Kärntner berichten
“Der Vierbergelauf ist jedes Jahr einzigartig!”
Tausende Kärntner nehmen jedes Jahr am Vierbergelauf teil. Klick Kärnten hat mit zwei von ihnen gesprochen. Beide genießen die Ruhe und Bescheidenheit während der Wallfahrt. Ihr Credo: "Man braucht nicht viel, um glücklich zu sein."
Tausende Kärntner nehmen jedes Jahr am Vierbergelauf teil, um vier Mittelkärntner Berge und eine Wegstrecke von insgesamt 50 Kilometer zu bewältigen. Ein Großteil davon wird in völliger Dunkelheit zurückgelegt: Denn die Kreuzträger brechen erst nach der heiligen Messe um Mitternacht zum Marsch auf.
Jedes Jahr ist unterschiedlich
Einer von jenen, die sich jedes Jahr von Neuem der Herausforderung stellen, ist Werner Glanzer (55). Er nimmt heuer bereits zum 35. Mal am Vierbergelauf teil — gemeinsam mit einem Freund, den er einst sogar selbst am Vierbergelauf kennengelernt hat. “Jeder Lauf ist einzigartig”, ist der Kärntner überzeugt. Die eigene körperliche Verfassung, die Wetterbedingungen und die Gespräche mit den anderen Teilnehmern seien von Jahr zu Jahr unterschiedlich.
“Heuer war es zu Beginn nass und kalt, gegen 11 Uhr ist dann die Wolkendecke aufgerissen”, berichtet Glanzer, der die Faszination des Vierbergelaufes schon von klein auf kennengelernt hat. “Unser Hof befand sich am Fuße des Lorenziberges”, erzählt er. “Damals gab es noch keine Shuttlebusse. Viele Pilgerer kehrten nach Bewältigung der Strecke bei uns ein.”
Stirnlampen gab es noch nicht
Mit 15 Jahren nahm Glanzer das erste Mal selbst an der Wallfahrt teil. “Jeder Pilger war mit drei Fackeln ausgerüstet”, erinnert er sich. “Die Batterien der Taschenlampen reichten zu dieser Zeit für maximal zwei Stunden. Stirnlampen gab es noch nicht. Auch das Schuhwerk war damals noch ein anderes.”
Die Begeisterung für den Vierbergelauf ist aber nach wie vor ungebrochen. Was Glanzer am meisten fasziniert, ist die Ruhe während der Wallfahrt: “Jeder ist in sich gekehrt, es gibt keine Handygeräusche. Es ist sehr meditativ.”
“Man braucht nicht viel um glücklich zu sein. Essen, Trinken und warme Kleidung reichen völlig.”
Gerd Streicher
Man wird bescheiden
Der spirituelle Aspekt reizt auch Gerd Streicher (38) am Vierbergelauf. “Während des Gehens habe ich Zeit zum Reflektieren, im Alltag komme ich selten dazu”, erklärt Streicher, der in seiner Freizeit als Kamerad der Freiwilligen Feuerwehr St. Donat im Einsatz ist. Vor allem werde ihm aber durch das Pilgern eines bewusst: “Der Mensch braucht nicht viel zum glücklich sein. Essen, Trinken, warme Kleidung und Gesellschaft reichen vollkommen.”
Die Bedingungen für den Vierbergelauf seien in diesem Jahr optimal. “Nachts war die Temperatur konstant, jetzt erleben wir strahlenden Sonnenschein”, freut sich Streicher, der sich auch nächstes Jahr wieder dem Vierbergelauf stellen will, denn: “Es ist anstrengend, aber jedes Jahr von Neuem ein Erlebnis.”
