Erstaufführung
“Die Tanzstunde” begeistert Publikum im Lavantinum
Der Verein Theaterleben lädt zur Kärntner Erstaufführung von "Die Tanzstunde". Im Lavantinum in St. Andrä im Lavanttal können Besucher von 8. Juli bis 29. Juli 2023 ein Theater am Puls der Zeit erleben. Regie führt Elke Maria Schwab.
Mit Mark St. Germains ‚Die Tanzstunde‘ zeigt der Verein Theaterleben eine wunderbare und sinnliche Geschichte über zwei unterschiedliche Menschen. © Stadtgemeinde St. Andrä
„Sind wir bereit, uns zu ändern…? Veränderung ist schmerzhaft. Der Status quo hält uns bequem und betäubt … Veränderung gleicht Courage. Ohne Courage ist nichts möglich. Mit Courage alles ..“
Dieser direkte und treffende Textauszug aus dem diesjährigen Stück soll die Courage für den Blick in den Spiegel der Gegenwart anregen und zugleich auch Mut schenken, vieles vielleicht doch zu tun. Denn es gilt: Einfach machen, es könnte ja gut werden!
Zwei mit Charakterschwächen
In der dritten Spielsaison bleibt der Verein Theaterleben seinem Zugang treu und bringt wieder aktuelles, stimmiges Theater auf die Bühne. „Wir bieten heuer mit Mark St. Germains ‚Die Tanzstunde‘ eine wunderbare und sinnliche Geschichte über zwei unterschiedliche Menschen, die zahlreiche Charakter-Schwächen unserer Gesellschaft ungefiltert aufzeigen, jedoch dabei Respekt und Toleranz stets im Auge behalten“, erklärt Obmann Alexander Schwab. Das Stück berührt und klärt auf. Freuen darf man sich auf ein unterhaltsames Sommertheater am Puls der Zeit!

Theater am Puls der Zeit
Zum Stück selbst: Ever Montgomery muss für eine Preisverleihung dringend tanzen lernen. Allerdings verabscheut er jeglichen Körperkontakt, denn der Professor für Geowissenschaften leidet unter dem Asperger-Syndrom, einer speziellen Form des Autismus. Auf Anraten des Hausmeisters spricht er seine Nachbarin Senga Quinn an. Sie sind ein ungleiches Paar. Senga Quinn, Profitänzerin und Musicaldarstellerin am Broadway kann tanzen, oder besser gesagt sie konnte es. Aufgrund der folgenschweren Verletzung eines Autounfalls droht ihr ein frühzeitiges Karriereende. Ausgerechnet sie soll Ever unterrichten und ihm Tanzen beibringen. Doch schließlich siegt die Neugierde und so beginnen sie mit dem Unterricht.

Zwischen Gefühl und Vernunft
Sie sind ein sehr ungleiches Paar, die leidenschaftliche Tänzerin mit dem verletzen Bein und der Professor, dessen Hirn anders tickt, als dass der meisten Menschen. Es ist ein amüsantes Aufeinandertreffen zwischen Gefühl und Vernunft, zwischen Phantasie und Wissenschaft, Musik und Mathematik, die erst bei genauerem Hinsehen sehr viel miteinander zu tun haben.
Der amerikanische Theater- und Filmautor Mark St. Germain hat ein sehr berührendes und unterhaltsames Stück über zwei besondere Seelen geschrieben, die sich langsam näherkommen. Die Zuschauer werden zum Tanz gebeten. Einem zauberhaften Theaterabend steht nichts mehr im Wege!
Wissenswert
Das Asperger-Syndrom ist eine nachdem Kinderarzt Hans Asperger benannte Variante des Autismus. Kennzeichnend für das Asperger-Syndrom sind Schwierigkeiten in der sozialen Kommunikation und Interaktion sowie im sozialen Verständnis, außerdem intensive, manchmal sehr spezifische Interessen. Viele Asperger sind über- oder unterempfindlich gegenüber sensorischen Reizen und haben motorische Auffälligkeiten und ein Bedürfnis nach Beständigkeit, fixen Abläufen. Gelegentlich fällt das Asperger-Syndrom mit einer Hoch- oder Inselbegabung zusammen.