Heinz Stritzl
Langjähriger Chefredakteur der „Kleinen Zeitung“ verstorben
Heinz Stritzl ist nicht mehr. Der langjährige Chefredakteur der „Kleinen Zeitung“ schlief in der Nacht auf Sonntag im 100. Lebensjahr friedlich ein.
© LPD Kärnten/Peter Just
In der Nacht auf Sonntag schlief Heinz Stritzl, langjähriger Chefredakteur der „Kleinen Zeitung“ in Kärnten, friedlich ein. Weil ihm nach dem Krieg ein Studium verwehrt geblieben war, schlug der gebürtige Steirer eine journalistische Laufbahn ein. Diese führte ihn in den 1950er Jahren nach Kärnten, wo er die „Kleine Zeitung“ aufbaute. Deren Chefredakteur blieb er bis zu seiner Pensionierung im Dezember 1991.
Kärntner Konsensgruppe
Im Ruhestand engagierte er sich gesellschaftspolitisch. Stritzl leistete als Mitglied der Kärntner Konsensgruppe wertvolle Verständigungsarbeit, die auch den Boden für die Lösung in der Problematik der zweisprachigen Ortstafeln aufbereitet hatte.
Der widerständige Journalist ist nicht mehr. Heinz Stritzl wäre am 27. Dezember hundert Jahre alt geworden.
Reaktionen aus der Landespolitik
Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ) bezeichnet Stritzl als konstruktiven Kritiker: „Was bleibt, sind deutliche Spuren eines Mannes, der in vielen Bereichen als Brückenbauer gewirkt hat.“ Das Land Kärnten verliere eine herausragende Persönlichkeit, betont der Landeshauptmann. „Er hat sich sein Leben lang für Kärnten und seine Bevölkerung eingesetzt, war immer eine starke Stimme für jene, die Unterstützung brauchten“, so Kaiser. Stritzls Engagement hatte nicht nur Einfluss auf die Bürger sondern auch auf die Landespolitik. „Als Mitglied der Konsensgruppe hatte er großen Anteil an der Ortstafellösung und war damit einer jener Architekten, die das Fundament für das Zusammenwachsen deutsch- und slowenischsprechender Landsleute legte“, sagt der Landeshautmann.
Stritzls Ableben hinterlässt eine große Lücke, wie ÖVP-Landesparteiobmann und Landesrat Martin Gruber in Würdigung seines Wirkens betont: „Heinz Stritzl war regionalverbundener Weltbürger und mahnender Humanist: Mit seinem Weitblick hat er die Regionalität nachhaltig in den Regionalausgaben der Kleinen Zeitung verankert. Und er prägte die Kärntner Medienlandschaft und Gesellschaft als einer, der immerwährend die Stimme erhob, um an das Gute in den Menschen und für ein besseres Miteinander zu appellieren.“
„Heinz Stritzl war ein besonderer Mensch, der den Kärntnern als Mahner aber auch als Brückenbauer sowie Mann des Dialogs und der Kooperation ewig in guter Erinnerung bleiben wird. Er hat Missstände aufgezeigt und sich immer für ein soziales Kärnten starkgemacht.“ Mit diesen Worten trauert „Team Kärnten“-Chef Gerhard Köfer über den Tod des langjährigen Chefredakteurs der „Kleinen Zeitung“. Köfer streicht vor allem auch das Engagement Stritzls in der Kärntner Konsensgruppe hervor: „Stritzl hat hier enorm wichtige und wegweisende Entwicklungs- und Verständigungsarbeit im Sinne des Bundeslandes und seiner Bürger geleistet. Von dieser visionären Tatkraft wird Kärnten auch noch in den nächsten Jahrzehnten profitieren und zehren.“