"Larve Me"
Bauernhaus wurde Insekten-Eldorado
Lisa Marie-Schaden hat ein Herz für kleine Krabbler. In einem alten Bauernhaus in Lavamünd gründete sie mit „Larve Me“ die erste bio zertifizierte Wurmfarm Österreichs. Hier im Insekten-Kompetenzzentrum wird dem Besucher auf 30 Stationen Wissenswertes über die Tiere vermittelt.
Von außen wirkt es unscheinbar, das Bauernhaus am Rande der Ortschaft Zeil bei Lavamünd. Im Inneren verbirgt sich darin die größte Mehlwürmer-Zucht Österreichs. „Larve Me“ nennt sich das Start-up, das Mikrobiologin und Gründerin Lisa-Marie Schaden im April 2022 mit zwei Gesellschaftern und sieben Mitarbeitern ins Leben gerufen hat.
Insekten-Liebe im Studium entdeckt
Die Leidenschaft für Insekten entdeckte die heute 33-Jährige bereits im Studium an der Uni Graz: „Wir haben für eine Ernährungsstudie im Bereich Regenerationsprozesse Mehlwürmer gezüchtet, weil sie viele wertvolle Fette und Proteine enthalten.“ Die richtige Zucht begann aber erst im Jahr 2016 wo ein alter Bauernhof reaktiviert wurde und die erste bio zertifizierte Wurmfarm in Österreich entstand. 2022 ergab sich dann die Möglichkeit, eine große bestehende Farm zu übernehmen, die zum Teil zu einer “Insekten-Erlebniswelt” ausgebaut wurde. Mittlerweile werden sogar Koch- und Zuchtkurse angeboten.
30 Stationen laden zum Entdecken ein
„Wir produzieren zum einen Insekten als Nahrungsmittel für Zoos und Tiergärten und für Endverbraucher im privaten Bereich“, klärt die gebürtige Südoststeirerin auf. Darüber hinaus können Besucher auf 30 Stationen in die Welt der kleinen Mitbewohner eintauchen. Zu bestaunen gibt es Insekten wie Stabheuschrecken, Madagaskar Schaben, Schokoschaben, Wandelnde Blätter, Soldatenfliegen, Wachsmotten, verschiedene Käferarten wie Hirschhornkäfer und Afrikanische Glanzkäfer. Obendrein werden verschiedene Insektenfresser wie Afrikanische Weißbauchigel, Fische, Schildkröten, Chamäleons und Weichtiere wie Achatschnecken und verschiedene Regenwurmarten gezeigt. „Momentan stellen wir unsere Experimentierküche fertig, ein Forschungs- und Workshopbereich ist ebenso in Planung. Hier will man Interessierten alles über die Zucht von Insekten vermitteln.
Futtermittel von lokalen Anbietern
Der Ukraine-Krieg, die hohen Energiekosten und die Futtermittelknappheit beeinflussen das Insektenbusiness stark. „Wir sind froh, dass wir bei den Futtermitteln zu großen Teilen auf lokale Landwirte bauen können“, zeigt sich Schaden erleichtert. Die Tiere brauchen tägliche Pflege, saubere Unterkünfte und gesundes Futter, das braucht viel Zeit und Sorgfalt. „Vor allem die Nachzucht der Insekten ist oft schwierig, weil sie sehr spezielle Ansprüche haben wie Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Futterzusammenstellungen“.
Kompetenzzentrum für Insekten geplant
„Das Thema Ernährungssicherheit ist aktueller denn je, deshalb möchten wir zum Kompetenzzentrum für Insektenzucht werden“, berichtet Schaden. Die Vorteile von Würmern und Insekten als Fleisch-Ersatz sprechen für sich. „Die Tiere sind gesund, proteinreich und deren Aufzucht nimmt wenig Platz ein. Die Grillen, Mehlwürmer und Heuschrecken stoßen kaum Treibhausgase aus und verbrauchen einen Bruchteil an Wasser, das vor allem nur wegen der hohen Luftfeuchtigkeit benötigt wird. „Gefüttert werden sie mit Nebenprodukten, die in der Lebensmittelproduktion entstehen“. Etwa mit Kleie, die beim Mahlen von Getreide übrigbleibt. „So steht das Futter der Insekten nicht in Konkurrenz mit unseren Nahrungsmitteln“, versichert die Insekten-Expertin.
- Neben Würmern, Insekten & Co. können Besucher in Lavamünd bei “Larve Me” auch mehrere Insektenfresser bestaunen.
- Lisa-Marie Schaden hat ein Herz für kleine Krabbler.
- Auf 30 Stationen wird den Besuchern die Welt der Insekten und der Insektenfresser erklärt.
- Lisa-Marie Schaden und ihr Team haben ein Herz für Insekten.

