Schulstart
Preisanstieg bei Schulsachen belastet Familienbudget
Entlastung für Familien: SPÖ Gemeinderatsklub Villach fordert zentralen Grosseinkauf über Bildungsdirektionen und Anpassung des Schulstartgeldes an die Teuerung.
© BG Tanzenberg
Die Schulferien gehen zu Ende und die Notwendigkeit geht einher, neue Schulsachen zu beschaffen. Leider müssen Eltern und Erziehungsberechtigte in Österreich mit einem Anstieg der Preise um durchschnittlich 13 Prozent für Schulsachen rechnen. Laut einer Untersuchung der Arbeiterkammer hat sich die Basisausstattung für Schulanfänger im Vergleich zum Vorjahr um 6,3 Prozent in Fachgeschäften bzw. sogar um 9,6 Prozent in Handelsketten verteuert. Besonders besorgniserregend ist, dass die Preisunterschiede für dieselben Produkte beträchtlich sind. Ein drastisches Beispiel zeigt sich beim Uhu Stic: Während er in manchen Geschäften für 1,69 Euro erhältlich ist, verlangt das teuerste Geschäft satte 4,10 Euro – ein Aufschlag von enormen 143 Prozent.
Preisexplosion belastet Familienbudget
Trotz dieser alarmierenden Zahlen scheint die aktuelle Bundesregierung aus ÖVP und Grünen ihre Aufmerksamkeit auf eine Debatte über Bargeld in der Verfassung und Belegerteilungspflicht ab 30 Euro zu lenken, anstatt sich den drängenden Belangen der Bevölkerung zu widmen. Der SPÖ Gemeinderatsklub Villach kritisiert: “Es ist enttäuschend zu sehen, dass die Regierung sich in Debatten verstrickt, die zwar für die Grünen und die ÖVP relevant sein mögen, aber angesichts der aktuellen finanziellen Belastungen der Familien nicht oberste Priorität haben sollten. Es ist an der Zeit, die dringenden Bedürfnisse der Bevölkerung in den Vordergrund zu stellen.” Die Preisexplosion in Bezug auf Schulsachen belastet nicht nur die Familienbudgets,
sondern verschärft auch die ohnehin prekäre Situation von vielen Kindern und Jugendlichen in Österreich, von denen derzeit rund 316.000 Armutsgefährdet leben.
Schul-Startpaket ist zu wenig!
Das Startpaket allein – bestehend aus Schultasche, Federpenal, Hefte und Turnsachen – schlägt bereits mit bis zu 300 Euro zu Buche. Und obwohl sich die Inflation abzuschwächen beginnt, steigen viele Preise weiter an. Je nach Schultyp und Schulstufe kommen noch zusätzliche Kosten wie Kopierkosten, Milchgeld, Projekt- und Wandertage sowie Elternvereinsbeiträge auf die Erziehungsberechtigten zu. Im Durchschnitt summieren sich laut einer Studie der
Diakonie Österreich diese Ausgaben pro Jahr auf 1.400 Euro für die Volksschule und Unterstufe, während es für die Oberstufe sogar 1.690 Euro sind. Der SPÖ Gemeinderatsklub Villach stellt folgende Forderungen zur Entlastung der Familien auf:
1. Zentraler Grosseinkauf über die Bildungsdirektionen: Die Einführung eines zentralen Grosseinkaufs von Schulsachen über die Bildungsdirektionen könnte die Kosten für Familien erheblich reduzieren. Durch den gemeinsamen Einkauf könnten Rabatte ausgehandelt werden, die den finanziellen Druck auf Eltern und Erziehungsberechtigte mindern.
2. Erhöhung der Familienbeihilfe und des Schulstartgeldes im September:
Die Familienbeihilfe sollte im September an die tatsächliche Teuerung angepasst werden, um den gestiegenen Lebenshaltungskosten gerecht zu werden.
Verdoppelung des Schulstartgelds gefordert
Der SPÖ Gemeinderatsklub Villach betont, dass das aktuelle Schulstartgeld von 105,8 Euro pro Kind im Alter von 6 bis 15 Jahren bei Weitem nicht ausreicht, um die grundlegende schulische Versorgung zu gewährleisten. Daher wird gefordert, dieses Schulstartgeld auf das Doppelte, nämlich 210 Euro, für einkommensschwache Haushalte zu erhöhen. In einer Zeit, in der Bildung eine Schlüsselrolle für die Zukunft unserer Gesellschaft spielt, ist es von entscheidender Bedeutung, dass die Regierung die finanzielle Belastung von Familien in Bezug auf Schulsachen ernst nimmt und geeignete Maßnahmen ergreift, um eine gerechte Bildung für alle Kinder in Österreich sicherzustellen.