Menschen mit Handicap

Cari­tas Kärn­ten: “Lohn statt Taschen­geld”

Morgen (3. Dezember 2022) wird der Internationale Tag der Menschen mit Behinderungen begangen. Zu diesem Anlass fordert die Caritas Kärnten Lohn statt Taschengeld für die Bewohner von den von ihnen geführten Werkstätten.

Cari­tas Kärn­ten: “Lohn statt Taschen­geld” Caritas Kärnten Bereichsleiterin Erna Petek mit Assistenznehmern

© Caritas Kärnten

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„Seit Jah­ren beschäf­tigt uns das The­ma, Lohn statt Taschen­geld´ und das Recht auf Arbeit sowie Per­sön­li­che Assis­tenz für alle Men­schen mit Behin­de­rung. Immer wie­der wer­den den betrof­fe­nen Men­schen Hoff­nun­gen gemacht, die letzt­lich nicht umge­setzt wer­den und eine Wel­le von Unver­ständ­nis aus­lö­sen. Es ist Zeit, dass sich Öster­reich im Sin­ne der UN-Behin­der­ten­rechts­kon­ven­ti­on ver­hält“, sagt Erna Petek als Bereichs­lei­te­rin Men­schen mit Behin­de­rung bei der Cari­tas Kärn­ten.

Cari­tas führt 10 Stand­or­te in Kärn­ten

Das Cari­tas Team Lebens­ge­stal­tung führt kärn­ten­weit zehn Stand­or­te und beglei­tet 110 Assis­tenz­neh­mer in den Berei­chen Beschäf­ti­gung und Woh­nen durch den All­tag. In den fünf Werk­stät­ten in Frie­sach, Alt­ho­fen, Globasnitz/Globasnica und Maria Elend/Podgorje ist eine sinn­stif­ten­de Beschäf­ti­gung bei einem struk­tu­rier­ten Tages­ab­lauf ange­sagt: Die  Assis­tenz­neh­mer – Men­schen, die Mehr­fach­be­hin­de­run­gen im Rah­men unter­schied­li­cher Intel­li­genz­ni­veaus, oft in Kom­bi­na­ti­on mit psy­chi­schen Erkran­kun­gen sowie phy­si­schen Beein­träch­ti­gun­gen auf­wei­sen – stel­len Hand­werks­pro­duk­te her, über­neh­men Auf­trags­ar­bei­ten oder wer­ken im Gar­ten; ganz nach ihren Mög­lich­kei­ten, ganz nach ihrem Tem­po.

Recht­li­che Gleich­stel­lung „über­fäl­lig“

Sie erhal­ten wie alle Men­schen mit Behin­de­run­gen in Werk­stät­ten in Öster­reich dafür statt Lohn nur Taschen­geld. Eine sozi­al­ver­si­che­rungs­recht­li­che Absi­che­rung in Form von Arbeitslosen‑, Kran­ken- und Pen­si­ons­ver­si­che­rung fehlt. Die Cari­tas for­dert die Bun­des­re­gie­rung daher zum wie­der­hol­ten Male zum Han­deln auf. Cari­tas­di­rek­tor Ernst Sand­ries­ser: „Die sinn­stif­ten­den Beschäf­ti­gun­gen in den Werk­stät­ten müs­sen künf­tig auch mit einer Exis­tenz­si­che­rung sowie einer sozi­al­ver­si­che­rungs­recht­li­chen Absi­che­rung ver­knüpft sein. Die recht­li­che Gleich­stel­lung von Men­schen mit Behin­de­run­gen mit ande­ren Arbeit­neh­me­rin­nen und Arbeit­neh­mern im Sin­ne der UN-Behin­der­ten­rechts­kon­ven­ti­on ist über­fäl­lig“, sagt Sand­ries­ser.

Zugang zum Arbeits­markt oft lebens­lang ver­wehrt

Zudem wür­den Men­schen mit Behin­de­run­gen oft nach der Pflicht- und Son­der­schu­le gemäß ASVG recht­lich als „arbeits­un­fä­hig“ ein­ge­stuft. Folg­lich kämen sie in Werk­stät­ten und somit blie­be ihnen der Zugang zum regu­lä­ren Arbeits­markt oft lebens­lang ver­wehrt, kri­ti­siert Sand­ries­ser. Men­schen mit Behin­de­run­gen hät­ten jedoch ein Recht auf Arbeit und „müs­sen ohne Dis­kri­mi­nie­rung auf­grund ihrer Behin­de­run­gen wie alle ande­ren Bür­ge­rin­nen und Bür­ger Zugang zu Arbeit fin­den und ohne Risi­ko ihre Mög­lich­kei­ten und Fähig­kei­ten aus­pro­bie­ren kön­nen“.

Inklu­si­ver Arbeits­markt vom Ende der Schul­pflicht bis zur Pen­si­on

Der Cari­tas­di­rek­tor erwar­tet sich, dass Öster­reich sei­nen Ver­pflich­tun­gen zur Umset­zung eines inklu­si­ven Arbeits­mark­tes im Sin­ne der UN-Behin­der­ten­rechts­kon­ven­ti­on vom Ende der Schul­pflicht bis zur Pen­si­on nach­kommt. Sand­ries­ser weiß aus der tag­täg­li­chen Arbeit der Cari­tas: „Arbeits­un­fä­hig­keit gibt es de fac­to nicht. Es ist für jeden Men­schen bei der Aus­übung sei­ner indi­vi­du­el­len Fähig­kei­ten ein­fach eine Fra­ge der aus­rei­chen­den Unter­stüt­zung und Assis­tenz sowie der per­sön­li­chen Res­sour­cen, die jeder Ein­zel­ne mit­bringt. Mit dem von Men­schen mit Behin­de­run­gen selbst ent­wi­ckel­ten Kon­zept der Per­sön­li­chen Assis­tenz soll­ten auch hier Bar­rie­ren abge­baut wer­den.“

02.12.2022 11:59 - Update am: 02.12.2022 12:03
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Cari­tas Kärn­ten: “Lohn statt Taschen­geld” Caritas Kärnten Bereichsleiterin Erna Petek mit Assistenznehmern

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