Graffiti & Grafikdesign
Kärntner erobert internationale Kunstszene
Chris Princic aus Klagenfurt ist für die „Seat“-Sportwagenmarke „Cupra“ im Einsatz. Der Grafikdesigner und Künstler gestaltet Wände für die neuen Flagshipstores in Europa und Australien.
© Chris Princic
Den großen Auftrag erstattete „Seat“-Boss Wayne Griffith höchstpersönlich: Großflächige Wände mit Graffiti, Airbrush, Metallfarben, Bohrer und sonstigen Techniken zu bearbeiten, bis sie den Betrachter sprichwörtlich umhauen. Grafikdesigner Chris Princic erzählt, wie es dazu kam: „Begonnen habe ich in Brasilien, wo ich mit einem Freund in einer Airbnb-Wohnung eine Wand mit Graffiti gestaltet habe. Das haben dann Leute gesehen, die das weitererzählt und Fotos davon hergezeigt haben und daraus sind weitere Aufträge für mich entstanden.“
„Wow, das will ich auch!“
Für den Automobil-CEO Griffith bemalte Chris Princic zuerst eine Wand in dessen Wohnung in Barcelona. Griffith war derart begeistert von dem Werk, dass er jetzt in jeder neuen „Cupra City Garage“ solche Wände haben möchte. Chris Princic freut sich über die Aufträge, fühlt sich als Künstler aber auch ein wenig „herumgereicht“ in dieser Businesswelt. „Auf jeder Veranstaltung, wo ich Bilder meiner Werke herzeige, weil ich gefragt werde, was ich mache, bekomme ich zur Antwort: Wow, das will ich auch!“, schildert Chris. Das ehrt seine kreative Persönlichkeit und fordert ihn zugleich, weil diese Aufträge mit langen Reisen verbunden sind. Die „Cupra“-Wände in Lissabon, Rotterdam und Mailand sind bereits fertiggestellt, derzeit weilt der Klagenfurter in Sydney.
Erfolgreicher Grafikdesigner
Als Schüler des BRG Viktring mit Schwerpunkt „Bildnerischer Erziehung“ war klar, dass sich Chris Princic in die künstlerische Richtung entwickeln wird. Nach dem Studium baut der Grafikdesigner ein erfolgreiches Unternehmen auf, gestaltet Illustrationen und 3D-Animationen für Filme und Videospiele. Er ist grandios, arbeitet viel zu viel und schlittert ins Burnout. Er befindet sich nach wenigen Jahren wortwörtlich am Boden.
Der Weg zur Malerei
Was ihn da wieder herausholt, ist unter anderem das Malen: „Ich war beim Klagenfurter Altstadtzauber und habe mir ein Bild gekauft, so einen alten Schinken, den sich niemand mehr aufhängen will. Ich habe eine Sprechblase dazu gemalt.“ So beginnt seine unerwartete Karriere als Maler. Dieses Bild, von dem er spricht, bringt einen zum Lachen. Oder Staunen. Oder Nachdenken. Es ist ein Landschaftsbild in wuchtigem, goldenen Rahmen: ein Haus, ein Teich und im Vordergrund eine Person in ärmlichen Kleidern auf einem Kiesweg. In der pinken Sprechblase steht: „Rauchen kann tödlich sein. Und Haare waschen muss ich auch noch.“
Das Gesetz der Gegensätze
Der 43-Jährige arbeitet mit Gegensätzen. Er versieht alte Bilder mit neuen Texten und holt sie so in einen zeitgenössischen Kontext. Er versetzt Statuen in Selfie-Posen und hinterfragt die Botschaften jahrhundertealter religiöser Motive. Seinen Künstlernamen „&THANKYOU“ (zu Deutsch: „Und Danke“) wählte er, um Dankbarkeit gegenüber jenen Künstlern auszudrücken, deren Bilder er in sein künstlerisches Schaffen miteinbezieht.
Instagram
Chris Princic und seine Werke auf Instagram: @andthankyou_
- Vom Grafikdesign zur Malerei: sein erstes Bild mit Sprechblase
- In jedem Flagshipstore von „Cupra“ gestaltet der Kärntner Künstler eine großformatige Wand. Hier die „Cupra“-Bar in Lissabon.
- Im Wohnzimmer des „Seat“-Chefs Wayne Griffith: Mit dieser Wand zog der Künstler und Grafikdesigner Chris Princic Folgeaufträge für „Cupra“ an Land.
- Der Künstler Chris Princic stellt nicht sich selbst in den Mittelpunkt, sondern seine Werke und die Geschichten, die er damit erzählt.
- Chris Princic setzt sich in seinen Werken auch mit religiösen, sozialkritischen und politischen Themen auseinander.
- Ein Blick ins Atelier: Dieses Motiv entstand als 3D-Modell am Computer und endete mit Airbrush und Graffiti auf einer Leinwand.
- „Ein typischer Princic“: Das Bild ist alt, die Sprechblase neu. Mit diesem Kontrast sorgt der Künstler für Spannung.