Kreatives Schaffen

Kin­der machen Kunst

Kindergartenkinder erkunden Farben, Materialien und künstlerische Techniken. Nach einem Monat intensiven Schaffens gestalten sie eine Ausstellung und laden ihre Familien zum fröhlichen Kunstgenuss ein.

Kin­der machen KunstViel künstlerisches Potential steckt in den Kindern der Gruppe 1 des Kindergartens St. Marienheim - am Bild mit Kindergartenleiterin Carmen Biethan (ganz links), der Initiatorin des Kunstprojekts Gruppenleiterin Andrea Polzer (2.v.l.) und Elementarpädagogin Jana Kubove (ganz rechts).

© Margit Dietrich

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“Ich habe Strei­fen auf die Lein­wand geklebt, dann Far­be in die Löcher gemalt und die Strei­fen wie­der abge­zo­gen”, erzählt der 5‑jährige Lorenz zufrie­den. Er beschreibt, wie sein schöns­tes Kunst­werk ent­stan­den ist: ein klei­nes Bild mit gra­fi­schem Mus­ter in dunk­len Far­ben. Einen Monat lang haben die Kin­der der Grup­pe 1 des Kin­der­gar­tens St. Mari­en­heim in Kla­gen­furt mit Far­ben, Mate­ria­li­en und Tech­ni­ken expe­ri­men­tiert.

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Ein Ein­blick in das viel­sei­ti­ge Schaf­fen der klei­nen Künst­ler.
© Mar­git Diet­rich

Kin­der­gar­ten ist ein Ort der Krea­ti­vi­tät

“Wir bas­teln und malen sehr viel. Meis­tens geben wir den Kin­dern ein The­ma vor. Nun woll­ten wir ihnen gezielt frei­es krea­ti­ves Schaf­fen näher brin­gen”, schil­dert Grup­pen­lei­te­rin Andrea Pol­zer, die die Idee zu die­sem Kunst-Schwer­punkt hat­te. Der Anfang war gar nicht so leicht. Die Kin­der wuss­ten nicht, was sie mit Far­ben und einer lee­ren Lein­wand anfan­gen soll­ten. “Und zu Beginn sind auch Trä­nen geflos­sen, weil die Kin­der mit dem Ergeb­nis nicht zufrie­den waren und behaup­tet haben, ihr Bild sei nicht schön”, so die Kin­der­gärt­ne­rin. Auch das war ihr und ihrer Kol­le­gin Jana Kubo­ve wich­tig: “Die Kin­der soll­ten erle­ben, dass alles schön ist, was aus ihrer Fan­ta­sie und Krea­ti­vi­tät her­aus ent­steht.”

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Aus vie­len ver­schie­de­nen Mate­ria­li­en und Tech­ni­ken haben die Kin­der zwi­schen drei und sechs Jah­ren klei­ne und gro­ße Kunst­wer­ke geschaf­fen.
© Mar­git Diet­rich

Gro­ßes Stau­nen

Gear­bei­tet wur­de mit Acryl­far­ben, Ölkrei­den, in Far­be getunk­ten Mur­meln, Fäden, Farb­schleu­der, Dusch­ab­zie­her und Natur­ma­te­ria­li­en aus dem Wald, die die Kin­der an einem ihrer regel­mä­ßi­gen “Wald­ta­ge” selbst gesam­melt hat­ten. “Am schöns­ten waren die Wow-Effek­te”, strahlt die Kin­der­gärt­ne­rin Andrea Pol­zer”, wir wuss­ten anfangs ja oft selbst nicht, wie es am Ende aus­se­hen wird. Letzt­lich haben die Kin­der jedes Mal gestaunt und ihre Wer­ke immer ‘cool’ oder ’schön’ gefun­den.”

