Kärnten
Nachhaltigkeit: Kärnten braucht Aufbruchsstimmung
Forderung nach einer Allianz für Bodenschutz und wirksamer Klimapolitik für Kärnten.
„Wo bleibt die Aufbruchsstimmung in Kärnten? Seit über 100 Tagen regiert nun das alte Denken in Form der Nachhaltigkeitskoalition. Prioritäten für das Beschreiten neuer Wege, für den Klimaschutz oder konkret definierte Nachhaltigkeitsziele sucht man aber immer noch vergebens“ kommentiert Nationalratsabgeordnete Olga Voglauer die Arbeit der Regierung im Rahmen einer Pressekonferenz. „Die dramatischen Ereignisse der letzten Wochen sollten eigentlich Ansporn genug sein, jetzt mutige Entscheidungen zu treffen, große Schritte in der nachhaltigen Gestaltung unseres Landes zu machen und den Klimaschutz als Chance für eine lebenswerte Zukunft zu begreifen“ appelliert Voglauer an die Regierung, die aktuelle Situation für einen parteiübergreifenden Schulterschluss zugunsten eines klimafreundlichen Fahrplans für die kommenden fünf Jahre zu nutzen.
Budget müsste aufgstockt werden
Das müsse sich auch im Budget widerspiegeln – beispielsweise durch 40 Millionen Euro jährlich, die für Klimawandelanpassungsmaßnahmen zur Verfügung stehen. Denn vieles entwickle sich in Kärnten weiterhin in die falsche Richtung, insbesondere wenn es um den Bodenfraß geht: „In Kärnten lauert hinter jeder Ecke ein Betonmischer.“ Das würden auch aktuelle Beispiele rund um den Bau eines Feriendorfes auf einer Alm in Mühldorf und Widmungsfragen für ein Bauvorhaben in Millstatt verdeutlichen. Vergessen werde dabei, dass gesunde Böden und naturbelassene Flächen Extremwettereignisse abfedern können. Diesbezüglich ruft Voglauer die Landesregierung auf, Teil einer starken Allianz für Bodenschutz zu werden, denn: „Wir brauchen mehr gesunde Böden. Und die Kosten für die Planung und Umsetzung für eine überörtliche Raumplanung und ein neues Raumordnungsgesetz, das Natur- und Retentionsräume schützt, machen nur einen Bruchteil der Kosten unseres Nichtstuns aus – alleine in Anbetracht der Strafzahlungen, die anfallen werden.“
Startschuss einer neuen Energiestrategie ist gefallen
Ähnlich zeige sich die Situation im Ausbau der Erneuerbaren.: „Die Landesregierung ist dafür verantwortlich, die Voraussetzung für das Gelingen einer versorgungssicheren Energiewende zu schaffen. Dabei gilt es definitiv mehr Entschlossenheit zur Bewältigung dieses Meilensteins für eine klimaneutrale Zukunft zu zeigen.“ Der Startschuss für die Erarbeitung einer neuen Energiestrategie, der im Sommer in einer Regierungssitzung gefallen ist, ist Voglauer zu wenig: „Es braucht mehr Tempo, um unsere Unabhängigkeit zu stärken und den Alltag wieder leistbar zu machen.“ Dafür notwendig sei eine mit dem Netzausbau koordinierte Detailplanung auf allen Ebenen des Energiesystems.
Höchste Eisenbahn beim Öffi-Ausbau
„Höchste Eisenbahn für moderne Mobilität“ ortet Voglauer außerdem beim Öffi-Ausbau. „Es ist ein Armutszeugnis, dass in Kärnten nach wie vor stärker auf das Auto gesetzt wird als in allen anderen Bundesländern. Wir brauchen endlich bessere Alternativen! Für die Zukunft gilt es, möglichst vielen Menschen eine bequeme und günstige Mobilität zu ermöglichen.“ Dafür müsse der öffentliche Verkehr besser an die vielfältigen Bedürfnisse der Allgemeinheit angepasst werden. Ein Bekenntnis zu klimafreundlicher Mobilität müsse auch im Landesbudget zu finden sein.
Klagenfurt braucht den Aufbruch
Mit Hinblick auf die erneut aufflammende Debatte rund um die Entwicklung des Flughafens mahnt Voglauer mehr Weitsicht der Verantwortungsträger:innen ein: „Es lohnt auch ein Blick in die Zukunft, die jetzt nicht durch falsche Investments verbaut werden darf. Ich erwarte mir, dass in dieser Angelegenheit endlich eine Entscheidung getroffen wird, die sich langfristig positiv für die Allgemeinheit auswirkt.“ Klar sei jedenfalls, dass es aktives und ambitioniertes Handeln vonseiten der Regierung brauchen wird: „Kärnten braucht den Aufbruch, um nachhaltig voranzukommen. Für mutige Klima- und Bodenschutzprojekte, damit die Kärntnerinnen und Kärntner vor weiterem Bodenfraß und Extremwetterereignissen geschützt sind. Für eine ambitionierte Energiestrategie, die die Voraussetzung für unsere Unabhängigkeit und einen leistbaren Alltag schafft. Für eine bequeme, günstige und klimafreundliche Mobilität. Für eine lebenswerte Zukunft für alle.“


