Straßenverkehr
Kärntens Fünf-Punkte-Plan gegen Raser
Kärnten will der Raserei und illegalen Straßenrennen ein Ende setzen. Im Rahmen eines „Raser-Gipfels“ wurden fünf Maßnahmen beschlossen, die nun sukzessive umgesetzt werden sollen.
© Büro LR Schuschnig
Fälle von extrem hoher Tempoüberschreitung nehmen ständig zu. Das bereitet nicht nur Sebastian Schuschnig, Landesrat für Verkehrssicherheit, Sorgen. Man will der Raserei und illegalen Straßenrennen einen Riegel vorschieben. Im Rahmen eines “Raser-Gipfels” – gemeinsam mit Vertretern der Verkehrsabteilung der Polizei, des Kuratoriums für Verkehrssicherheit, der Bezirksverwaltungsbehörden und der Landes-Verkehrsabteilung – wurde daher ein Fünf-Punkte-Plan beschlossen.
Punkt 1: Schwerpunktkontrollen
An neuralgischen Raser-Strecken soll es verstärkt Schwerpunktkontrollen geben. Dabei sollen auch “Schnellrichter” zum Einsatz kommen. Sie stellen direkt vor Ort Strafbescheide aus. Erarbeitet werden soll auch ein Präventivkonzept gegen illegale Straßenrennen. Für die Abstimmung dieser Maßnahmen wird eine eigene “Task Force” eingerichtet, die auch in den Sozialen Medien die Tuning- und Motorradszene intensiv verfolgen soll.
Punkt 2: höhere Strafen
Geht es um besonders schwere Fälle von Raserei, sollen die Verkehrsstrafen landesweit vereinheitlicht werden (höhere, einheitliche Richtsätze bei Überschreitungen von über 30 km/h). Schuschnig: “Für geringe Überschreitungen ändert sich nichts.” Es gehe um kein generelles Abkassieren von Autofahrern, sondern um “besonders schwere Fälle und Wiederholungstäter”. Außerdem wird das Land ein bezirksübergreifendes Raser-Register erarbeiten.
Punkt 3: höhere Kontrolldichte
Es gehe weiters um eine Erhöhung der polizeilichen Kontrolldichte. “Dafür rüsten wir die Polizei mit neuem Equipment aus. Neben einer hochmodernen, mobilen Geschwindigkeits-Messanlage werden der Polizei ab dem Frühsommer auch PS-starke Zivilstreifen zur Verfügungen stehen”, schickt Schuschnig voraus.
Punkt 4: Bewusstseinsbildung
Die schrecklichen Gefahren der Raserei sollen in einer Kampagne mit der Verkehrspolizei thematisiert werden – mit Fokus auf die Sozialen Medien.
Punkt 5: Fokus auf Drogenlenker
Auch der Kontrolldruck auf Drogenlenker wird erhöht. Obwohl es 2020 ein um etwa 50 Prozent geringeres Verkehrsaufkommen gab, wurden mehr Anzeigen wegen Drogen verzeichnet. “Zur Bekämpfung starten wir mit dem Kuratorium für Verkehrssicherheit ein Pilotprojekt und wir bauen die Schulungen für Exekutivbeamte in Kärnten weiter aus”, kündigt der Landesrat dazu Gespräche mit dem Innenministerium an.
2020 viele Verkehrsdelikte
Dieser Fünf-Punkte-Plan soll nach und nach in Kraft treten. Im Spätsommer steht eine Evaluierung – mit eventueller Nachschärfung – an.
Oberst Adolf Winkler von der Landesverkehrsabteilung der Polizei berichtet, dass sich trotz weniger Verkehr 2020 “die Anzahl der Verkehrsdelikte in einem sehr hohen Bereich eingependelt hat”.
Es gab:
- 367.000 Radar-Anzeigen
- knapp 17.000 Anzeigen mit Laser-Geräten
- über 200 Drogenlenker
- rund 2.000 alkoholisierte Lenker

