Michael Vallant
Der „Belzebub“ aus Wölfnitz
Michael Vallant (47) ist seit 30 Jahren Maskenschnitzer und zugleich auch Krampusläufer bei den „Belzebuben“ in Wölfnitz. Wie er zum Schnitzen kam, erzählt er im Gespräch mit „KLiCK Kärnten“.
Schon als Bub interessierte sich Michael Vallant für das Krampuslaufen. Damals fehlte jedoch das Geld für eine eigene Maske und zudem gab es noch nicht so viele Maskenschnitzer. „Da habe ich begonnen, selbst eine Maske zu schnitzen. Dass daraus einmal eine Leidenschaft wird, konnte ich nicht ahnen“, erinnert sich Vallant. Nach der Grundschule besuchte Vallant die HTL Mössingerstraße in Klagenfurt, wo er im Jahr 1997 maturierte. Nach zwei Jahren hängte Vallant den Beruf des Elektrotechnikers an den Nagel. „Der Beruf hat mich nicht zur Gänze erfüllt, ich wollte was Kreatives machen und wurde so zum professionellen Maskenschnitzer“, erzählt Vallant, der heute noch mit den „Belzebuben“ aus Wölfnitz läuft und deren Masken schnitzt.
Zirbe als Lieblingsholz
Vallant ist nunmehr seit 30 Jahren Maskenschnitzer, über 20 Jahre davon in der Selbstständigkeit. Neben Masken fertigt er auch Skulpturen und andere Objekte aus Holz an. Seine Spezialität sind jedoch die traditionellen Masken. „Blut sieht man bei meinen Masken nicht, auch keine offenen Fratzen. Ich fühle mich als Vertreter des Kärntner Brauchtums“, erklärt Vallant. Sein Lieblingsholz ist die Zirbe. „Für Skulpturen im Außenbereich bevorzuge ich die Lärche und Buche, die um einiges widerstandsfähiger sind. Da lege ich auch das Schnitzwerkzeug zur Seite und arbeite mit der Motorsäge. Ich habe sechs Sägen in meiner Werkstatt. Die Größte hat ein Schwert von einem Meter, die Kleinste eine Schwertlänge von dreißig Zentimetern“, zählt der zweifache Vater auf.
Werkstatt vergrößern
Im kommenden Jahr möchte Vallant seine Tätigkeiten neu aufstellen. „Die Maskenschnitzerei werde ich auf dreißig Masken im Jahr reduzieren. Mein künftiger Weg geht in Richtung Kunst, wo Holzskulpturen, Marterln, Kruzifixe und andere Holzprojekte im Vordergrund stehen werden“, verrät Vallant, der sich alles selbst beibrachte. Auch eine Vergrößerung der Werkstätte steht bevor. „Mein 19-jähriger Sohn Tobias besucht gerade die dritte Klasse zur Bildhauerausbildung im Bereich Kunsthandwerk und Design in Tirol. Wir arbeiten schon seit einiger Zeit zu zweit in der Werkstatt, die aus allen Nähten platzt. Wir brauchen eine Größere“, begründet Vallant.
- Michael Vallant bei der Arbeit an einer Maske