Gewerkschaftsjugend Kärnten
Schritte im Kampf gegen Arbeitslosigkeit der Jugend gefordert
Die Gewerkschaftsjugend Kärnten übergab Landeshauptmann-Stellvertreterin Gaby Schaunig eine Resolution für die heutige Landtagssitzung.
© ÖGB Kärnten
„Nichts ist schlimmer und demotivierender als gleich zu Beginn des Arbeitslebens mit Arbeitslosigkeit konfrontiert zu werden“, stellt Mario Pichler, Landesvorsitzender der Gewerkschaftsjugend Kärnten (ÖGJ), klar. Lehrlinge wurden, so Pichler, im Krisenmanagement der Bundesregierung kaum berücksichtigt und drohen zu einer vergessenen Generation zu werden. Das bestätigt auch die unlängst veröffentlichte Ö3-Jugendstudie, in der 79 Prozent der 16- und 17-jährigen Berufstätigen angeben, dass die Politik bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie die Probleme der jungen Generation nicht berücksichtigt. Die Schlussfolgerung: Insbesondere Jugendliche leiden unter eingeschränkten Kontakten und sind einer hohen psychischen Belastung ausgesetzt.
Lage entschärfen
Schon jetzt müssen Maßnahmen für mehr Lehrstellen gesetzt werden, um die Lage am Lehrstellenmarkt zu entschärfen. „Dafür ist es einerseits notwendig, dass alle Lehrlinge in der vorgesehenen Lehrzeit ihre Lehre abschließen können. Gleichzeitig muss auch allen Jugendlichen ein Ausbildungsplatz angeboten werden. Auch junge Arbeitslose müssen ausreichend Unterstützung bekommen – zum Beispiel die Möglichkeit, einen Lehrabschluss nachzuholen, um die Einstiegschancen in eine Beschäftigung zu erhöhen“, fordert Pichler.
Fachkräfte der Zukunft
Die Gewerkschaftsjugend Kärnten übergab Landeshauptmann-Stellvertreterin und Arbeitsmarktreferentin Gaby Schaunig (SPÖ) eine Resolution mit sieben Forderungen (siehe unten) für die heutige Landtagssitzung. Schaunig betonte bei der Übernahme der Resolution, dass die Lehrlinge von heute die Fachkräfte der Zukunft und als solche das Rückgrat der Kärntner Wirtschaft sind. „Gerade deshalb haben wir bereits mit Beginn der Corona-Pandemie die überbetrieblichen Lehrausbildungsplätze aufgestockt. Darüber hinaus erhalten Lehrlinge über die Arbeitnehmerförderung für berufliche Weiterbildung. Beispielsweise, wenn sie einen Vorbereitungskurs für die Lehrabschlussprüfung absolvieren, 75 Prozent der Kurskosten erstattet“, sagt Schaunig. Von der Teilnahme an Berufswettbewerben, über Lehre mit Matura bis hin zu Förderungen von Lehrwerkstätten sowie der zwischen- und überbetrieblichen Lehrausbildung fördert das Land Kärnten unterschiedliche Maßnahmen, die die Qualität und die Attraktivität der Ausbildung steigern.
Perspektiven und Zukunft geben
Auch ÖGB-Landesvorsitzender und Landtagsabgeordneter Hermann Lipitsch (SPÖ) unterstützt die Resolution: „Die Jugend ist unsere Zukunft! Unsere Aufgabe ist es, unserer Jugend die Möglichkeiten einer Ausbildung und damit Perspektiven und Zukunft zu geben“.
Die Forderungen der Resolution
- Erhöhung der Ausbildungsbeihilfen im ersten und zweiten Lehrjahr, vor allem für junge Erwachsene
- Aufstockung der Ausbildungsplätze im staatlichen und staatsnahen Bereich
- Verpflichtung des Bundes zur Übernahme der Kosten von neu geschaffenen Lehrstellen in Gemeinden
- Ausdehnung der gesetzlichen Weiterbeschäftigungszeit gemäß Berufsausbildungsgesetz von drei auf sechs Monate
- Erweitertes psychosoziales Angebot für Lehrlinge an den Berufsschulen und in den Betrieben
- Freistellung vom Betrieb für Lerntage, die die Lehrlinge beispielsweise zusätzlich in der Berufsschule oder in anderen Kursmaßnahmen zum Nachholen und Festigen des Lernstoffs nutzen können.
- Unterstützung der Berufsschüler, um sich auf die Lehrabschlussprüfung vorbereiten zu können, um Lernrückstände aufholen zu können, die sowohl die praktischen als auch die theoretischen Unterrichtsfächer betreffen können.

