Diensthunde-Ausbildung
Kärntner Polizei bekommt Verstärkung auf vier Pfoten
Die belgischen Schäferhunde Duke und Hector sollen Kärntner Polizeibeamte in Zukunft im Einsatz unterstützen. Zuerst müssen die Vierbeiner im Diensthundestützpunkt Annabichl in Klagenfurt allerdings erst die zweijährige Ausbildung durchlaufen. Gleichzeitig werden zwei junge Polizei-Hundeführer ausgebildet.
© Polizei Kärnten
„Am Anfang stellen wir fest, ob Duke und Hector für die Ausbildung zum Polizeihund geeignet sind“, erklärt Landesausbildungsleiter Egon Muggi. Das passiert im Diensthundestützpunkt Annabichl. Hier erlernen die Vierbeiner zusammen mit ihren Herrchen die Grundkenntnisse, die ein Polizeihund haben muss. Die Tiere werden sozialisiert und an ihre Herrchen gewöhnt. „Erst nach positiver Grundausbildung werden die Polizeihunde zu Suchtmittel‑, Sprengstoff‑, Leichen‑, Banknoten‑, Brandmittel- oder zu Personenspürhunden ausgebildet.“
Mehr als nur Beruf
„Das ist mehr als nur Teil des Berufes”, sagt Hundeführer Matthias der seinen Nachnamen aus Datenschutzgründen nicht preisgeben will: Die Ausbildung von Hunden hat ihn schon immer interessiert und stellt für ihn, der von klein auf mit Vierbeinern aufgewachsen ist, keine Herausforderung dar. „Es gibt nichts Schöneres, als Beruf mit Hobby zu verbinden“, sagt er und ist sich der großen Verantwortung bewusst. Der angehende Polizeidiensthund lebt nämlich bei Matthias zuhause. Täglich steht ein zeitintensives Training am Programm. „Eine Fernreise im Urlaub kann ich mir mit dem Tier nicht erlauben“, bringt es der Polizeihundeführer in Ausbildung auf den Punkt.

Training mit Klicker und Leckerlies
Mit Leckerlis werden die Tiere spielerisch auf ihre Aufgaben vorbereitet. Das Ende jeder Übung wird mit dem Klicker angezeigt. „Das hat den Vorteil, dass dieser im Vergleich zur menschlichen Stimme, die je nach Gemütsregung variiert, immer gleich klingt“, erklärt Muggi. Ob die Hunde wirklich für den Polizeidienst geeignet sind, wird sich erst nach der Überprüfung zeigen. „Die gesundheitlichen Komponenten müssen stimmen, das kann man jetzt noch nicht sagen“, klärt der Landesausbildungsleiter auf.

Hunde leben bei Polizistenfamilie
„Entscheidend ist eine von gegenseitigem Vertrauen geprägte Partnerschaft“, informiert Muggi. Sie ist das Nonplusultra für die erfolgreiche Ausbildung von Diensthund und Hundeführer. Deshalb lebt ein Diensthund auch im Familienverband mit seinem Hundeführer und darf bei diesem auch seinen „Ruhestand“ verleben, den er in der Regel mit elf Jahren antritt. Auch regelmäßige Übungstage in der Aktivzeit des Hundes tragen wesentlich dazu bei.

Polizeihund Dakar geht in Pension
Dakar, ebenfalls ein belgischer Schäfer, gehört auch zum Klagenfurter Stützpunkt. Er liebt es noch immer zu spielen. Nach gut 1.500 Einsätzen in neun Jahren darf er nun seine „Pension“ genießen. In Kärnten gibt es übrigens 27 Polizeidiensthundeführer, die ihren Dienst zusammen mit ihren Polizeihunden bestreiten. Die Beamten sind der Polizeidiensthundeinspektion Klagenfurt und der Polizeiinspektion Paternion zugeteilt. „Somit können sie bei Bedarf schnell in ganz Kärnten zum Einsatz kommen“, informiert der Landesausbildungsleiter.