Konjunktur

Jun­ge Wirt­schaft sieht Zukunft vor­sich­tig opti­mis­tisch

Um weiterhin konkurrenzfähig zu bleiben fordern junge Betriebe Entlastungen bei Steuern und Lohnnebenkosten. Ein klares Nein zu Arbeitszeitverkürzung und Erbschaftssteuer.

Jun­ge Wirt­schaft sieht Zukunft vor­sich­tig opti­mis­tischDie beiden Landessvorsitzenden der Jungen Wirtschaft Kärnten, Martin Figge und Nika Basic sowie Christoph Frierss, Vize-Landesvorsitzender in der Jungen Wirtschaft Kärnten, fordern wirtschaftsfreundliche Rahmenbedingungen, um weiterhin konkurrenzfähig zu bleiben.

© WKK/Daniel Waschnig

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Die aktu­el­len Her­aus­for­de­run­gen wie hohe Infla­ti­on, Arbeits­kräf­te­man­gel und die Aus­wir­kun­gen des Ukrai­ne-Krie­ges sind mas­si­ve Hür­den für die Jungunternehmer:innen. Das zeigt das aktu­el­le Kon­junk­tur­ba­ro­me­ter des mar­ket-Insti­tuts in Auf­trag gege­ben von der Jun­gen Wirt­schaft (JW) Öster­reich, das die neu­es­ten Stim­mungs­da­ten prä­sen­tiert.

Chan­cen in Inno­va­ti­on und Bil­dung

Trotz Kri­sen, Krie­gen und der aktu­el­len Rekord­in­fla­ti­on haben die rund 10.000 jun­gen Wirt­schafts­trei­ben­den in Kärn­ten eine kla­re Vor­stel­lung, wie sie mit ihrem Unter­neh­mer­geist die Zukunft gestal­ten wol­len. Ein­mal mehr for­dern sie die poli­ti­schen Akteu­re im Land auf, die Vor­aus­set­zun­gen für Wett­be­werbs­fä­hig­keit und Wachs­tum zu schaf­fen. „Wir sind wich­ti­ge Impuls­ge­ber und las­sen uns die Begeis­te­rung nicht neh­men. Es liegt an der Poli­tik, Kärn­tens Zukunft am glo­ba­len Markt als Wirt­schafts­stand­ort mit Lebens­qua­li­tät zu sichern“, brin­gen es die bei­den Lan­dess­vor­sit­zen­den der Jun­gen Wirt­schaft Kärn­ten, Mar­tin Fig­ge und Nika Basic, auf den Punkt. Die wich­tigs­ten Fak­to­ren für eine fai­re wirt­schaft­li­che Zukunft sehen die jun­gen Selbst­stän­di­gen in den Berei­chen Inno­va­ti­on & Bil­dung sowie steu­er­li­che Leis­tungs­an­rei­ze für Arbeit, eine Reform des Pen­si­ons­sys­tems und ein nach­hal­ti­ges und zukunfts­ori­en­tier­tes Bud­get.

Run­ter mit den Lohn­ne­ben­kos­ten

Vor allem die Kos­ten berei­ten den Kärnt­ner Jungunternehmer:innen Sor­gen: 36 Pro­zent spü­ren nach eige­nen Anga­ben stark, dass weni­ger (ein)gekauft wird,  (Kärn­ten: 41 Pro­zent ) 48 Pro­zent gehen davon aus, dass sich die Kos­ten­si­tua­ti­on für sie selbst wei­ter ver­schlech­tern wird (Kärn­ten: 55 Pro­zent ). Deut­lich posi­ti­ver ist die Stim­mung im süd­lichs­ten Bun­des­land bei der stei­gen­den Ertrags­la­ge, die mit 24 Pro­zent über dem Öster­reich-Wert (17 Pro­zent ) liegt. 20 Pro­zent der jun­gen Selbst­stän­di­gen pla­nen die Mitarbeiter:innenzahl zu erhö­hen (14 Pro­zent öster­reich­weit). Von der Bun­des­re­gie­rung erwar­ten sie sich des­halb in ers­ter Linie eine steu­er­li­che Ent­las­tung — allen vor­an bei der Sen­kung der Lohn­ne­ben­kos­ten.

