Neugestaltung
Aufregung um Bäume am Heuplatz
Ab Juli wird der Klagenfurter Heuplatz neu gestaltet. Die kürzlich veröffentlichten Pläne für den Nordwesten des Platzes haben erneut zu Protesten von Baumschützern geführt. "KLiCK Kärnten" ist der Sache auf den Grund gegangen.
© Lasst die Bäume am Heuplatz leben / Facebook
Ab Juli wird der Heuplatz neu gestaltet. Die Stadt Klagenfurt spricht bei den Plänen von einer “Smart-City-Strategie” und verspricht mehr innerstädtischen Freiraum mit Bauminseln, konsumfreien Sitzgelegenheiten und viel Grün.
Die Pläne haben allerdings für Unmut bei Baumschützern gesorgt, die nun erneut eine Protestaktion gestartet haben. Was genau steckt dahinter? Um das zu verstehen, muss man kurz ins Jahr 2021 zurückblicken.
Die Vorgeschichte
Die Pläne zur Neugestaltung des Klagenfurter Heuplatzes sorgten bereits 2021 für Unmut. Der Grund: Die dort stehenden Bäume sollten gefällt werden, Protestaktionen waren die Folge. Vor allem die Aktivistin Lena Woschitz erregte damals viel Aufmerksamkeit, indem sie kurzerhand den alten Trompetenbaum am Platz besetzte.
Die Entscheidungsträger der Stadt Klagenfurt haben letztlich entschieden, dass die Bäume erhalten bleiben. Damit hätte der Fall erledigt sein sollen. In der Ausgabe der Klagenfurter Stadtzeitung vom 14. Juni 2023 erschien aber ein Artikel, der den Startschuss für die Umgestaltung im heurigen Juli verkündete. Und die Baumschützer erneut zum Handeln bewegte. Denn: Auf dem abgedruckten Plan sind die besagten Bäume, allen voran der rund 70 Jahre alte Trompetenbaum, nicht zu sehen.
Erneute Protestaktion
Die Aktion “Lasst die Bäume am Heuplatz leben” hat nach Erscheinen der Artikels bei der Stadt Klagenfurt und beim Bürgermeister nachgefragt, was mit den bestehenden Bäumen passieren soll. Laut eigenen Angaben hat ihre Nachfrage zu keinen konkreten Antworten geführt.
Am Mittwoch, dem 28. Juni, haben sich Unterstützer der Aktion beim Trompetenbaum am Heuplatz zu einem Flashmob versammelt, um auf ihr Anliegen aufmerksam zu machen.

“Die Grundidee, den Heuplatz neu zu gestalten und Platz für Sitzmöglichkeiten anstelle von Parkplätzen zu schaffen, ist gut, aber über eine nachhaltige Realisierung unter Berücksichtigung des vorhandenen Baumbestands muss nochmals geredet werden!”, teilen Lena Woschitz und Miriam Natalie Egger mit. Die beiden stehen hinter der Aktion und Woschitz ist erneut auf den Trompetenbaum geklettert.
“Wir verlangen, dass die Bäume am Heuplatz erhalten bleiben und dass ein umfassendes Konzept erstellt wird, welches sicher stellt, dass die Bäume nicht während den Bauarbeiten beschädigt werden und in Folge von Wurzelschäden gefällt werden müssen”, fordert die Aktion zudem von den Verantwortlichen in der Politik.
Statement der Stadt
“KLiCK Kärnten” hat bei Stadträtin Corinna Smrecnik (SPÖ) nachgefragt, was die kürzlich veröffentlichten Pläne für die Bäume am Heuplatz bedeuten. Aus ihrem Büro hieß es zunächst, man werde sich erkundigen. Denn: Smrecnik ist zwar für die Stadtentwicklung zuständig, das Thema falle aber in den Bereich des Stadtgartens, und somit in die Verantwortlichkeit von Stadtrat Max Habenicht (ÖVP).
Nach mehreren Tagen Wartezeit hieß es am Freitag, dem 30. Juni, aus dem Büro von Smrecnik: “Wir haben mit Herrn Habenicht und Heinz Blechl, dem Abteilungsleiter des Stadtgartens, Rücksprache gehalten. Die Bäume am Heuplatz werden bei der Neugestaltung berücksichtigt und bleiben stehen.”
“Wir werden sehen”
Lena Woschitz von “Lasst die Bäume am Heuplatz stehen” meint zu dieser Information: “Das klingt erstmal nicht schlecht. Es bleibt aber zu hoffen, dass der Umbau wirklich so funktionieren wird.” Die Aktion bleibt nämlich bei ihrer Forderung nach einem Baukonzept das garantiert, dass die Bäume und deren Wurzeln während der Arbeiten auf keinen Fall beschädigt werden. Denn: “Die große Frage und die Hauptsache ist und bleibt für uns, dass die Bäume am Ende tatsächlich noch stehen werden.”
