Arriach & Treffen
7,6 Millionen Euro für Hochwasserschutz im Gegental
Nach der Unwetterkatastrophe im Juni legte die Kärntner Landesregierung in ihrer gestrigen Sitzung fest, in Arriach und Treffen umfangreiche Maßnahmen zu ergreifen.
Das Unwetter Ende Juni im Gegendtal hinterließ eine noch heute deutlich sichtbare Spur der Verwüstung: In unmittelbarer Nähe des Afritzer Bachs und des Treffner Bachs entstanden binnen kürzester Zeit Schäden an rund 110 Wohngebäuden, 20 Gewerbeobjekten und mehr als 115 Nebengebäuden. Insgesamt wurden neun Brücken über den beiden Bächen völlig zerstört.
Vor neuerlichen Unwettern schützen
„Es ist unfassbar, was das Unwetter in den beiden Gemeinden angerichtet hat und was hier die Leute erleben haben müssen. Mein Ansatz ist es, hier zu helfen, wo und wie auch immer es nur geht, und die Region künftig bestmöglich vor neuerlichen Unwettern zu schützen“, betont Landesrat Daniel Fellner, Referent für Katastrophenschutz- und Wasserwirtschaft des Landes Kärnten. Die Landesregierung beschloss in ihrer gestrigen Sitzung die Finanzierung von Wiederherstellungs- und neuen Hochwasserschutz-Maßnahmen im Gegendtal: „Das veranschlagte Gesamterfordernis beträgt 7,6 Millionen Euro, der dafür erforderliche vierzigprozentige Landesbeitrag 3,04 Millionen Euro“, berichtet Fellner.
Schäden am Afritzer und Treffner Bach
Bereits am 29. Juni 2022 wurde im Rahmen von Sofortmaßnahmen umgehend mit der Bewältigung der durch das Hochwasser entstandenen Schäden am Afritzer und Treffner Bach begonnen. Um eine weitere Ausweitung der Schäden zu verhindern, wurden zwei Sofortmaßnahmen umgesetzt, und zwar in Form von Absicherungen von Uferanrissen und der Entfernung von Verklausungen an Brücken.
Wegen der nach wie vor instabilen Wetterlage besteht die unmittelbare Notwendigkeit, das Gerinneprofil, aufbauend auf den Erkenntnissen des vorliegenden generellen Projekts für den Hochwasserschutz am Afritzer‑, Treffner- und Ossiacher Seebach (2015), neu zu errichten. Diese Neubaumaßnahmen machen einen wesentlichen Bestandteil der beschlossenen Fördersumme aus.
Liegenschaften ablösen
Weil unmittelbar nach einem Hochwasserereignis die Bereitschaft zur Ablöse von geschädigten Objekten und Liegenschaften am ehesten gegeben ist, beabsichtigt das Land Kärnten im Zuge der Maßnahmen, die im Nahbereich des Afritzer und Treffner Bachs gelegenen und schwer betroffenen Gebäude mitsamt den zugehörigen Grundeigentumsflächen zur Gänze abzulösen. Insgesamt sollen vorerst sieben Liegenschaften abgelöst und abgetragen werden.
Öffentliches Wassergut
Die Grundflächen sollen dem öffentlichen Wassergut zugeteilt werden. „Dadurch kann sichergestellt werden, dass das Schadenspotential im Hochwasserabflussraum auf Dauer reduziert und gleichzeitig dem Flussregime künftig mehr Raum für eine natürliche Gewässerentwicklung gegeben wird, statt kostenintensive und aufwendige technische Schutzmaßnahmen vorzunehmen“, erläutert Fellner.
Weiters sind wegen der enormen Feststoffmobilisation von in Summe rund 180.000 Kubikmetern von der Mündung des Arriacher Bachs in den Afritzer Bach bis zum Ossiacher See Räumungsmaßnahmen des angelandeten Gerinnequerschnitts vorgesehen.

