Vorsorge

Schneeschaufeln: Gefahr für Herz und Kreislauf

Die Internistin Doktorin Eva Ornella vom Krankenhaus der Barmherzigen Brüder St. Veit an der Glan erklärt warum besonders Herzpatienten in den kalten Monaten aufpassen müssen.

Schneeschaufeln: Gefahr für Herz und KreislaufBeim Schneeschaufeln erhöht sich das Risiko einen Herzinfarkt zu erleiden.

© Depositphotos.com/@ Syda_Productions

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20 Zentimeter Neuschnee und es herrscht Chaos auf den Straßen. Der Griff zur
Schneeschaufel ist naheliegend. Schneeschaufeln ist eine anstrengende Tätigkeit. Zahlreiche Studien zeigen, dass bei Männern das Herzinfarkt-Risiko im Winter um bis zu 16 Prozent steigt. Die meisten Infarkte sind auf Schneeräumaktivitäten zurückzuführen.
Die körperliche Belastung beim Schneeschaufeln zusammen mit dem Einatmen kalter Luft verengt die Hautgefäße und erhöht die Belastung für das Herz. Aber nicht nur die Herzkranzgefäße sind betroffen. Auch die restlichen Gefäße unseres Körpers verengen sich, das Herz muss mehr Pumpen, der Blutdruck steigt. Bei Menschen mit Risikofaktoren können diese durch arteriosklerotische Plaques ohnehin schon verengt sein.

Schlimmstenfalls droht Herzinfarkt

„Durch die Minderversorgung des Herzmuskels mit Sauerstoff kann es zu Angina pectoris Symptomatik kommen und im schlimmsten Fall droht der Herzinfarkt“, erklärt Doktorin Eva Ornella, Fachärztin an der Abteilung für Innere Medizin am Krankenhaus der Barmherzigen Brüder St. Veit an der Glan. Am Krankenhaus der Barmherzigen Brüder St. Veit an der Glan werden jährlich rund 130 Menschen mit Verdacht auf einen Herzinfarkt behandelt. Wichtig ist es langsam zu starten und Pausen einzulegen.

Schneeschaufeln nicht unterschätzen

Durch die körperliche Anstrengung steigt der Sauerstoffverbauch zusätzlich“, erklärt die Internistin. Erstaunlicherweise ist das Risiko sogar noch höher, wenn die Temperaturen knapp unter null Grad liegen. Dann ist der Schnee matschiger und schwerer und das Schaufeln noch anstrengender. Die Anstrengung durch das Schneeschaufeln haben viele Patienten, die ins Krankenhaus St. Veit eingeliefert werden, als Auslöser für „das Herzereignis“, wie es im Medizinerjargon gern heißt, selten auf dem Schirm.

Vorerkrankungen spielen eine große Rolle

Patienten mit einer bekannten koronaren Herzerkrankung oder Angina pectoris sind besonders gefährdet. „Prinzipiell gibt es fünf große Risikofaktoren für die koronare Herzerkrankung. Der größte ist immer noch das Rauchen, gleich danach kommen der erhöhte Blutdruck (art. Hypertonie), erhöhte Blutfette (Hyperlipidämie) und die Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) und Übergewicht (Adipositas)“, zählt die Fachärztin für Innere Medizin Doktorin Eva Ornella auf. Aber auch die familiäre Häufigkeit, das heißt, wenn ein Familienmitglied, mit  dem man blutsverwand ist, einen Herzinfarkt erlitten hat, gilt das als Risikofaktor.

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Doktorin Eva Ornella, Fachärztin an der Abteilung für Innere Medizin am Krankenhaus der Barmherzigen Brüder St. Veit an der Glan.
© Barmherzige Brueder

Brennen und Engegefühl in der Brust

Typische Symptome für diese Erkrankung sind zum Beispiel ein Druck oder Engegefühl in der Brust oder ein Brennen in der Herzgegend, das teils bis zur Schulter ausstrahlt. Sollten Brustschmerzen auftreten, sofort aufhören und ins Krankenhaus. Jeder Brustschmerz gehört abgeklärt“, rät die St. Veiter Ärztin.

Unterschiede bei Männern und Frauen

Laut einer schwedischen Studie gibt es einen Zusammenhang zwischen dem Wetter und einem signifikant erhöhten Infarktgeschehen durch Schneeschaufeln für Männer, für Frauen konnte dies aber nicht nachgewiesen werden. Grund dürfte einerseits sein, dass Männer ganz sterotyp einfach häufiger zur Schaufel greifen. Ein anderer, wichtiger Grund ist aber, dass sich der Herzinfarkt bei Frauen anders, häufig mit einer sogenannten atypischen Klinik präsentiert. „Statt dem typischen Brustschmerz mit Ausstrahlung in den linken Arm klagen Frauen oft über Schmerzen im Oberbauch oder im Kiefer, manchmal zeigt sich auch eine völlig unspezifische Beschwerde-Symptomatik wie Kaltschweißigkeit, Übelkeit, Erbrechen oder allgemeines Unwohlsein“, beschreibt Doktorin Ornella die Symptome. Das führt leider immer noch zu Fehlinterpretationen. Im schlimmsten Fall kann so ein Herzinfarkt sogar übersehen werden.

21.01.2023 11:00
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Schneeschaufeln: Gefahr für Herz und KreislaufBeim Schneeschaufeln erhöht sich das Risiko einen Herzinfarkt zu erleiden.

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