Legendäres Lokal

Erni Bar: “Vie­le kom­men als Gäs­te und gehen als Freun­de”

Die "Erni Bar" in St. Georgen am Längsee ist seit 63 Jahren geöffnet. Gründerin Ernestine Hude steht immer noch hinter der Theke. Enkel Richard führt mittlerweile das "Partyzentrum", das ein Treffpunkt für Menschen jedes Alters ist.

Erni Bar: “Vie­le kom­men als Gäs­te und gehen als Freun­de” Ernestine Hude steht in der Erni Bar noch immer hinter dem Tresen.

© Erni Bar/ KK

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Die Gas­tro­no­mie ist eine Bran­che, die für ihre Schnell­le­big­keit bekannt ist. In der Gemein­de St. Geor­gen am Läng­see gibt es jedoch eine legen­dä­re Bar, deren Pfor­ten seit 63 Jah­ren geöff­net sind, und die bis heu­te als Fix­punkt für Kärn­tens Nacht­schwär­mer gilt: die Erni Bar.

Seit 1960 geöff­net

Ihre Geschich­te wur­zelt im Juni 1960. Ernes­ti­ne “Erni“ Hude, die ursprüng­lich Leh­re­rin wer­den woll­te, hat­te ein Grund­stück von ihren Eltern geerbt und dort einen Gas­tro­no­mie­be­trieb errich­tet. Ursprüng­lich als Café eröff­net, wur­de die Erni Bar im Jahr 1966 zu einem Tanz­ca­fé umge­baut. Ab die­sem Zeit­punkt fan­den die ers­ten Ver­an­stal­tun­gen statt, dar­un­ter Mis­ter- und Miss-Wah­len, über die sogar eine gro­ße deut­sche Bou­le­vard­zei­tung berich­te­te. 1985 wur­de das Tanz­ca­fé um eine Dis­co erwei­tert.

Heut­zu­ta­ge genießt die Erni Bar über die Gren­zen des Lan­des hin­aus Bekannt­heit und wird von Richard, dem Enkel­sohn von Ernes­ti­ne, gelei­tet. „Mei­ne Oma steht aber nach wie vor täg­lich hin­ter der The­ke im Cafe!“, betont er. “Das hält sie fit.”

Zei­ten ändern sich

Richard Hude leg­te im Alter von 15 Jah­ren erst­mals in der Bar auf. „Damals spiel­te ich die Musik der 80-er und 90-er“, erin­nert er sich. Als er alt genug war, um mit dem Auto über die Gren­ze zu fah­ren, kauf­te er sei­ne eige­nen Plat­ten in Ita­li­en. „Min­des­tens ein Mal pro Woche war ich in Udi­ne, auf eine Piz­za und eine Plat­te sozu­sa­gen“, schmun­zelt er.

Mitt­ler­wei­le haben sich die Zei­ten — und mit ihnen auch der Musik­ge­schmack der neu­en Gene­ra­ti­on — geän­dert: „Heut­zu­ta­ge läuft alles über Com­pu­ter und MP3“, sagt Hude. Die Plat­ten aus sei­ner Anfangs­zeit in der Erni Bar hat er aber auf­be­wahrt: „Irgend­wann kommt alles wie­der“, ist er über­zeugt.

Viel Abwechs­lung

Was Hude an sei­ner Arbeit als Bar­be­trei­ber am bes­ten gefällt? Ob Club­abend, Kon­zert, oder ein gemüt­li­cher Nach­mit­tag im Café: „Es ist immer abwechs­lungs­reich“, ant­wor­tet er. „Auch der Groß­putz nach Ver­an­stal­tun­gen gehört dazu.“ Den erle­digt der 47-Jäh­ri­ge übri­gens häu­fig allei­ne, denn: „Rei­ni­gungs­kräf­te sind lei­der rar“, so Hude.

Wenn aus Gäs­ten Freun­de wer­den

Am schöns­ten fin­det Hude an sei­ner Arbeit aber den gesell­schaft­li­chen Aspekt. „Vie­le kom­men als Gäs­te und gehen als Freun­de. Wir sind ein Treff­punkt für Jung und Alt“, sagt er. Das Durch­schnitts­al­ter sei­ner Gäs­te liegt bei 25 Jah­ren, der Ein­tritt in die Dis­co ist ab 18 Jah­ren erlaubt. „Vie­le kom­men wie­der, wenn sie älter, und ihre eige­nen Kin­der erwach­sen sind.“ Oft blei­be man über Jahr­zehn­te hin­weg in Kon­takt. Sein ältes­ter Stamm­gast sei bereits 74 Jah­re alt.

Täg­lich geöff­net

Die Erni Bar, die tags­über aus einem Café und abends aus einem Club besteht, ist täg­lich ab 10 Uhr geöff­net. Die Som­mer­sai­son endet erst Ende Sep­tem­ber, am Sams­tag des ers­ten Wie­sen­mark­tes. Danach ist einen Monat Pau­se ange­sagt, bevor es in die Win­ter­sai­son geht.

Wäh­rend des Som­mers fin­den in der Erni Bar regel­mä­ßi­ge Events statt. Etwa die Wahl zum „Mis­ter Urlaub“ am kom­men­den Mitt­woch, 12. Juli. Wie qua­li­fi­ziert man sich dafür? „Im Ide­al­fall ist man ein Urlau­ber“, lacht Hude. Tat­säch­lich sei aber jeder Bewer­ber will­kom­men. „Es han­delt sich um einen Wett­be­werb, der auf Spaß auf­ge­baut ist“, erklärt Hude.

 

11.07.2023 19:00
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Erni Bar: “Vie­le kom­men als Gäs­te und gehen als Freun­de” Ernestine Hude steht in der Erni Bar noch immer hinter dem Tresen.

© Erni Bar/ KK