21. September

Welt-Alz­hei­mer­tag: 3.000 Erkrank­te in Kärn­ten

In Kärnten ist jährlich von 2.000 Neuerkrankungen auszugehen. Das Land Kärnten forciert in Kooperation mit den Gemeinden Maßnahmen zur Sensibilisierung der Krankheit und Schulungen für die Bevölkerung.

Welt-Alz­hei­mer­tag: 3.000 Erkrank­te in Kärn­ten Bürgermeister Herbert Gaggl (Moosburg), Landeshauptmann-Stellvertreterin Beate Prettner und Bürgermeisterin Maria Knauder (von links)

© Büro LHStv. Prettner

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Welt­weit sind etwa 35 Mil­lio­nen Men­schen von Demenz-Erkran­kun­gen betrof­fen – und es wer­den jedes Jahr mehr. Allein in Kärn­ten ist, mit aktu­ell rund 30.000 Betrof­fe­nen, von rund 2.000 Neu­erkran­kun­gen im Jahr aus­zu­ge­hen. Seit dem Jahr 1994 ist der 21. Sep­tem­ber als Welt-Alz­hei­mer­tag die­ser tücki­schen Krank­heit gewid­met.

Her­aus­for­de­rung für die Gesell­schaft

„Demenz wird zu einer der größ­ten gesell­schaft­li­chen Her­aus­for­de­run­gen in den kom­men­den Jahr­zehn­ten“, mein­te Maria Knau­der, Bür­ger­meis­te­rin der Stadt­ge­mein­de St. Andrä, anläss­lich einer Pres­se­kon­fe­renz an der Sei­te von Lan­des­haupt­mann-Stell­ver­tre­te­rin und Gesund­heits­re­fe­ren­tin Bea­te Prett­ner sowie ihrem Bür­ger­meis­ter-Kol­le­gen Her­bert Gaggl (Moos­burg). Sie füg­te hin­zu: „Die Anfor­de­run­gen an die Pfle­ge, aber auch an Ange­hö­ri­ge und an die Gesell­schaft in Sum­me wer­den immer grö­ßer.“

Bevöl­ke­rung sen­si­bi­li­sie­ren

Das Land Kärn­ten bau­te in den ver­gan­ge­nen Jah­ren des­halb suk­zes­si­ve Maß­nah­men aus. „Ange­fan­gen von Infor­ma­ti­ons- und Ser­vice­stel­len, über spe­zi­el­le Schu­lun­gen für Pfle­ge­fach­kräf­te, Ent­las­tungs­maß­nah­men für pfle­gen­de Ange­hö­ri­ge bis zur Sen­si­bi­li­sie­rung und Schu­lung von Mit­ar­bei­te­rin im öffent­li­chen Dienst“, erklär­te Prett­ner. Beson­ders Maß­nah­men zur Sen­si­bi­li­sie­rung der Bevöl­ke­rung wer­den immer bedeu­ten­der. „Denn es geht ganz wesent­lich dar­um, demen­zi­ell erkrank­te Men­schen in unse­rer Gesell­schaft, also in unse­rer Mit­te, zu hal­ten. Dafür ist es not­wen­dig, über die Erkran­kung und über den rich­ti­gen Umgang mit Betrof­fe­nen Bescheid zu wis­sen“, begrün­de­te Prett­ner.

