Frühling
Zecken: Auch unsere Haustiere brauchen Schutz!
Der Frühling steht vor der Tür und so auch die Zeckensaison. Welcher Haustierbesitzer kennt das nicht? Man krault Hund oder Katz und entdeckt eine Zecke. Auf die leichte Schulter nehmen sollte man das keinesfalls, denn: der Kontakt zu Parasiten kann auch für Herrchen und Frauchen fatale Folgen haben. "KLiCK"-Kärnten hat Tierärztin Sarah Semmelrock zum Interview gebeten.
© TiKo
Zecken können gefährliche Krankheitserreger übertragen und schlimme Infektionen hervorrufen“, weiß die Villacher Tierärztin Sarah Semmelrock. Daher sollte die Vorsorge dagegen zum Alltag der Tierbesitzer gehören. Vor allem Hunde brauchen Auslauf und verbringen viel Zeit in der Natur. Sie streifen durchs hohe Gras, laufen über Wiesen oder durchs Unterholz. “Hier halten sich die Zecken auf, die die Tiere im Vorbeistreifen mit nach Hause nehmen können”, berichtet Semmelrock.
Zecken können 50 Krankheitserreger übertragen
Ebenso wie Menschen können sich auch die Vierbeiner durch Zeckenstiche Infektionen zuziehen. Denn Zecken können mit ihrem Stich über 50 verschiedene Krankheitserreger übertragen. „Dazu gehören zum Beispiel die Erreger von Borreliose, Babesiose, Ehrlichiose oder Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). Viele dieser Erkrankungen können zu lebensbedrohlichen Zuständen, wie etwa Anämie (Blutarmut) führen. Sowohl die Diagnostik als auch Behandlung gestalten sich oft als sehr langwierig, schwierig und kostenintensiv“, mahnt Semmelrock.
Auch Menschen können Betroffen sein
Obwohl Zecken weitaus häufiger Tiere befallen, sollten auch Menschen vorsorgen. Tierhalter sollten nicht nur in der Natur, sondern auch in den eigenen vier Wänden aufpassen, denn Hund und Katze können Zecken in die Wohnräume schleppen. Nach einem Zeckenstich erkranken Menschen am häufigsten an Borreliose und FSME. „Eine Borreliose-Infektion kann mit Antibiotika behandelt werden, die FSME hingegen ist mit Medikamenten nicht heilbar“, betont Semmelrock. Da diese Krankheit schwerwiegende Folgen, wie dauerhafte Lähmungen oder Sprechstörungen, haben kann, sollte man Vorsorgemaßnahmen ergreifen.
Zeckenvorsorge bei Haustieren
Um Haustiere zu schützen, gibt es verschiedene Maßnahmen. Dazu gehört das regelmäßige Absuchen der Vierbeiner, nachdem sie draußen waren. „Noch krabbelnde oder bereits festgesogene Zecken sollten schnell entfernt werden“, sagt die Tierärztin: „Es gibt verschiedene Produkte am Markt, die entweder das Anbeißen der Zecken ganz verhindern ‑sogenannte „repellierende Wirkstoffe“ — oder dafür sorgen, dass die Zecke kurz nach Biss abstirbt“.
Spot, Tabletten oder Halsbänder
Diese Präparate sind entweder als Spot on, die man auftropfen kann, Tabletten oder Halsbänder erhältlich. Es gilt hier individuell zu entscheiden, welches Präparat für das jeweilige Tier geeignet ist — Geht der Hund oft baden, ist das Haustier Magen-/Darmtrakt empfindlich, gibt es Unverträglichkeiten gegen bestimmte Wirkstoffe (Achtung MDR 1 positive Hunde!) Übrigens: Hunde können – im Gegensatz zum Menschen – gegen Borreliose geimpft werden.
Es gibt eine Vielzahl von Wirkstoffen am Markt:
- Spot on Präparate
Das sind Präparate, die direkt auf die Haut aufgetragen werden. Der Wirkstoff bleibt auf der Körperoberfläche in den Talgdrüsen und verhindert das Festsetzen der Zecke (repellierende Wirkung). Diese Präparate halten je nach Wirkstoff (3) 4–12 Wochen zeckenfrei. Diese Art der Zeckenprophylaxe ist für Hunde, die viel baden gehen nicht gut geeignet.
Die Zecke muss sich am Patienten festsaugen und den Wirkstoff aufnehmen und stirbt dann ab. „Man findet trotzdem Zecken am Tier, allerdings tote“. Es gibt auch hier verschiedene Präparate, die vier bis zwölf Wochen Wirkung zeigen.
- Halsbänder
Halsbänder bieten wohl mit 6–8 Monaten (je nach Präparat) die längste Wirkdauer. Es gibt auch Halsbänder mit repellierender Wirkung.

Vorsorgemaßnahmen für Menschen
Zu diesen Vorsorgemaßnahmen gehört die Wahl der richtigen Kleidung, denn sie kann den Spinnentieren den Zugang zur Haut erschweren, aber auch die Verwendung von Repellents, insektenabweisenden Sprays. Ebenso wie das Absuchen des Haustiers sollte man auch den eigenen Körper nach jedem Aufenthalt in der Natur oder näherem Kontakt mit dem Haustier nach Zecken absuchen. „Gegen eine FSME-Infektion ist Impfen die beste Vorsorge“.
