Konjunktur
Junge Wirtschaft sieht Zukunft vorsichtig optimistisch
Um weiterhin konkurrenzfähig zu bleiben fordern junge Betriebe Entlastungen bei Steuern und Lohnnebenkosten. Ein klares Nein zu Arbeitszeitverkürzung und Erbschaftssteuer.
Die beiden Landessvorsitzenden der Jungen Wirtschaft Kärnten, Martin Figge und Nika Basic sowie Christoph Frierss, Vize-Landesvorsitzender in der Jungen Wirtschaft Kärnten, fordern wirtschaftsfreundliche Rahmenbedingungen, um weiterhin konkurrenzfähig zu bleiben.
© WKK/Daniel Waschnig
Chancen in Innovation und Bildung
Runter mit den Lohnnebenkosten
Vor allem die Kosten bereiten den Kärntner Jungunternehmer:innen Sorgen: 36 Prozent spüren nach eigenen Angaben stark, dass weniger (ein)gekauft wird, (Kärnten: 41 Prozent ) 48 Prozent gehen davon aus, dass sich die Kostensituation für sie selbst weiter verschlechtern wird (Kärnten: 55 Prozent ). Deutlich positiver ist die Stimmung im südlichsten Bundesland bei der steigenden Ertragslage, die mit 24 Prozent über dem Österreich-Wert (17 Prozent ) liegt. 20 Prozent der jungen Selbstständigen planen die Mitarbeiter:innenzahl zu erhöhen (14 Prozent österreichweit). Von der Bundesregierung erwarten sie sich deshalb in erster Linie eine steuerliche Entlastung — allen voran bei der Senkung der Lohnnebenkosten.
Herausforderungen am Arbeitsmarkt
Auch die Herausforderungen auf dem Arbeitsmarkt brennen den Jugendlichen unter den Nägeln. „Der Fachkräftemangel ist ein Dauerbrenner. Mit unserer Forderung nach zehn steuerfreien Überstunden pro Woche könnten Unternehmen einen deutlichen Anreiz erhalten, den Arbeitskräftemangel zumindest teilweise abzufedern und Fachkräfte im Betrieb zu halten. Denn wer Leistung bringt, soll auch mehr davon haben“, so Christoph Frierss, Vize-Landesvorsitzender in der JW Kärnten. Ein klares Nein gibt es auch zu Arbeitszeitverkürzungen. „Diese würde zu steigenden Arbeitskosten, sinkenden Einkommen und negativen Auswirkungen auf den privaten Konsum und das Bruttoinlandsprodukt (BIP) führen“, betont Frierss. Zur Wiedereinführung der Erbschaftssteuer: Die Politik dürfe die Wirtschaft nicht durch weitere Belastungen oder neue Steuern lähmen. Die Wettbewerbsfähigkeit müsse erhalten bleiben.
Kinderbetreuung und nachhaltige Budgetpolitik gefordert
Bei der Lösung des Arbeitskräftemangels steht für die jungen Unternehmen die mangelnde Vereinbarkeit von Familie und Beruf an erster Stelle, der Ausbau der Kinderbetreuung muss vorangetrieben werden. „Es gilt jetzt die Weichen für ein flächendeckendes und qualitativ hochwertiges Betreuungsangebot zu stellen, um vor allem mehr Frauen die Möglichkeit zu geben, (voll) am Arbeitsmarkt teilzunehmen“, fordert Basic. Denn nur wenn ausreichend Kinderbetreuungseinrichtungen vorhanden sind und deren Öffnungszeiten auch mit den Anforderungen der Arbeitswelt vereinbar sind, ist es Frauen bzw. Eltern möglich, ihre Wochenarbeitszeit zu erhöhen oder sogar Vollzeit zu arbeiten.
„Nur gemeinsam können wir den Wirtschafts- und Lebensstandort Kärnten fit für die Zukunft machen. Um die Wettbewerbsfähigkeit auch in Zukunft zu sichern, darf die Budgetsanierung nicht zu Lasten der Wirtschaft und der Jungunternehmen gehen“, ist Basic überzeugt. Eine wichtige Rolle kommt dabei auch den Schulen und Lehrplänen zu. „Die wirtschaftliche und finanzielle Bildung unserer zukünftigen Arbeitskräfte muss dringend reformiert werden“. Mit Blick auf die nächsten Generationen plädieren die Befragten zudem für eine „Klimapolitik mit Hausverstand“, um die Wettbewerbsfähigkeit auch in Zukunft zu sichern.
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