Schu­lun­gen und Aus­bil­dun­gen ver­stär­ken

Das Land Kärn­ten setzt seit Jah­ren auf Schu­lun­gen. „Zunächst haben wir mit Schu­lun­gen pfle­gen­de Ange­hö­ri­ge ange­spro­chen. Wir haben die­se Schu­lun­gen vor­ran­gig über unse­re ‚Gesun­den Gemein­den‘, also direkt in der jewei­li­gen Gemein­de, ange­bo­ten. Mitt­ler­wei­le ste­hen die Vor­trä­ge und Semi­na­re allen Inter­es­sier­ten offen. Zudem bie­ten wir ganz gezielt Mit­ar­bei­tern im öffent­li­chen Dienst Work­shops an“, infor­mier­te Prett­ner. Bis jetzt absol­vier­ten rund 250 Mit­ar­bei­ter aus dem öffent­li­chen Dienst die Aus­bil­dung. „Wir wer­den die Aus­bil­dungs­an­ge­bo­te wei­ter ver­stär­ken und zudem unse­re spe­zi­el­len Ange­bo­te for­cie­ren, wie etwa die Schu­lun­gen für Beschäf­tig­te in Muse­en, Gale­rien und ande­ren Kul­tur­ein­rich­tun­gen, aber auch unse­re Schu­lun­gen für die rund 300 Ehren­amt­li­chen in unse­ren Gemein­den mit Pfle­ge-Nah­ver­sor­gung“, kün­dig­te Prett­ner an. Denn: „Vie­le Men­schen scheu­en den Umgang mit demen­zi­ell erkrank­ten Men­schen: Sie wis­sen schlicht­weg nicht, wie sie sich ver­hal­ten sol­len, sind also ver­un­si­chert und zie­hen sich zurück. Gera­de die­ser Rück­zug und die sozia­le Iso­la­ti­on der Betrof­fe­nen ist fatal. Des­halb ist es so wich­tig, die Bevöl­ke­rung auf­zu­klä­ren und sie in ihrer Demenz­kom­pe­tenz zu schu­len“, sag­te Prett­ner.

Demenz­kom­pe­ten­te Gemein­de

Froh ist die Gesund­heits­re­fe­ren­tin dar­über, dass sie vie­le Gemein­den an ihrer Sei­te weiß: „Wir haben zahl­rei­che Kom­mu­nen, die vor­bild­lich vor­an­ge­hen und tol­le Initia­ti­ven set­zen.“ So wur­de bei­spiels­wei­se St. Andrä vor weni­gen Tagen als „Demenz­kom­pe­ten­te Gemein­de“ aus­ge­zeich­net („KLiCK Kärn­ten“ berich­te­te). Oder die Gemein­de Vel­den: Die­se nahm die Eröff­nung von Öster­reichs ers­tem Demenz-Pfle­ge­heim zum Anlass, zahl­rei­che Pro­jek­te zum The­ma „Alz­hei­mer und Demenz“ zu ver­an­las­sen. Oder die Gemein­de Moos­burg, die seit Jah­ren enga­giert Schwer­punk­te zur Sen­si­bi­li­sie­rung der Bevöl­ke­rung setzt.

Vor­zei­ge-Gemein­de Moos­burg

Für Land­tags­ab­ge­ord­ne­ten Her­bert Gaggl, Bür­ger­meis­ter von Moos­burg, ist fol­gen­de Fra­ge gesell­schaft­li­che essen­ti­ell: „Wie gehen wir mit Men­schen um, die nicht mehr so kön­nen, wie sie wol­len?“ Gaggl stell­te klar: „Daran wer­den wir als Gesell­schaft gemes­sen.“ Die Markt­ge­mein­de Moos­burg star­te­te daher schon früh, näm­lich im Jahr 2014, mit der Idee, Moos­burg zu einer demenz­freund­li­chen Gemein­de zu machen. Seit­her wur­den zahl­rei­che Pro­jek­te umge­setzt – vom Kärnt­ner Demenz­marsch über das Demenz­ca­fé und das Gene­ra­tio­nen­ca­fé und ehren­amt­li­che Demenz­be­glei­tung bis zu Mit­wel­ten-Schu­lun­gen für Gemein­de­be­diens­te­te, Mit­ar­bei­ter von Bank, Post, Geschäf­ten, Feu­er­wehr und Poli­zei. „Die Moos­bur­ger Bevöl­ke­rung hat jetzt einen ganz ande­ren Blick auf Demenz“, stell­te Gaggl fest.

21.09.2022 05:00
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Welt-Alz­hei­mer­tag: 3.000 Erkrank­te in Kärn­ten Bürgermeister Herbert Gaggl (Moosburg), Landeshauptmann-Stellvertreterin Beate Prettner und Bürgermeisterin Maria Knauder (von links)

© Büro LHStv. Prettner