Bärlauch-Saison
Natürliches Superfood aus den Kärntner Wäldern
Frühlingszeit ist Bärlauchzeit. Das wilde Kraut ist in Kärntens Küchen sehr begehrt und lässt sich vielfältig verarbeiten. Aber beim Sammeln gibt es einiges zu beachten. "KLiCK Kärnten" hat das Wichtigste für Sie zusammengefasst, inklusive einem g'schmackigen Rezept.
Langsam aber sicher beginnt der Frühling in Kärnten. Sonnenhungrige Spaziergänger haben ja vielleicht schon jetzt den würzigen Geruch bemerkt, der ein untrügliches Zeichen für den beliebten Bärlauch ist.
Wann hat Bärlauch Saison?
Bärlauch wächst in Kärnten ab Mitte März, die genaue Saison ist aber natürlich abhängig vom Wetter. Am wohlsten fühlt sich das Kraut in Auwäldern, also Waldgebieten entlang von Bächen oder Flüssen. In Kärnten sind deshalb die Wege entlang der Drau in Unterkärnten oder der Eichholzgraben bei Villach gute Startpunkte für die Suche. Aber auch in Laubwäldern fühlt sich das Kraut heimisch. Bärlauch kann bis zu seiner Blütezeit geerntet werden, also circa bis Anfang Mai. Zwar kann man das Kraut auch danach noch pflücken, aber es rentiert sich nicht mehr. Denn das Kraut verliert nach der Blüte seinen Geschmack.
Wie erkenne ich Bärlauch?
Leider sieht Bärlauch ähnlich aus wie Maiglöckchen oder Herbstzeitlose – und diese sind für den Menschen sehr giftig! In Österreich kommt es sogar immer wieder zu Todesfällen durch die Verwechslung mit anderen Pflanzen. Wer sich nicht sicher ist, der sollte Bärlauch also lieber auf den Märkten kaufen, statt ihn selbst zu pflücken. Prinzipiell gilt: Wenn man die Blätter des Bärlauchs zwischen den Fingern zerreibt, dann entwickeln sie einen Knoblauchähnlichen Geruch. Aber Vorsicht: Der Geruchstest funktioniert nur bei der ersten Probe, weil der intensive Duft an den Fingern haften bleibt.
Man kann sich aber auch auf seine Augen verlassen, wenn man genau hinschaut. Denn Bärlauchblätter haben jeweils einen Stiel, der aus dem Boden wächst. Bei Maiglöckchen wachsen hingegen zwei Blätter an einem Stiel. Die Blätter der Herbstzeitlosenblätter wachsen wiederum in einer Rosette und ohne Stiele direkt aus dem Boden. Bärlauch hat zudem eine matte Blattunterseite, bei Maiglöckchen hingegen sieht sie glänzend aus. Herbstzeitlose haben sowohl eine grün glänzende Ober- als auch Unterseite bei den Blättern.
Wie wird Bärlauch geerntet?
Die Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) empfiehlt, die Blätter einzeln zu ernten – denn wer sie büschelweise ausreißt, könnte aus Versehen einen der giftigen „Doppelgänger“ des Bärlauchs mit ernten.
Nach dem Trocknen oder Einfrieren verlieren die Blätter ihren Geschmack. Es zahlt sich also nicht aus, Bärlauch zu horten oder mehr mitzunehmen, als man tatsächlich rasch verarbeiten kann. Die Pflanzen sollten auch nicht massenhaft ausgegraben, sondern pro Pflanze sollten nur wenige Blätter gepflückt werden. Schließlich soll sich der Bärlauch weiter verbreiten können – wer rücksichtslos erntet, der tut weder der Natur noch anderen Sammlern etwas Gutes.
Wie wird Bärlauch zubereitet?
Prinzipiell sollte Bärlauch nicht gekocht, sondern erst gegen Ende den Gerichten hinzugegeben werden. Der Grund: Durchs Kochen verliert das Kraut seinen Geschmack. Am besten ist es daher, die würzige Zutat roh zu zerkleinern oder zu zerstampfen. Zuvor sollte der Bärlauch aber unbedingt sehr gründlich gewaschen werden. Denn es könnten die Eier des Fuchsbandwurms daran haften, der so in den menschlichen Körper gelangen kann.
Ist Bärlauch gesund?
Das beliebte Kraut kann den Blutdruck senken und enthält viel Vitamin C. Zudem enthält zerkleinerter Bärlauch Allicin, das wie ein natürliches Antibiotikum wirkt. Schwangeren und stillenden Frauen wird dennoch vom Verzehr abgeraten. Alle anderen können sich die saisonale Köstlichkeit aber schmecken lassen – vorausgesetzt, man übertreibt es nicht, weil bei zu hohem Konsum Magen-Darm-Probleme auftreten können.
Rezept: Bärlauch-Carbonara
Zutaten für 4 Portionen: 500 g Spaghetti, 100 g Bärlauch, 125 ml Schlagobers, 3 Eidotter, 125 g Schinken (Prosciutto), 100 g Parmesan, Salz und Pfeffer.
- Bärlauchblätter abspülen, trocknen lassen und grob hacken.
- Bärlauch mit Schlagobers in einer Schüssel pürieren.
- Schinken in Streifen schneiden und Parmesan reiben.
- Spaghetti in Salzwasser bissfest kochen und abseihen.
- Die noch heißen Spaghetti zurück in den Topf geben und mit den Eidottern, der Bärlauchcreme, dem Schinken und der Hälfte des Parmesans abrühren. Nach Geschmack salzen und pfeffern. Topf dabei nicht mehr auf die heiße Herdplatte stellen.
- Mit dem restlichen Parmesan bestreuen und schnell servieren.



