Flugsport
„Kampfflieger“ über dem Ossiacher See
Erich Fian (72) ist gebürtiger Feldkirchner und pensionierter Pilot. In seinem Heimaturlaub lässt er seine Modellflugzeuge über den Ossiacher See fliegen.
Seit einigen Tagen kreisen über dem Ossiacher See Kampfflugzeuge in Miniaturausgaben. Verantwortlich dafür ist der Wiener Pilot Erich Fian (72), ein gebürtiger Feldkirchner. Er verbringt derzeit seinen sechswöchigen Urlaub in Bodensdorf, von wo er auch im See seine drei mitgebrachten Modellflugzeuge startet. Sieben weitere Flieger befinden sich in seinem Zuhause in Wien. Sein großes Hobby ist der Modellflugzeugbau.

Nahe dem Flugplatz aufgewachsen
„Mit dem Bau von Modellflugzeugen begann ich schon im Kindesalter. Ich wohnte mit meinen Eltern in Buchscheiden, nahe dem Flugplatz Feldkirchen. Da sah ich den ersten Flieger, den Schulgleiter SG 38. Von da an war klar, ich werde Pilot“, erinnert sich Fian. Die ersten Modelle baute der junge Flugzeug-Fan noch aus Karton, Butterbrotpapier und später aus Sperrholz.
Fliegerausbildung in Zeltweg
Nach der Matura verließ er seine Heimatstadt Feldkirchen, um beim Bundesheer in Zeltweg eine Fliegerausbildung zu absolvieren. „Von 1967 bis 1978 durfte mit der Saab Safir, Fouga Magister und Saab 105 fliegen. Das Bundesheer verließ ich als Oberleutnant. Der Grund waren die überalteten Maschinen und man dachte damals nicht daran, moderne Flieger zu kaufen“, erzählt der ehemalige Pilot.
Auch bei „Lauda Air“ angeheuert
Danach flog Fian als Co-Pilot für die „Montana Austria“ mit einer Boing 707. Nach der Insolvenz des Flugunternehmens heuerte der Pilot als Flugbetriebsleiter bei „Avanti Air“ an. Danach folgte die „Lauda Air“ als Arbeitgeber. „Da durfte ich unter anderem eine Bac 1–11 sowie die Flugmodelle Boing 737, 767 und 777 fliegen. Außerdem wurde ich zum Flugbetriebsleiter gemacht. In diese Zeit fiel auch der Absturz einer Boeing 767 in Thailand. Das nahm uns damals sehr mit“, erinnert sich Fian.
Zurück an den Ossiacher See
Nach der Fusion von „Lauda Air“ mit der „Austrian Airlines“ wechselt der gebürtige Feldkirchner zur AUA, um dort schließlich auch in Pension zu gehen. Seither kehrt Fian immer wieder an seinen Lieblingssee zurück. „Schon als Kind fuhr ich mit dem Fahrrad von Buchscheiden zum Ossiacher See zum Baden“, erzählt der ehemalige Pilot. Nun lässt er dort seine selbstgebauten Flugmodelle steigen.
Wenig Wind
„Diesmal habe ich den japanischen U‑Boot-Aufklärer Kawanishi H8K2 mit. Dabei ist auch ein Spitfire, ein Jagdflugzeug der Engländer. Nur drei Exemplare wurden im Zweiten Weltkrieg mit Schwimmer ausgerüstet, jedoch nie eingesetzt“, berichtet Fian. Ein besonderes Stück ist die DO X mit einer Spannweite von drei Metern und zwölf Motoren. Die Flugzeugmodelle wurden Originalen genauestens und maßstabgetreu nachgebaut. „Ich bin mit meinen Modellen schon über dem Wolfgang See und Bodensee geflogen. Doch am Ossiacher See ist es zum Fliegen am besten. Hier gibt es weniger Wind“, verrät Fian.
- Der ehemaligie AUA-Pilot Erich Fian ist mit seinen Modellfliegern wieder am Ossiacher See.
- Der Spitfire, ein Jagdflugzeug der Engländer
- Die Kawanishi H8K2 im Anflug
- Erich Fian mit einem besonderen Stück: Die DO X erreicht eine Spannweite von drei Metern und hat zwölf Motoren.
- Die DO X bei der Landung
- Die Kawanishi H8K2 in der Luft


