Alfred Krainer
Der Zirbe gilt die Liebe
Nach 43 Jahren im Tischlergewerbe möchte Alfred Krainer (62) aus St. Veit am Ende des Jahres den wohlverdienten Ruhestand antreten. Was dann an der Tagesordnung steht, erzählt er im Gespräch mit „KLiCK Kärnten“.
Schon der Vater von Tischler- und Drechslermeister Alfred Krainer war Tischler im Funder-Werk. „Mein Vater hat mir das Holz sprichwörtlich in die Wiege gelegt. Mein Bruder hat mich immer mit dem Kinderwagen zur Tischlerei gefahren. So bin ich früh mit dem Holz in Verbindung gekommen. Es gibt ein Foto von mir, auf dem ich schon als Sechsjähriger bei den ersten Drechslerversuchen zu sehen bin“, erzählt Krainer im Gespräch mit „KLiCK Kärnten“.
Die Übernahme
Krainer ist gelernter Tischler- und Drechslermeister. Im Jahr 1979 machte er sich selbstständig. Ohne Tischlermeisterbrief konnte man damals keine Meisterprüfung im Drechslergewerbe ablegen. „Der Anlass war, dass mein Lehrherr krankheitshalber seinen Betrieb übergeben musste“, erzählt der „Holzwurm“. Geschäftstüchtig war Krainer immer. So hatte er mit 16 Jahren schon ein Moped und zehn Kubikmeter Holz im Hof. Alles mit eigenen Händen erarbeitet. Beim bekannten Tischlermeister Gerold Tschinkel absolvierte der St. Veiter seine Lehre. „Er war ein sehr guter Lehrherr, der damals seine Apfelküche vermarktet und Zirbenmöbel mit Schnitzereien hergestellt hat“, erinnert sich Krainer.
Die Auftragsarbeiten
Der Start der eigenen Tischlerei lief gut an. „Angefangen habe ich mit der Produktion von Möbelgriffen. Wir haben in dieser Zeit hunderttausende Griffe für die Firma August Strothmann in Gütersloh hergestellt“, berichtet Krainer. Die Aufträge in den 43 Jahren der Selbstständigkeit können sich sehen lassen. Das interessanteste Werkstück war eine Zirbenkugel mit einem Yin-Yang-Durchschnitt mit einem Durchmesser von 300 Millimetern. In der Auftragsarbeit war innen die Schweizerfahne eingearbeitet. „Für das Stadttheater Klagenfurt habe ich Arbeiten für die Produktion ‚Peter Pan‘ gemacht. Etliche Aufträge hat es immer wieder vom Designer Walter Hösel, von Red Bull oder von der Ziehharmonika-Produktionsfirma Novak gegeben. Für ORF-Moderator Josef Nadrag durfte ich Zwischenstücke aus Buchsbaumholz für seine Klarinetten drechseln“, zählt der St. Veiter auf. Das Lieblingsholz von Krainer ist die Zirbe: „Sie riecht gut und ist ein weiches Holz.“
Der (Un-)Ruhestand
Für Spezialaufgaben ist Krainer immer bereit. So macht er auch aus Buchenholz (Vierkanter) Kegelholz und Kugeln. „Das kommt aber nicht oft vor, weil das Lehm- und Sandbahnkegeln schon selten geworden ist. Eine Kundschaft ist der Gasthof Kurath in St. Filippen, wo noch gekegelt wird“, verrät Krainer. Am Ende des Jahres möchte er sich in den (Un-)Ruhestand begeben. „Ganz aufgeben werde ich meine Holzarbeiten aber nicht, denn als Hobbytischler mache ich weiter“, sagt Krainer. Er ist auch Mitglied der Vereinigung „Marktplatz Mittelkärnten“. Einige seiner Arbeiten sind auf der Burg Taggenbrunn zu bewundern und zu erwerben.
- Alfred Krainer, Holz ist sein Leben