Stallpflicht

Ein Wintergarten schützt die Hühner

Am Biohof Schnitzer der Familie Obereder in Gnesau leben rund 6.000 Hühner in einem Wintergarten, gut geschützt vor der Vogelgrippe. Was sonst noch zum Schutz der Hühner passiert, das erzählt Landwirt Dieter Obereder den „KLiCK Kärnten“ Usern.

Ein Wintergarten schützt die Hühner Dieter Obereder setzt mit Sohn Alexander auf Bio-Eier.

© Privat

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In Europa grassiert wieder einmal die Vogelgrippe. Die ist zwar für den Menschen ungefährlich, jedoch reicht im Hühnerstall ein Krankheitsfall, um sämtliche Hühner im Stall notschlachten zu müssen. Daher erließ das Gesundheitsministerium eine Stallhaltepflicht für Geflügelbetriebe und Hobbyhaltungen ab 50 Tieren in 62 Kärntner Gemeinden. So auch in Gnesau am Biohof Schnitzer der Familie Obereder, wo rund 6.000 Hühner leben.

Ein großer Wintergarten

„Aufgrund der Stallpflicht bewegen sich unsere Tiere ausschließlich im Stall und im großen Wintergarten, der nach außen hin abgeschlossen ist. Als Biolegehühnerhalter haben wir nur die halbe Anzahl von Hühnern im Stall. Wären wir ein normaler Hühnerlegebetrieb, dürften wir 12.000 Hühner halten“, erklärt Seniorchef Dieter Obereder. Die Arbeit am Biohof teilt sich Obereder mit seinem Sohn Alexander.

Biologische Fütterung

Ein Biohuhn braucht mindestens zehn Quadratmeter Auslauf und muss biologisch gefüttert werden. „Die Vogelgrippe hat bisher keine Auswirkungen auf den Verkauf gehabt. Von den Kunden wird gelegentlich hinterfragt, wie es unseren Hühnern geht. Wenn ich den Kunden dann erkläre, wie unsere Hühner gehalten werden, sind sie beruhigt“, erzählt der Hühner-Landwirt.

Die Absicherung

Einen technischen Defekt wie zuletzt in einem Hühnermastbetrieb im Lavanttal, wo rund 18.000 Hühner den Tod gefunden haben, schließt Obereder für seinen Betrieb aus. „Wir haben die Technik dreifach abgesichert. Wenn zum Beispiel die Lüftung ausfallen würde, dann bekomme ich sofort Alarm auf mein Handy, der gleichzeitig auf die Handys meiner Frau und meinem Sohn Alexander weitergeleitet wird. Bei einem Stromausfall startet zudem sofort das Notstromaggregat. Außerdem können die Hühner jederzeit in den Wintergarten hinauslaufen, da ist alles frei und offen für die Luftzufuhr“, klärt Obereder auf.

Gute Partner

Die Bioeier vom Biohof Schnitzer in Gnesau werden hauptsächlich an die gehobene Gastronomie, an diverse Wiederverkäufer und ins REWE-Regionalregal von 20 Filialen geliefert. „Wir haben gute Partner und wir setzen auf vernünftige Preisgestaltung. Unsere Spanne ist eng, aber wir werden es durchstehen und mit zahlbaren Preisen am Boden bleiben“, verspricht der Bio-Bauer. Energietechnisch ist der Betrieb mit einer Photovoltaik-Anlage abgesichert. „Damit sind wir zu 90 Prozent autonom“, schließt Dieter Obereder.

 

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Die Hühner am Biohof Schnitzer haben einen eigenen Wintergarten.
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24.01.2023 10:00
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Ein Wintergarten schützt die Hühner Dieter Obereder setzt mit Sohn Alexander auf Bio-Eier.

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