Beschluss

Fer­lach legt Sport­zen­trum in Kir­schen­theu­er ad acta

Der Rechtsstreit dauert schon mehrere Jahre. Um das Gerichtsverfahren nicht noch weiter in die Länge zu ziehen und unnötig Kosten zu produzieren, ist das Projekt in weite Ferne gerückt.

Fer­lach legt Sport­zen­trum in Kir­schen­theu­er ad actaDie geplante Sportstätte in Ferlach wird aufgrund der Teuerung und des weiter andauernden Rechtsstreits jetzt doch nicht umgesetzt.

© Stadtgemeinde Ferlach

"KLICK Kärnten" auf Google als bevorzugte Nachrichtenquelle festlegen
Anzeige

Mit der Gemein­de­rats­sit­zung vom Diens­tag (11. Juli 2023) wur­de das Fer­la­cher Sport­zen­trum ad acta gelegt. Die Rea­li­sie­rung die­ses Pro­jek­tes ist in wei­te Fer­ne gerückt. Um das Gerichts­ver­fah­ren nicht noch wei­ter in die Län­ge zu zie­hen und unab­seh­ba­re Kos­ten zu pro­du­zie­ren, hat sich die Stadt­ge­mein­de Fer­lach schwe­ren Her­zens dazu ent­schlos­sen die Kla­ge zurück­zu­zie­hen und das gesam­te Pro­jekt zu stop­pen.

Zeit­ge­mä­ße Sport­stät­te wird doch nicht rea­li­siert

Rück­blick: Um für Fer­lachs Jugend und die Sport­mann­schaf­ten des DSG und des ATUS Fer­lach sowie für die Eis­läu­fe­rin Vanes­sa Her­zog eine zeit­ge­mä­ße und moder­ne Sport­stät­te zu rea­li­sie­ren, hat man sich sei­tens der Stadt­ge­mein­de Fer­lach auf Stand­ort­su­che bege­ben. Als idea­ler Stand­ort wur­de ein rund 60.000 Qua­drat­me­ter umfas­sen­des Grund­stück zwi­schen Kir­schen­theu­er und Gört­schach nörd­lich der Lan­des­stra­ße B 85 aus­ge­wählt. Neben Fuß­ball­fel­dern soll­te ein Tri­bü­nen­kom­plex mit Kan­ti­ne, meh­re­re Kabi­nen mit moder­nen Sani­tär­an­la­gen, eine Speed­ska­ting-Bahn sowie ein natur­schutz­fach­li­ches Begleit­pro­jekt, ein Bio­top als Amphi­bi­en­le­bens­raum, errich­tet wer­den.

Geg­ne­ri­sche Par­tei hat Beru­fung ein­ge­legt

2019 wur­de mit den Grund­ei­gen­tü­mern eine Eini­gung erzielt und mit dem Umwid­mungs­ver­fah­ren begon­nen. Wie all­ge­mein im Wid­mungs­ver­fah­ren erfor­der­lich, wur­den alle Fach­ab­tei­lun­gen (Natur­schutz, Stra­ßen­bau­amt, Umwelt / Schall und Emis­sio­nen, Geo­lo­gie, Boden­schutz und Gewäs­ser­mo­ni­to­ring) ins Ver­fah­ren ein­ge­bun­den. Eine beson­ders umfang­rei­che Prü­fung der Stand­ort­eig­nung wur­de in die­sem Fall durch­ge­führt und somit konn­te 2021 das Umwid­mungs­ver­fah­ren beschlos­sen wer­den. Das Wid­mungs­ver­fah­ren wur­de damals nicht an die Kärnt­ner Lan­des­re­gie­rung wei­ter­ge­lei­tet, da ein Grund­stücks­ei­gen­tü­mer nicht mehr ver­kau­fen woll­te. Im Jän­ner 2023 erfolg­te das Urteil zu den Guns­ten der Stadt­ge­mein­de. Die Geg­ne­ri­sche Par­tei hat Beru­fung ein­ge­legt, der Beru­fung wur­de statt­ge­ge­ben und das Ver­fah­ren wur­des an das Erst­ge­richt zur neu­er­li­chen Ver­hand­lung zurück­ge­wie­sen.

Teue­rung: Bau­kos­ten haben sich dras­tisch erhöht

Der Rechts­streit dau­ert nun schon meh­re­re Jah­re. Die Bau­kos­ten, wie ursprüng­lich mit rund fünf Mil­lio­nen Euro ange­nom­men, haben sich bis jetzt auf rund 9 Mil­lio­nen Euro dras­tisch erhöht. Der Bau­trä­ger, der das Sport­zen­trum Fer­lach bau­en woll­te, ist mitt­ler­wei­le abge­sprun­gen. Wür­de der Stadt­ge­mein­de Fer­lach nun Recht zuge­spro­chen wer­den, müss­ten die Grund­stü­cke Zug um Zug, ohne der Zusi­che­rung, dass die Wid­mung durch die Lan­des­re­gie­rung Kärn­ten mit dem neu­en Raum­ord­nungs­ge­setz posi­tiv aus­fällt, gekauft wer­den. Die der­zeit anfal­len­den Ver­zugs­zin­sen bei Kauf betra­gen mitt­ler­wei­le 32 Pro­zent (8 Pro­zent pro Jahr). Somit wür­de der gesam­te Flä­chen­an­kauf von allen Grund­ei­gen­tü­mern mit einer Kos­ten­er­hö­hung von 479.272,00 Euro auf 652.044,26 Euro um 172.772,26 Euro teu­rer aus­fal­len.  Die­se Finan­zie­rungs­ba­sis wür­de lang­fris­tig sämt­li­che finan­zi­el­le Spiel­räu­me der Gemein­de bin­den bzw. ist auch davon aus­zu­ge­hen, dass hier die auf­sichts­be­hörd­li­che Zusa­ge nicht gege­ben sein wird.

Finan­zie­rungs­ba­sis wür­de finan­zi­el­le Spiel­räu­me spren­gen

Um die der­zeit gut finan­zi­el­le Situa­ti­on der Gemein­de nicht leicht­sin­nig zu gefähr­den, hat sich der Gemein­de­rat ent­schlos­sen, die Stopp-Tas­te zu drü­cken. Bür­ger­meis­ter Ingo Appé bedau­ert die­se Ent­schei­dung sehr, da das Sport­zen­trum nicht nur für die Regi­on ein Vor­zei­ge­pro­jekt des gemein­sa­men Mit­ein­an­ders gewe­sen wäre, son­dern auch die Fer­la­cher Jugend eine moder­ne Sport­stät­te zur Bewe­gung gehabt hät­te. Die Pro­jekt­geg­ner, die über­wie­gend ihre per­sön­li­chen Inter­es­sen gegen das Pro­jekt ver­tre­ten haben, wer­den sich über die Ent­schei­dung freu­en.

12.07.2023 17:00
Anzeige
Fer­lach legt Sport­zen­trum in Kir­schen­theu­er ad actaDie geplante Sportstätte in Ferlach wird aufgrund der Teuerung und des weiter andauernden Rechtsstreits jetzt doch nicht umgesetzt.

© Stadtgemeinde Ferlach