Ostern in Kärnten
Warum ist eigentlich der Karfreitag ein Feiertag?
Am Karfreitag gedenken Christen weltweit dem Leiden und Sterben Jesu Christi. Auch in Kärnten ist der Karfreitag ein stiller Feiertag, an dem in der Regel keine Glocken läuten. Aber was sind eigentlich die Hintergründe dieses besonderen Feiertages? Klick Kärnten hat die wichtigsten Fragen und Antworten zusammengefasst.
Die Erstkommunionkinder und weitere Ratschenkinder mit Begleitpersonen und Wolfgang Viertlmayr (hinten rechts), Obmann der Gemeinschaft Tainach© Gemeinschaft Tainach
Woher kommt der Name “Karfreitag”?
Der Name stammt vom althochdeutschen Wort „kara“ ab und bedeutet Kummer, Klage, Trauer. Sowohl am Karfreitag als auch am Karsamstag finden in den Kirchen keine “regulären Messen” statt. Stattdessen besteht die Möglichkeit, an besonderen Gottesdiensten und liturgischen Feiern teilzunehmen. In Österreich ist eine feierliche Prozession im Anschluss an den Karfreitagsgottesdienst üblich, bei der Jesus Christus symbolisch zu Grabe getragen wird.
Die Katholische Kirche Kärnten hat auf ihrer Website eine Auflistung mit Gottesdiensten und Kreuzgängen zusammengestellt.
Warum sind Fleischgerichte am Karfreitag verpönt?
Am Karfreitag wird in vielen christlichen Kulturen kein Fleisch gegessen, da dieser Tag als ein Tag der Trauer und des Gedenkens an den Tod Jesu Christi angesehen wird. Aus diesem Grund soll auf blutige Speisen, also Fleisch, verzichtet werden. Stattdessen wird an diesem Tag oft Fisch oder eine vegetarische Mahlzeit gegessen. Auch in der katholischen Kirche ist der Karfreitag ein strenger Fast- und Abstinenztag.
Was ist am Karfreitag passiert?
In der christlichen Tradition wird angenommen, dass Jesus am Karfreitag gekreuzigt und gestorben ist.
Ist der Karfreitag in Österreich ein gesetzlicher Feiertag?
Nicht mehr. In Österreich war der Karfreitag zwar bis 2019 ein gesetzlicher Feiertag für Protestanten und Angehörige der alt-katholischen Kirche. Seit 2019 müssen aber auch sie am Karfreitag arbeiten, nachdem der Europäische Gerichtshof die bisherige gesetzliche Regelung aufgehoben hat. Zuvor war der Karfreitag je nach Konfession entweder ein Feiertag oder nicht. Die unterschiedliche Regelung führte zu Verwirrung und sogar zu einem Gerichtsfall, bei dem ein Mann eine Strafe zahlen musste, weil er an Karfreitag in einer Kurzparkzone ohne Parkschein geparkt hatte und argumentiert hatte, dass der Karfreitag für Protestanten ein Feiertag sei.
Was haben Osterratschen mit dem Karfreitag zu tun?
Die “Osterratschen” gehen auf einen Brauch in der Vergangenheit zurück: Früher zogen am Karfreitag, wenn keine Kirchenglocken mehr ertönen durften, die “Ratschenbuben” morgens, mittags und abends von Haus zu Haus. Häufig verkündeten sie durch die Ratschen die vollen Stunden. Ab neun Uhr vormittags ruhte am Karfreitag die Feldarbeit. Dafür wurden Haus und Hof blitzblank gesäubert.
Auch heute ziehen in manchen Regionen noch Kinder und Jugendliche mit hölzernen Ratschen durch die Straßen, um den Klang der Kirchenglocken zu ersetzen, die während der Karwoche und am Karfreitag verstummt sind. Auch in Tainach gibt es diesen Brauch — Klick Kärnten hat im Vorjahr darüber berichtet.
