Erinnern
Internationales Gedenken am Loiblpass
Gedenken und Erinnern standen heute (10. Juni 2023) im Mittelpunkt bei der Gedenkveranstaltung beim ehemaligen Konzentrationslager Loibl-Nord. Das Jahr 2025 wird zum „Kärntner Jahr der Erinnerungskultur“ ausgerufen.
© LPD Kärnten/Wajand
Jedes Jahr steht die Gedenkveranstaltung beim ehemaligen Konzentrationslager Loibl-Nord im Zeichen des Erinnerns. Mit dem Gedenken soll das Außenlager von Mauthausen in das kulturelle Gedächtnis Österreichs und Kärntens gerufen werden. Jährlich wird die Gedenkfeier vom Mauthausen Komitee Kärnten durchgeführt.
Gedenken und Erinnern
Landeshauptmann Peter Kaiser legte im Vorfeld der Veranstaltung einen Kranz beim Tunnelportal an der österreichisch-slowenischen Grenze nieder und zitierte bei seiner Ansprache am Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers Ernst Grube, der als Präsident der Lagergemeinschaft Dachau bei der Veranstaltung als Stimme der Zeitzeugen sprechen hätte sollen. Er konnte aus gesundheitlichen Gründen nicht anreisen. „Gedenken und Erinnern brauchen wir als Kompass für unsere Orientierung und unser Handeln, gegen Antisemitismus, Rassismus und Krieg, gegen Diskriminierung und Unterdrückung.“
“Wehren wir allen Anfängen”
Grube sei ein Mensch, der den Mut nicht verloren habe und der Erinnerungsarbeit aktiv betreibe. „Das, was uns alle eint ist die Losung: Niemals vergessen. Diese Losung ist untrennbar verbunden mit Erinnerungskultur. Wir werden heute mit der Aufgabe des Erinnerns und der Gedenkkultur als auch mit der Realität, die Krieg und das Wiederaufflammen von Extremismen und einen schlimmen Rückgang von Demokratie beinhaltet, konfrontiert. Wir haben alles dafür zu tun, um Demokratie jeden Tag aufs Neue zu erkämpfen“, so Kaiser.
Der Landeshauptmann informierte ebenso darüber, dass der Kulturbeirat des Landes entschieden habe, das Jahr 2025 zum „Kärntner Jahr der Erinnerungskultur“ auszurufen. „In diesem Sinne: Niemals vergessen. Wehren wir gemeinsam allen Anfängen“.
Erster Transport vor 80 Jahren
Manfred Morokutti, Vorsitzender des Mauthausen Komitee Kärnten, sprach von einer besonderen Veranstaltung. „Vor genau 80 Jahren ist der erste Häftlingstransport aus Mauthausen am Loibl angekommen. Der Großteil der Häftlinge waren Franzosen, deshalb gilt mein Dank heute auch besonders der französischen Abordnung“. Die erste Juni-Woche ist eines der dunkelsten Kapitel der Kärntner Geschichte und sie ist ein Datum voller Biografien. “Denn jeder Mensch hatte seine eigene Geschichte und diese Geschichten sollen erzählt werden.
Gedenkrede von Bischof Marketz
Neben Ehrengästen, wie die Bürgermeister Christian Scheider und Ingo Appé nahmen ebenso Schüler der WiMo Klagenfurt unter der Leitung von Ilse Geson-Gombos aktiv an der Gedenkveranstaltung teil. Die Gedenkrede hielt Diözesanbischof Josef Marketz.
Online-Tipp: Mauthausen-Komitee Österreich
Wissenswert
Das Mauthausen Komitee Kärnten/Koroška wurde 1995 von engagierten Wissenschaftern der Universität Klagenfurt unter der Leitung von Prof. Peter Gstettner ins Leben gerufen. Zu den wichtigsten Zielen zählen die Errichtung einer würdigen Gedenkstätte beim KZ Loibl-Nord sowie die Pflege von Erinnerungsarbeit in Form von Gedenkveranstaltungen, Exkursionen und öffentlichen Vorträgen.
- Valentin Inzko, Landeshauptmann Peter Kaiser und Peter Gstettner (von links)
- Kai Kühnel (zweiter Bürgermeister von Dachau), Bürgermeister Christian Scheider und Stadtrat Franz Petritz (von links)


