Interview

Zu Besuch bei einer Kla­gen­fur­ter Hyp­no­se-Trai­ne­rin

Die Klagenfurter Hypnose-Trainerin Lisa-Marie Loof erklärt im "KLiCK Kärnten" Interview, was Hypnose ist und wie sie uns Menschen bei unseren Herausforderungen helfen kann.

Hypnose_Lisa_Loof Lisa-Marie Loof ist diplomierte Hypnose-Trainerin. In ihrem Praxisraum in Klagenfurt hilft sie Menschen beim Digital Detox, bei der Raucherentwöhnung sowie beim Umgang mit Stresssituationen.

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“Schau­en Sie mir tief in die Augen. Sie wer­den ganz, ganz müde…” – Die­se Sät­ze aus einer Zau­ber-Show kom­men vie­len Öster­rei­chern in den Sinn, wenn sie an Hyp­no­se den­ken. Zu Unrecht, denn in der Rea­li­tät hat Hyp­no­se nichts mit die­sen gän­gi­gen Kli­schees zu tun. “KLiCK Kärn­ten” hat mit einer Hyp­no­se-Trai­ne­rin aus Kla­gen­furt über das The­ma gespro­chen.

Was ist Hyp­no­se?

“Das mensch­li­che Bewusst­sein lässt sich ver­ein­facht in zwei Sta­di­en unter­tei­len: das Bewusst­sein und das Unter­be­wusst­sein”, erklärt die diplo­mier­te Hyp­no­se-Trai­ne­rin Lisa-Marie Loof. “Unser Bewusst­sein hilft uns beim ratio­na­len Lösen von Auf­ga­ben und beim Tref­fen von Ent­schei­dun­gen. Aber: Es deckt nur etwa zehn Pro­zent unse­rer mög­li­chen, geis­ti­gen Leis­tun­gen ab.”

Das Unter­be­wuss­te spielt bei unse­ren Ent­schei­dun­gen also oft mit rein, ohne das wir Men­schen es wahr­neh­men. “Und genau hier setzt die Hyp­no­se an, denn sie fokus­siert sich auf die Arbeit mit unse­rem Unter­be­wusst­sein”, so die Exper­tin. Mit den klas­si­schen Hyp­no­se-Shows, bei denen Men­schen plötz­lich wie Hun­de bel­len oder ähn­lich skur­ri­le Din­ge machen, hat das aber nichts zu tun.

“Der hyp­no­ti­sche Zustand ist nichts Fremd­ar­ti­ges oder Fremd­ge­steu­er­tes. Wir erle­ben ihn täg­lich, wenn wir voll­stän­dig in die Welt eines guten Buchs oder Films ein­tau­chen und alles um uns her­um aus­blen­den. Kurz vor dem Ein­schla­fen und direkt nach dem Auf­wa­chen befin­den wir Men­schen uns auch in einem Zustand, der sehr ähn­lich ist wie Hyp­no­se”, erklärt Loof.

Wie funk­tio­niert Hyp­no­se?

Der Hyp­no­ti­sier­te wird also in einen bestimm­ten Bewusst­seins­zu­stand ver­setzt. “Die­ser Bewusst­seins­zu­stand ist eine bio­lo­gi­sche Fähig­keit des Men­schen, grund­sätz­lich ist also jeder hyp­no­ti­sier­bar”, sagt die Hyp­no­se-Trai­ne­rin.

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Lisa Loof in ihrer Pra­xis am Kla­gen­fur­ter Waag­platz.
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Der Hyp­no­ti­sier­te bekommt dabei stets mit, was um ihn her­um geschieht. “Hyp­no­se macht nicht wil­len­los, ganz im Gegen­teil. Der eige­ne Wil­le ist die Grund­la­ge für den Erfolg. Es wer­den auch kei­ne Geheim­nis­se oder ande­re pri­va­ten Din­ge auf­ge­deckt, wenn der Hyp­no­ti­sier­te das nicht möch­te”, stellt Loof klar. Und: “Gegen sei­nen Wil­len kann kein Mensch hyp­no­ti­siert wer­den. Weil der Hyp­no­ti­sier­te alles mit­be­kommt, kann er die Hyp­no­se auch jeder­zeit auf eige­nen Wunsch hin abbre­chen. Hyp­no­ti­sier­te kön­nen die gan­ze Zeit über nor­mal kom­mu­ni­zie­ren.”

