Philipp Messner
Sein großes Anliegen ist die Diversität
Der Völkermarkter Philipp Messner (23) möchte als Trainer Workshops zu „LGBTQIA+“ in verschiedenen Feldern anbieten. Ein „KLiCK Kärnten“-Gespräch über das persönliche Coming-out, Diversität und „Safe Spaces“.
© KLiCK Kärnten/Grayer
In Kärnten gibt es viele Ortschaften, wo sich junge Menschen in ihrer Freizeit in Landjugend-Gruppen engagieren und sich so aktiv am Leben im ländlichen Raum beteiligen. Einer von diesen jungen Menschen ist Philipp Messner aus Völkermarkt, der seit dem Jahr 2015 Mitglied der Landjugend St. Stefan/Haimburg ist und in der Vergangenheit auch schon Bezirksobmann der Landjugend Völkermarkt war. Im November war er in Dublin (Irland) beim „Autum“-Fortbildungsseminar der „Rural Youth Europe“ mit dabei. Unter dem Motto „Rural Out Loud“ stand das Thema „LGBTQIA+“ (Bedeutung, siehe unten) im Mittelpunkt. Ein besonderes Herzensanliegen ist die Diversität, wie er im „KLiCK Kärnten“-Gespräch erklärt.
Trainerausbildung angefangen
Nach seiner Matura an der HTL Wolfsberg und dem Zivildienst beim Roten Kreuz in Völkermarkt ebnete sich der Weg für Messner in Richtung Graz, wo er heute Germanistik und Geschichte studiert. „Ich könnte mir sehr gut vorstellen, in einem Museum zu arbeiten. Aber auch als Basistrainer im Bereich ‚LGBTQIA+‘, um Vereine und Organisationen auf dieses Thema hin zu schulen“, erzählt der 23-Jährige, der gerade die dafür nötige Trainerausbildung absolviert. Auf diesem Weg möchte er in Zukunft Workshops zu verschiedenen „LGBTQIA+“-Themen anbieten, um so wichtige Aufklärungsarbeit zu leisten.
Es steckt vielmehr dahinter
Die Zeit in Irland im November verbindet der Völkermarkter mit schönen Erinnerungen und wertvollen Erfahrungen für seine zukünftige Arbeit in Kärnten. Auch neue Freundschaften entstanden, die wohl ein Leben lang bestehen bleiben. „Die ganzen Einheiten, die Spiele und Inhalte waren sehr cool“, erinnert sich Messner. „Die Leute sehen nur das, was sie auch sehen wollen. Sie haben nur ein gewisses Bild vom Land, aber was eigentlich alles bei einer Landjugend dahintersteckt, das sehen nur sehr wenige. Das ist sehr schade“, ist er überzeugt.
Persönliches Coming-out
Der 23-Jährige hatte seine „Coming-Out“ im Mai bei einem Redewettbewerb in Ebenthal. In dieser Rede brachte er sein Herzensanliegen, die Thematisierung von „LGBTQIA+“, zu Wort und verpackte darin auch sein Coming-Out. „Es war eine Erleichterung für mich. Mir wurde viel Positivität entgegengebracht. Auch meine Familie hat es positiv aufgenommen“, freut sich der Völkermarkter. Mit diesem Energiestoß der Erleichterung wird sich Messner intensiv für die „LGBTQIA+“-Themen in den nächsten Jahren einsetzen.
„Safe Spaces“ und mehr
Messners Motivation ist es, die Jugend in diesem Bereich zu schulen, dazu Kurse anzubieten und wesentliche Begriffe der „LGBTQIA+“-Community zu erklären und auch zum Beispiel die Unterschiede zwischen Geschlecht und Gender zu thematisieren. „Denn ein Otto-Normal- Verbraucher hat mit diesen Themen in den meisten Fällen nichts zu tun und schreckt eher davor zurück“, begründet Messner. Für ihn sollen Organisationen und Vereine zu „Safe Spaces“ werden, sicherere Orte für junge Menschen, die sich mit „LGBTQIA+“ identifizieren. „Mein Ziel ist es, mich nach der Ausbildung selbstständig zu machen, diese Kurse auch international anzubieten und anderen Organisationen dabei zu helfen, wie sie einen ‚Safe Space‘ erzeugen“, erklärt er.
Wissenswert
Während sich „LGBTQIA+“ aus den englischen Begriffen für „lesbisch“, „schwul“, „bisexuell“, „trans“, „queer“, „intersexual“ und „asexual“ zusammensetzt, bezieht sich das Plus auf alle weiteren Geschlechtsidentitäten. Die „LGBTQIA+“-Community schließt somit alle nicht-heterosexuellen Menschen in der Gesellschaft ein.