Her­aus­for­de­run­gen am Arbeits­markt

Auch die Her­aus­for­de­run­gen auf dem Arbeits­markt bren­nen den Jugend­li­chen unter den Nägeln. „Der Fach­kräf­te­man­gel ist ein Dau­er­bren­ner. Mit unse­rer For­de­rung nach zehn steu­er­frei­en Über­stun­den pro Woche könn­ten Unter­neh­men einen deut­li­chen Anreiz erhal­ten, den Arbeits­kräf­te­man­gel zumin­dest teil­wei­se abzu­fe­dern und Fach­kräf­te im Betrieb zu hal­ten. Denn wer Leis­tung bringt, soll auch mehr davon haben“, so Chris­toph Frierss, Vize-Lan­des­vor­sit­zen­der in der JW Kärn­ten. Ein kla­res Nein gibt es auch zu Arbeits­zeit­ver­kür­zun­gen. „Die­se wür­de zu stei­gen­den Arbeits­kos­ten, sin­ken­den Ein­kom­men und nega­ti­ven Aus­wir­kun­gen auf den pri­va­ten Kon­sum und das Brut­to­in­lands­pro­dukt (BIP) füh­ren“, betont Frierss. Zur Wie­der­ein­füh­rung der Erb­schafts­steu­er: Die Poli­tik dür­fe die Wirt­schaft nicht durch wei­te­re Belas­tun­gen oder neue Steu­ern läh­men. Die Wett­be­werbs­fä­hig­keit müs­se erhal­ten blei­ben.

Kin­der­be­treu­ung und nach­hal­ti­ge Bud­get­po­li­tik gefor­dert

Bei der Lösung des Arbeits­kräf­te­man­gels steht für die jun­gen Unter­neh­men die man­geln­de Ver­ein­bar­keit von Fami­lie und Beruf an ers­ter Stel­le, der Aus­bau der Kin­der­be­treu­ung muss vor­an­ge­trie­ben wer­den. „Es gilt jetzt die Wei­chen für ein flä­chen­de­cken­des und qua­li­ta­tiv hoch­wer­ti­ges Betreu­ungs­an­ge­bot zu stel­len, um vor allem mehr Frau­en die Mög­lich­keit zu geben, (voll) am Arbeits­markt teil­zu­neh­men“, for­dert Basic. Denn nur wenn aus­rei­chend Kin­der­be­treu­ungs­ein­rich­tun­gen vor­han­den sind und deren Öff­nungs­zei­ten auch mit den Anfor­de­run­gen der Arbeits­welt ver­ein­bar sind, ist es Frau­en bzw. Eltern mög­lich, ihre Wochen­ar­beits­zeit zu erhö­hen oder sogar Voll­zeit zu arbei­ten.

„Nur gemein­sam kön­nen wir den Wirt­schafts- und Lebens­stand­ort Kärn­ten fit für die Zukunft machen. Um die Wett­be­werbs­fä­hig­keit auch in Zukunft zu sichern, darf die Bud­get­sa­nie­rung nicht zu Las­ten der Wirt­schaft und der Jung­un­ter­neh­men gehen“, ist Basic über­zeugt. Eine wich­ti­ge Rol­le kommt dabei auch den Schu­len und Lehr­plä­nen zu. „Die wirt­schaft­li­che und finan­zi­el­le Bil­dung unse­rer zukünf­ti­gen Arbeits­kräf­te muss drin­gend refor­miert wer­den“. Mit Blick auf die nächs­ten Gene­ra­tio­nen plä­die­ren die Befrag­ten zudem für eine „Kli­ma­po­li­tik mit Haus­ver­stand“, um die Wett­be­werbs­fä­hig­keit auch in Zukunft zu sichern.

Hier geht es zum JW Kon­junk­tur­ba­ro­me­ter.

26.07.2023 17:00
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Jun­ge Wirt­schaft sieht Zukunft vor­sich­tig opti­mis­tischDie beiden Landessvorsitzenden der Jungen Wirtschaft Kärnten, Martin Figge und Nika Basic sowie Christoph Frierss, Vize-Landesvorsitzender in der Jungen Wirtschaft Kärnten, fordern wirtschaftsfreundliche Rahmenbedingungen, um weiterhin konkurrenzfähig zu bleiben.

© WKK/Daniel Waschnig