Ausstellung
Der Boden ist Thema im Architektur-Haus Kärnten
Im Architektur-Haus Kärnten in Klagenfurt wurde die Ausstellung „Boden für alle“ eröffnet. Dabei sprachen Landesrat und Raumordnungsreferent Daniel Fellner sowie Stadträtin und Planungsreferentin Corinna Smrecnik klare Worte gegen das Horten von Baugründen.
© Büro StR Smrecnik
Bei der Eröffnung der Ausstellung „Boden für alle“ im Architektur-Haus Kärnten in Klagenfurt sprachen sich Landesrat und Raumordnungsreferent Daniel Fellner sowie Stadträtin und Planungsreferentin Corinna Smrecnik gegen das Horten von Baugründen aus. Denn eine aktive Bodenpolitik, Flächenrecycling, Schutz der Grünflächen und ein sparsamer Umgang mit Grund und Boden sind die Vorgaben von Stadträtin Smrecnik, wenn es um den Schutz des kostbaren Guts Boden geht.
Boden als endliches Gut
Schon die Geschichte des Menschen ist eng mit dem Boden, auf dem sie stattfand, verwurzelt. Nach dessen Erkundung, Nutzbarmachung und erbitterten Kämpfen um dessen Besitz befindet sich die Menschheit jetzt an der Schwelle eines Paradigmenwechsels. „Boden ist ein endliches Gut. Mit dem Bewusstsein sind wir gefordert, unsere Böden aktiv zu schützen, zu renaturieren und für die Nachwelt zu erhalten“, betont Smrecnik.
Die Grundlage für Generationen
„Ziel ist es, unseren Kindern und Kindeskindern einen gesunden, funktionsfähigen und gestaltbaren Boden zu übergeben. Mir ist es wichtig, die unvermehrbare und deswegen so unendlich wertvolle Ressource Boden nachhaltig zu schützen. Insbesondere die Gemeinden als Planungsbehörden und Vorbilder für ihre Bürger sind hier gefordert, bei ihren Entscheidungsprozessen einen respektvollen Umgang mit unserem Boden vorzuleben. Das neue Raumordnungsgesetz bildet dafür den idealen Rahmen“, gibt Landesrat Fellner die Richtung vor.
Lösungen gegen das Spekulieren
„Wir brauchen Lösungen für die Menschen und gegen das Spekulieren“, sind sich Fellner und Smrecnik einig. „Um Grünflächen zu schützen, müssen wir uns auch die Frage stellen, wo und wie wir den benötigten Lebensraum schaffen werden“, erklärt Smrecnik. Sie ergänzt: „Maßvolle Innerverdichtung stets in Abstimmung mit dem vorherrschenden Ortsbild anstatt Außenentwicklung lautet hier die Devise.“ Zudem ist unversiegelter Boden ein wahres Multitalent. Zum einen ist er die Basis zur Stillung der menschlichen Grundbedürfnisse nach Nahrung, Unterkunft und Sicherheit. Zum anderen ist er die „Wunderwaffe“ gegen Hitzeinseln im Kampf gegen die Klimaerwärmung. Mit der Fähigkeit Wasser aufzunehmen, zu speichern und somit das direkte Umfeld aktiv abzukühlen.
Leistbares Wohnen als Grundrecht
Aktive Bodenpolitik nimmt sich leerstehender Wohnflächen und gehorteter Grundstücke gleichermaßen an. „Das Horten von Wohnraum hat, wie man bei den aktuellen Quadratmeter-Preisen sieht, katastrophale Auswirkungen in einer Stadt wie Klagenfurt“, sagt Smrecnik. Mietpreis-Explosionen und stagnierende Einkommen wirken sich verheerend auf die Menschen aus, wobei vor allem Immobilienspekulationen zusätzlich Öl ins Feuer gießen. Um hier einen Riegel vorschieben zu können, hat sie drei Lösungsansätze: „Leerstehende Wohnungen müssen wieder auf den Markt kommen, um Mietpreise einzufangen. Gewidmetes, unbebautes Bauland muss mittels Baulandmanagement und Baulandaktivierung mobilisiert werden und bei Neuausweisungen von Bauland sind 25 bis 50 Prozent für den gemeinnützigen Wohnbau vorzusehen.“ Denn Boden ist unser kostbarstes Gut und Wohnen ein Menschenrecht.
Wissenswert
Die Ausstellung „Boden für alle“ ist bis 28. Februar 2023 im Architektur-Haus Kärnten in der St.-Veiter-Straße 10 in Klagenfurt zu besichtigen.
