Ferlach
Der Schlüssel zum Altern in den eigenen vier Wänden
Wohnprojekt der besonderen Art: Die Mieter der neuen Wohnungen neben dem Altenwohnheim in Ferlach erhielten heute ihre Schlüssel. Ihnen steht ein sogenannter Alltagsmanager zur Seite.
© Büro LHStv. Schaunig
Neben dem Altenwohnheim in Ferlach entstanden 19 Mietwohnungen. Dabei handelt es sich um ein Wohnprojekt der besonderen Art: Er gibt älteren Personen die Möglichkeit des betreuten Wohnens mit einem sogenannten Alltagsmanager. Zusätzlich wurde ein Wohnverbund für Menschen mit Beeinträchtigung eingerichtet. Dieser umfasst acht vollzeitbetreute Wohnplätze, eine Trainingswohnung und einen Therapieraum.
Soziale Kontakte und Unterstützung
Landeshauptmann-Stellvertreterin und Gesundheitsreferentin Beate Prettner überreichte heute gemeinsam mit Landeshauptmann-Stellvertreterin und Wohnbaureferentin Gaby Schaunig sowie Vizebürgermeisterin Monika Klengl die Schlüssel an die Mieter. „Betreutes Wohnen gewinnt zusehends an Bedeutung, daher bauen wir das Angebot in Kärnten mit Nachdruck aus. Immer mehr ältere Menschen leben alleine, benötigen aber nicht nur soziale Kontakte, sondern auch ein Unterstützungsangebot. Oft genügt es, dass sie die Gewissheit haben, sich an jemanden wenden zu können, der sofort zur Stelle ist – das gibt Sicherheit und macht sorgenfrei“, erklärt Prettner.
Wohnverbund für Menschen mit Beeinträchtigung
Ihr ist auch der Wohnverbund für Menschen mit Beeinträchtigung wichtig. „Wir erweitern in Kärnten zügig das Angebot an Wohnplätzen für Klienten der Chancengleichheit. Der Trend geht deutlich zu inklusiven Wohnformen. So forcieren wir auch viele Projekte mit dem gemeinnützigen Wohnbau. Parallel dazu bauen wir Spezialfördereinrichtungen für Personen mit besonderen Bedürfnissen weiter aus“, sagt die Sozialreferentin. Im nächsten Jahr ist es das erklärte Ziel, 68 zusätzliche Wohnplätze umzusetzen. Aktuell verfügt die Behindertenhilfe Kärnten über 2.590 bewilligte Plätze an rund 160 Standorten in ganz Kärnten: 530 Plätze sind vollintern, also Wohnen und Tagesstruktur, hinzu kommen 639 Wohnplätze und 1.421 Plätze in der Tagesstruktur.
Leistbarer und bedarfsgerechter Wohnraum
„Mit den Mitteln aus der Wohnbauförderung schaffen wir bedarfsgerechten, leistbaren Wohnraum in ganz Kärnten. Und bedarfsgerecht bedeutet, auf die Bedürfnisse verschiedenster Bevölkerungsgruppen einzugehen“, schildert Schaunig. Die Mieter, die heute hier einziehen, entscheiden sich, so die Landeshauptmann-Stellvertreterin, bewusst und mit Weitblick dafür, eine Wohnform zu finden, die ihnen noch möglichst lange ein unabhängiges und eigenständiges Wohnen in den eigenen vier Wänden ermöglicht.
Wohnortnahe Angebote
Um rund 3,2 Millionen Euro wurde der Bau von der gemeinnützigen Bauvereinigung „Fortschritt“ errichtet. Abgestimmt mit dem Sozialhilfeverband Klagenfurt-Land, der das Altenwohnheim betreibt, und der „Lebenshilfe“, die den Wohnverbund betreut, wurde das Projekt konzipiert. Den Alltagsmanager stellt die Arbeitsvereinigung der Sozialhilfe Kärntens. Sozialhilfeverband-Obmann Franz Ragger, auch Bürgermeister von Maria Rain, und Ferlachs Vizebürgermeisterin Klengl hoben die große Bedeutung von bedarfsorientiertem Wohnraum für die Gemeinden hervor. Denn wohnortnahe Angebote sind speziell für die ältere Bevölkerung entscheidend.
Wissenswert
Die Mieter des neuen Wohnprojekts in Ferlach können die Angebote des angrenzenden Altenwohnheims breitgefächert wahrnehmen. Das beginnt bei der Teilnahme am Animationsprogramm und geht über das Einnehmen von Mahlzeiten und eine Betreuung in der Tagesstätte bis hin zur Möglichkeit einer Rufbereitschaft.

