Gesund & munter

Tipps gegen Früh­jahrs­mü­dig­keit

"Fit in den Frühling" klingt für manche wie ein Witz - sie würden lieber den Winterschlaf verlängern, anstatt aufzublühen. Woran liegt das? Und was hilft dagegen? Tipps für mehr Frühlingsfreude.

Tipps gegen Früh­jahrs­mü­dig­keit Gähn!!! Warum macht der Frühling so müde? Und, viel wichtiger: Wie werden wir fit?

© Engin Akyurt_Pixabay

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Vogel­ge­zwit­scher, son­nen­hel­le Tage, blü­hen­de Blu­men und Sträu­cher — so schön der Früh­ling auch ist, irgend­wie macht er müde. Eine Dia­gno­se für “Früh­jahrs­mü­dig­keit” gibt es nicht, den­noch füh­len sich vie­le Men­schen der­zeit eher schlapp als fit. Das kann unter­schied­li­che Grün­de haben.

Der Win­ter hin­ter­lässt Spu­ren

Einer davon ist der Wet­ter­um­schwung, meint die Kla­gen­fur­ter TCM-Ärz­tin Susan­ne Nach­ti­gall: “Der Über­gang zwi­schen den Jah­res­zei­ten bedeu­tet defi­ni­tiv eine Umstel­lung für den Kör­per. Erkran­kun­gen und Infek­te in den Win­ter­mo­na­ten haben das Immun­sys­tem geschwächt und mög­li­cher­wei­se wich­ti­ge Reser­ven im Kör­per auf­ge­braucht, die nun wie­der gefüllt wer­den wol­len.”

Die Spei­cher wie­der auf­fül­len

Ein Klas­si­ker ist der Vit­amin D‑Spiegel, der durch man­geln­des Son­nen­licht, sowie mit jedem Infekt und bei Streß sinkt. “Ein Man­gel an Vit­amin D ist in unse­ren Brei­ten im Win­ter sehr wahr­schein­lich. Das kann sich nega­tiv auf die Psy­che und das per­sön­li­che Ener­gie­emp­fin­den aus­wir­ken”, sagt die Ärz­tin.

Kommt jemand mit Antriebs­lo­sig­keit und außer­ge­wöhn­li­cher Müdig­keit in ihre Ordi­na­ti­on, gibt eine Blut­ana­ly­se Auf­schluss über Eisen- und Schild­drü­sen­wer­te. “Mit der Zufuhr von Nähr­stof­fen las­sen sich gute Erfol­ge erzie­len. Auch die Ver­sor­gung mit Ome­ga-3-Fett­säu­ren ist wesent­lich. Gute und hoch­wer­ti­ge Nähr­stof­fe brin­gen lang­fris­tig mehr Ener­gie als Kicks mit Kof­fe­in, Guar­a­na oder ähn­li­chen auf­put­schen­den Sub­stan­zen.”

Hor­mon­check

Auch hor­mo­nel­le Schwan­kun­gen kön­nen hin­ter den Sym­pto­men einer Früh­jahrs­mü­dig­keit ste­cken: “Geschlechts- und Stress­hor­mo­ne, wie Östro­gen, Pro­ges­te­ron und Cor­ti­sol, wer­den in der Neben­nie­re gebil­det. Wer die Neben­nie­re stärkt, oder einen Man­gel an Hor­mo­nen mit bio­iden­ten Prä­pa­ra­ten aus­gleicht, kann auf phy­sio­lo­gi­scher Ebe­ne gut nach­hel­fen.”

Früh­jahrs­putz für die See­le

Für die All­ge­mein­me­di­zi­ne­rin und TCM-Ärz­tin spielt der per­sön­li­che Lebens­stil eine essen­zi­el­le Rol­le für das per­sön­li­che Wohl­be­fin­den. “Den klas­si­schen Früh­jahrs­putz kann man auch auf sein See­len­le­ben anwen­den, indem man sich selbst ehr­lich fragt: Bin ich auf der rich­ti­gen Spur? Oder bin ich in Struk­tu­ren gefan­gen, die mir nicht gut tun? Was ist mir wirk­lich wich­tig?” Der größ­te Ener­gie­räu­ber sind aus ihrer Sicht Lebens­um­stän­de, die einen dar­an hin­dern, sei­ner Bestim­mung zu fol­gen und im sprich­wört­li­chen Fluss des Lebens zu sein.

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Dr. Susan­ne Nach­ti­gall ist TCM-Ärz­tin in Kla­gen­furt. Neben einer Abklä­rung mög­li­cher kör­per­li­cher Ursa­chen für außer­ge­wöhn­li­che Schlapp­heit emp­fiehlt sie auch einen “Früh­jahrs­putz für die See­le”, mehr Acht­sam­keit und bewuss­te Ent­schei­dun­gen im All­tag.
© Danie­la Ebner

1x täg­lich “Zeit für mich”

Dr. Susan­ne Nach­ti­gall ist ein Fan von Rou­ti­nen. Sie emp­fiehlt die täg­li­che Dosis “Zeit für mich”: “Sei es in Form einer Medi­ta­ti­on oder eines Tage­buchs. Das hilft uns, das Gedan­ken­kar­ru­sell im Kopf zur Ruhe zu brin­gen.” Lei­den wir an kör­per­li­chen Sym­pto­men, soll­ten wir sie wahr­neh­men und erkun­den, wor­in die Ursa­chen dafür lie­gen. Sie sind oft ein Hin­weis auf Lebens­um­stän­de, die nicht gut tun. Was zum nächs­ten Tipp für mehr Ener­gie und Lebens­freu­de führt: “Die bewuss­te Ent­schei­dung, was ich über mei­ne Sin­ne in mei­nen Kör­per rein­las­se: wel­che Medi­en kon­su­mie­re ich? Mit wel­chen Men­schen tref­fe ich mich? Neh­me ich Nah­rung zu mir, die mich wach­sen lässt?”

Raus in den Früh­ling!

Was sonst noch gegen die Schlapp­heit im Früh­ling hilft, ist ein­fach: raus an die fri­sche Luft! “Egal oben es reg­net, scheint oder son­nig ist — wir brau­chen das Tages­licht. Das bringt die bio­lo­gi­sche Uhr ins Lot und macht uns wacher”, betont Nach­ti­gall. Die Win­ter­mo­na­te haben ihre Spu­ren hin­ter­las­sen — nun ist die bes­te Gele­gen­heit, um die auf­ge­brauch­ten Reser­ven wie­der auf­zu­fül­len.

12.04.2023 08:00
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Tipps gegen Früh­jahrs­mü­dig­keit Gähn!!! Warum macht der Frühling so müde? Und, viel wichtiger: Wie werden wir fit?

© Engin Akyurt_Pixabay