Christa Raich

„Lite­ra­tur ist essen­zi­ell für alles“

Im November erhielt Christa Raich (55) den mit 1.500 Euro dotierten „Newcomer Preis“ der Stadt Klagenfurt, ausgeschrieben vom Kärntner Schriftstellerverband. „KLiCK Kärnten“ lud die Autorin zum Gespräch.

„Lite­ra­tur ist essen­zi­ell für alles“Die Gailtalerin Christa Raich erhielt im November den „Newcomer Preis" der Stadt Klagenfurt.

© Thomas Hude

"KLICK Kärnten" auf Google als bevorzugte Nachrichtenquelle festlegen
Anzeige

Die Autorin Chris­ta Raich leb­te vor ihrer Rück­kehr nach Kärn­ten in Tirol und tausch­te vor 17 Jah­ren die Inns­bru­cker Luft wie­der gegen jene des Gail­tals. Zuvor stu­dier­te die aus Kötschach-Mau­then stam­men­de Raich nach ihrer Matu­ra Ita­lie­nisch und Ger­ma­nis­tik an der Alpen-Adria-Uni­ver­si­tät. „Ich habe mich schon im Vor­feld auf den Abend gefreut und der gan­ze Abend war wun­der­schön“, erin­nert sich die Autorin an die Ver­lei­hung des „New­co­mer Prei­ses“ der Stadt Kla­gen­furt zurück. An die­sem Abend las Raich auch aus ihrem Pro­sa­text vor und erhielt loben­de Kri­tik. „Die­ser Text ging mir leicht von der Hand, ich weiß nicht woher die Geschich­te nur her­kam. Anschei­nend war sie schon aus­greift. Wenn es fließt dann kommt es ein­fach“. In ihrem Brot­be­ruf ist sie Leh­re­rin an der HTL Vil­lach.

Ihre Ver­bin­dung mit Lite­ra­tur

Seit sie schrei­ben kann, schreibt sie eben. Schon als Kind ver­sank Raich in Büchern und „tauch­te in ande­re Wel­ten ab“. Und das Kopf­ki­no begann. „Zu jedem Anlass habe ich mir ein Buch gewünscht und es schnell gele­sen“, lacht sie. Schritt­wei­se ist Raich in den Lite­ra­tur­be­trieb hin­ein­ge­wach­sen, nahm erfolg­reich bei Lesun­gen und Wett­be­wer­ben teil, orga­ni­sier­te Kul­tur­ver­an­stal­tun­gen und gab Schreib­work­shops. „Mach‘ wei­ter, es ist gut“, bekam sie oft zu hören. Für die Autorin ist das Schrei­ben eine Lei­den­schaft, die kei­ne Lei­den schafft, son­dern gro­ße Freu­de. Und was bedeu­tet für sie Lite­ra­tur? „Die Lite­ra­tur ist essen­zi­ell für alles. Gebe es sie nicht, dann wären wir wirk­lich arm“, meint die Autorin bewusst.

Schrei­ben als ein­sa­me Tätig­keit

Ihre Moti­va­ti­on zu schrei­ben kann die Gail­ta­le­rin nicht wirk­lich in Wor­te fas­sen. „Schrei­ben ist eine ein­sa­me Tätig­keit“, ist sie über­zeugt. Oft woll­te sie das Schrei­ben schon sein las­sen, doch immer wie­der fand sie zurück. Impul­se für ihre Zei­len bekommt Raich im All­tag, muss die Gedan­ken schnell zu Papier brin­gen, bevor sie unter­ge­hen. „Dann muss ich manch­mal auch in der Nacht auf­ste­hen, um mei­ne Gedan­ken nie­der­zu­schrei­ben“, ver­rät sie. Die­se Emp­fäng­lich­keit spie­gelt auch die Ansicht Raichs auf das Leben wider. „Das gan­ze Leben ist eine Geschich­te. Wir alle sind Geschich­ten­er­zäh­ler“, so Raich, die mit ihrem Sohn nicht nur einen schar­fen und kri­ti­schen Zuhö­rer hat, son­dern mit ihm auch einen gemein­sa­men Reso­nanz­raum bil­det. „Er wird sozu­sa­gen durch mei­ne Tex­te zwangs­be­glückt“, lacht sie.

Raichs lyri­sches Schaf­fen

Die Autorin schreibt ins­be­son­de­re lyri­sche Tex­te, aber auch in Pro­sa. Sie kann auf Ver­öf­fent­li­chun­gen in Antho­lo­gien und Lite­ra­tur­zeit­schrif­ten zurück­bli­cken. In letz­ter Zeit hat sich zudem ein gro­ßer Kanal der Lyrik bei Raich geöff­net und viel­leicht erscheint auch bald ein Band mit ihren Gedich­ten, die aus die­sem Kanal ihren Ursprung neh­men. Für sie bleibt Kärn­ten der Beginn ihres Seins und wo ihr reges Schaf­fen sei­nen Anfang nahm. „Kärn­ten ist das, was mich seit mei­nen Kin­der­jah­ren an aus­macht. Kärn­ten ver­bin­det mich schon mein gan­zes Leben“, blickt sie zurück. Sie kön­ne sich nicht vor­stel­len, Kärn­ten für immer fern zu blei­ben.

08.01.2023 14:55 - Update am: 12.02.2023 14:29
Anzeige
„Lite­ra­tur ist essen­zi­ell für alles“Die Gailtalerin Christa Raich erhielt im November den „Newcomer Preis" der Stadt Klagenfurt.

© Thomas Hude