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Mur­meln und Far­be erzeu­gen ein schö­nes Mus­ter auf der Lein­wand.
© Andrea Pol­zer

Kunst finan­ziert Som­mer­aus­flug

Der Idee, einen Monat lang Kunst­wer­ke zu schaf­fen, lag noch eine ande­re Moti­va­ti­on zugrun­de, so Andrea Pol­zer: “Wir wol­len zum Abschluss des Kin­der­gar­ten­jah­res einen Aus­flug nach Frie­sach machen und uns ein Thea­ter­stück anse­hen.” Übli­cher­wei­se zah­len die Eltern der Kin­der einen fixen Betrag, der die Kos­ten für Fahrt, Ein­tritts­kar­ten und Ver­pfle­gung deckt. Für man­che Fami­li­en kann das eine finan­zi­el­le Belas­tung dar­stel­len. “Eines frü­hen Mor­gens, auf dem Weg zum Kin­der­gar­ten, hat­te ich eine Idee: wir könn­ten Kunst­wer­ke her­stel­len, eine Aus­stel­lung ver­an­stal­ten und die Bil­der bei der Ver­nis­sa­ge gegen eine frei­wil­li­ge Spen­de ver­kau­fen”, so die Kin­der­gärt­ne­rin. Gesagt, getan.

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Eltern und Groß­el­tern bestau­nen die Wer­ke ihrer Spröss­lin­ge im Rah­men einer Ver­nis­sa­ge.
© Mar­git Diet­rich

Aus­stel­lungs­er­öff­nung

Eltern, Groß­el­tern und Geschwis­ter­kin­der waren ges­tern Nach­mit­tag (Frei­tag) ein­ge­la­den, um die künst­le­ri­schen Wer­ke der Kin­der­gar­ten­kin­der zu bestau­nen und zu erwer­ben. Der Andrang und das Begeh­ren waren groß. Jede Fami­lie konn­te den Bei­trag leis­ten, der ihr ange­mes­sen erschien.

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Gro­ßer Andrang bei der Kunst­aus­stel­lung — die Besu­che­rin­nen und Besu­cher wur­den von den Kin­dern mit Gesangs­ein­la­gen über­rascht.
© Mar­git Diet­rich

Freu­de und Ent­täu­schung über begehr­te Kunst­wer­ke

Es wur­den nicht nur die Bil­der der eige­nen Kin­der erstan­den. Der 5‑jährige Flo­ren­tin etwa woll­te ein Werk sei­nes bes­ten Kin­der­gar­ten­freun­des Fer­di­nand mit nach­hau­se neh­men: Ein Bild aus Was­ser­far­ben mit einem Männ­chen, zwei Bäu­men und zwei Her­zen. Fer­di­nands Fami­lie ent­ging damit ein Kunst­wer­ke ihres Spröss­lings. Kur­ze Ent­täu­schung, aber gro­ße Freu­de über die tie­fe Freund­schaft der bei­den Buben. Außer­dem konn­ten Fer­di­nands Groß­el­tern ein ande­res Werk ihres schaf­fens­fro­hen Enkels ergat­tern: ein gro­ßes Bild mit far­ben­fro­hen Strei­fen, das künf­tig eine Wand im Haus zie­ren soll. Falls nicht doch noch Fer­di­nands Eltern Anspruch dar­auf erhe­ben soll­ten, denn, wie gesagt, die Wer­ke der klei­nen Künst­ler waren sehr begehrt.

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Der 6‑jährige Fer­di­nand prä­sen­tiert stolz sein gro­ßes Kunst­werk, das durch das Abzie­hen von Farb­trop­fen ent­stan­den ist.
© Mar­git Diet­rich
04.06.2023 16:51 - Update am: 05.06.2023 14:22
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Kin­der machen KunstViel künstlerisches Potential steckt in den Kindern der Gruppe 1 des Kindergartens St. Marienheim - am Bild mit Kindergartenleiterin Carmen Biethan (ganz links), der Initiatorin des Kunstprojekts Gruppenleiterin Andrea Polzer (2.v.l.) und Elementarpädagogin Jana Kubove (ganz rechts).

© Margit Dietrich