Wie sich die Hyp­no­se kon­kret anfühlt, ist von Mensch zu Mensch unter­schied­lich. “Die meis­ten beschrei­ben Hyp­no­se als einen Zustand der Ent­span­nung. Sie kön­nen in die­sem Zustand auf­tan­ken und neue Kraft sam­meln. Hyp­no­se kann aber auch als sehr akti­ver Zustand emp­fun­den wer­den, ähn­lich dem Ein­tau­chen in eine Arbeit”, sagt die Hyp­no­se-Trai­ne­rin.

Wobei hilft Hyp­no­se?

Hyp­no­se kann bei einer gan­zen Rei­he von Din­gen hel­fen. Lisa-Marie Loof hat sich etwa auf Rau­cher­ent­wöh­nung,  Hem­mun­gen bei Prü­fun­gen oder Vor­trä­gen, Stress­ge­füh­le bis hin zu Schlaf­lo­sig­keit sowie auf “Digi­tal Detox” spe­zia­li­siert.

“Vie­le Men­schen nut­zen Social Media in einem Über­maß oder füh­len sich unwohl, wenn das Han­dy nicht in Reich­wei­te ist. Das liegt oft am Dopa­min, einem Glücks­hor­mon, das bei der Han­dy-Nut­zung aus­ge­schüt­tet wird. Der Griff nach dem Han­dy führt also dazu, das wir uns gut füh­len”, fasst Loof zusam­men, war­um wir oft zu viel Zeit im digi­ta­len Raum ver­brin­gen.

Aber: “Es geht nicht dar­um, Social Media zu ver­teu­feln, son­dern einen gesun­den Umgang damit zu ent­wi­ckeln.” Und genau dabei kann die Hyp­no­se hel­fen. Neben dem Griff zum Han­dy hat sich die Hyp­no­se-Trai­ne­rin auch dar­auf spe­zia­li­siert, den Men­schen dabei zu hel­fen, ihre Fin­ger von Ziga­ret­ten zu las­sen.

Hem­mun­gen vor Prü­fun­gen oder dem Hal­ten von Vor­trä­gen sind auch rela­tiv weit ver­brei­tet. “Das kann bis hin zu einem kom­plet­ten Black­out füh­ren, was die Betrof­fe­nen nach­hal­tig belas­tet. Mit­tels Hyp­no­se ist es mög­lich, sich die­se Situa­tio­nen genau­er anzu­schau­en und zu ver­än­dern”, erklärt die Hyp­no­se-Trai­ne­rin.

Die Grund­la­ge für den Erfolg ist aber immer der eige­ne Wil­le, denn wie bereits erwähnt: “Durch Hyp­no­se kann kein Mensch gezwun­gen wer­den, Din­ge zu tun oder zu ver­än­dern, wenn er das nicht möch­te. Hyp­no­se kann aber dabei hel­fen, selbst gewoll­te Ent­schei­dun­gen umzu­set­zen”, so Loof.

Online-Hyp­no­se

Die Digi­ta­li­sie­rung hat unser Arbeits­le­ben ver­än­dert, vie­le Betrie­be haben zumin­dest teil­wei­se auf Online-Mee­tings umge­stellt. Auch für die Hyp­no­se eröff­net die fort­schrei­ten­de Tech­nik neue Mög­lich­kei­ten. Kann Hyp­no­se also online funk­tio­nie­ren?

“Ja, war­um denn nicht”, meint Loof. “Wir arbei­ten mit dem Unter­be­wusst­sein und dafür muss man sich nicht phy­sisch zusam­men in einem Raum befin­den.” Vor­aus­set­zun­gen sind, wie auch bei Online-Mee­tings in Büro-Jobs, eine sta­bi­le Inter­net­ver­bin­dung sowie ein Lap­top oder Tablet mit Laut­spre­chern, Mikro­fon und Web­cam.

“Lap­top oder Tablet soll­ten fest instal­liert sein oder ste­hen, damit man die Hän­de frei hat. Der Ort, an dem man Zuhau­se sitzt, soll­te zudem ruhig und bequem sein”, emp­fiehlt die Hyp­no­se-Trai­ne­rin.

02.08.2023 19:00
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Hypnose_Lisa_Loof Lisa-Marie Loof ist diplomierte Hypnose-Trainerin. In ihrem Praxisraum in Klagenfurt hilft sie Menschen beim Digital Detox, bei der Raucherentwöhnung sowie beim Umgang mit Stresssituationen.

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