Straßenverkehr

Kärn­tens Fünf-Punk­te-Plan gegen Raser

Kärnten will der Raserei und illegalen Straßenrennen ein Ende setzen. Im Rahmen eines „Raser-Gipfels“ wurden fünf Maßnahmen beschlossen, die nun sukzessive umgesetzt werden sollen.

Raser Wollen verstärkt gegen Raser vorgehen: Albert Kreiner, Adolf Winkler und Sebastian Schuschnig

© Büro LR Schuschnig

"KLICK Kärnten" auf Google als bevorzugte Nachrichtenquelle festlegen
Anzeige

Fäl­le von extrem hoher Tem­po­über­schrei­tung neh­men stän­dig zu. Das berei­tet nicht nur Sebas­ti­an Schu­sch­nig, Lan­des­rat für Ver­kehrs­si­cher­heit, Sor­gen. Man will der Rase­rei und ille­ga­len Stra­ßen­ren­nen einen Rie­gel vor­schie­ben. Im Rah­men eines “Raser-Gip­fels” – gemein­sam mit Ver­tre­tern der Ver­kehrs­ab­tei­lung der Poli­zei, des Kura­to­ri­ums für Ver­kehrs­si­cher­heit, der Bezirks­ver­wal­tungs­be­hör­den und der Lan­des-Ver­kehrs­ab­tei­lung – wur­de daher ein Fünf-Punk­te-Plan beschlos­sen.

Punkt 1: Schwer­punkt­kon­trol­len

An neur­al­gi­schen Raser-Stre­cken soll es ver­stärkt Schwer­punkt­kon­trol­len geben. Dabei sol­len auch “Schnell­rich­ter” zum Ein­satz kom­men. Sie stel­len direkt vor Ort Straf­be­schei­de aus. Erar­bei­tet wer­den soll auch ein Prä­ven­tiv­kon­zept gegen ille­ga­le Stra­ßen­ren­nen. Für die Abstim­mung die­ser Maß­nah­men wird eine eige­ne “Task Force” ein­ge­rich­tet, die auch in den Sozia­len Medi­en die Tuning- und Motor­rad­sze­ne inten­siv ver­fol­gen soll.

Punkt 2: höhe­re Stra­fen

Geht es um beson­ders schwe­re Fäl­le von Rase­rei, sol­len die Ver­kehrs­stra­fen lan­des­weit ver­ein­heit­licht wer­den (höhe­re, ein­heit­li­che Richt­sät­ze bei Über­schrei­tun­gen von über 30 km/h). Schu­sch­nig: “Für gerin­ge Über­schrei­tun­gen ändert sich nichts.” Es gehe um kein gene­rel­les Abkas­sie­ren von Auto­fah­rern, son­dern um “beson­ders schwe­re Fäl­le und Wie­der­ho­lungs­tä­ter”. Außer­dem wird das Land ein bezirks­über­grei­fen­des Raser-Regis­ter erar­bei­ten.

Punkt 3: höhe­re Kon­troll­dich­te

Es gehe wei­ters um eine Erhö­hung der poli­zei­li­chen Kon­troll­dich­te. “Dafür rüs­ten wir die Poli­zei mit neu­em Equip­ment aus. Neben einer hoch­mo­der­nen, mobi­len Geschwin­dig­keits-Mess­an­la­ge wer­den der Poli­zei ab dem Früh­som­mer auch PS-star­ke Zivil­strei­fen zur Ver­fü­gun­gen ste­hen”, schickt Schu­sch­nig vor­aus.

Punkt 4: Bewusst­seins­bil­dung

Die schreck­li­chen Gefah­ren der Rase­rei sol­len in einer Kam­pa­gne mit der Ver­kehrs­po­li­zei the­ma­ti­siert wer­den – mit Fokus auf die Sozia­len Medi­en.

Punkt 5: Fokus auf Dro­gen­len­ker

Auch der Kon­troll­druck auf Dro­gen­len­ker wird erhöht. Obwohl es 2020 ein um etwa 50 Pro­zent gerin­ge­res Ver­kehrs­auf­kom­men gab, wur­den mehr Anzei­gen wegen Dro­gen ver­zeich­net. “Zur Bekämp­fung star­ten wir mit dem Kura­to­ri­um für Ver­kehrs­si­cher­heit ein Pilot­pro­jekt und wir bau­en die Schu­lun­gen für Exe­ku­tiv­be­am­te in Kärn­ten wei­ter aus”, kün­digt der Lan­des­rat dazu Gesprä­che mit dem Innen­mi­nis­te­ri­um an.

2020 vie­le Ver­kehrs­de­lik­te

Die­ser Fünf-Punk­te-Plan soll nach und nach in Kraft tre­ten. Im Spät­som­mer steht eine Eva­lu­ie­rung – mit even­tu­el­ler Nach­schär­fung – an.

Oberst Adolf Wink­ler von der Lan­des­ver­kehrs­ab­tei­lung der Poli­zei berich­tet, dass sich trotz weni­ger Ver­kehr 2020 “die Anzahl der Ver­kehrs­de­lik­te in einem sehr hohen Bereich ein­ge­pen­delt hat”.

Es gab:

  • 367.000 Radar-Anzei­gen
  • knapp 17.000 Anzei­gen mit Laser-Gerä­ten
  • über 200 Dro­gen­len­ker
  • rund 2.000 alko­ho­li­sier­te Len­ker

30.03.2021 17:20 - Update am: 07.04.2021 07:57
Anzeige
Raser Wollen verstärkt gegen Raser vorgehen: Albert Kreiner, Adolf Winkler und Sebastian Schuschnig

© Büro LR Schuschnig