite nicht verstehen, kritisiert auch Stadtrat Max Habenicht (ÖVP): „Den Sportlern werden so wichtige infrastrukturelle Möglichkeiten entzogen, was dazu führt, dass Trainingszeiten massivst eingeschränkt werden. Als Sportler weiß ich, dass im Spitzensport jede Trainingsminute wertvoll und wichtig ist, um voll leistungsfähig zu sein.“ Sollte es tatsächlich zur Umsiedlung kommen, sind die Auswirkungen jedoch noch weitreichender, befürchtet Habenicht: „Denn verminderte Trainingszeiten führen zu weniger Leistung, was wiederum zu schlechteren Ergebnissen in Wettkämpfen führt.“


