Hotelierin
Eva Tulissi und ihr „Anker“ in Jesolo
In den 70er Jahren verlegte die gebürtige Feldkirchnerin Eva Tulissi ihren Lebensmittelpunkt nach Jesolo (Italien). Im Gespräch mit „KLiCK Kärnten“ erzählt sie, wann und weshalb sie die Laufbahn als Hotelierin einschlug.
Die Vorfahren von Eva Tulissi wanderten Ende des 19. Jahrhunderts wie viele Familien aus Friaul nach Kärnten aus. Sie machten sich in Feldkirchen sesshaft. Genauer gesagt siedelte sich die Familie Tulissi in Laboisen bei Feldkirchen an. „Ich hatte eine unbekümmerte und spannende Kindheit. In der Zeit hat es viele Kinder in der Nachbarschaft gegeben“, erzählt Eva Tulissi im Gespräch mit „KLiCK Kärnten“. Mittlerweile besitzt die Feldkirchnerin mit ihrem Ehemann Marino Anzanello in Jesolo ein Hotel. Doch alles der Reihe nach.
Die Schulzeit
Nach der Volksschule in Feldkirchen besuchte Tulissi das Gymnasium mit neusprachlichem Schwerpunkt in Villach. Später begann sie ein Jus-Studium in Graz. „Daneben habe ich als Ferialpraktikantin in Jesolo gearbeitet. Schon mit 16 Jahren habe ich das Hotel Carinzia geleitet. Bis zu 18 Stunden lang war mein Arbeitstag. Ich wollte prozentual am Umsatz beteiligt sein. Das wollte aber der Chef nicht. Deshalb habe ich gekündigt und als Verkäuferin in einem Betrieb angefangen“, schildert Tulissi. Ihr Leben änderte sich von einer Minute auf die andere: „Ich habe meinen Mann Marino kennen und lieben gelernt.“ Im Jahr 1979 läuteten die Hochzeitsglocken. Aus der Ehe gingen zwei Kinder hervor.

Der Anker
1990 setzte das Ehepaar endgültig seinen Anker in Jesolo (Italien), als es das Hotel Ancora (Anker) pachtete. Zwölf Jahre später kauften sie es. „Das Ancora ist ein altehrwürdiges Hotel in Jesolo, es war das erste Haus mit einem Lift. Inzwischen gibt es zwei Lifte und einen Autolift für die Tiefgarage. Auch dabei waren wir Vorreiter in Jesolo“, sagt die Hotelierin. Es vergeht kaum ein Jahr, in dem das Hotel nicht renoviert oder erneuert wird. Nach dem heißen Sommer im Jahr 2003 wurden das Hotel und alle Zimmer mit einer Klimaanlage versehen. Seit 2011 hat das „Ancora“ auch einen Swimming Pool, von dem die Gäste einen herrlichen Blick auf die Adria genießen. „Wir versuchen immer, den Wünschen unserer Gäste gerecht zu werden. Derzeit haben wir 72 Zimmer mit rund 150 Betten in bester Lage direkt am Strand. Die Buchungslage ist sehr gut, weil wir rund 70 Prozent Stammgäste haben“, erzählt Tulissi.

Besuch bei der Mutter
Den Kontakt zur alten Heimat Feldkirchen erhält sie stets aufrecht. „Ich besuche normal in regelmäßigen Abständen meine Mutter. Nur Corona hatte zuletzt etwas dagegen. Ich war das letzte Mal vor acht Monaten in Kärnten. Deshalb freuen wir uns, dass wir immer wieder Gäste aus Feldkirchen begrüßen dürfen. Mit Hotelierin Eva-Maria Hoffmann aus Steindorf pflegen wir einen regen Austausch mit gegenseitigen Besuchen“, verrät Tulissi.
Unter der Corona-Pandemie litt das Ancora-Hotel nicht. „Wir haben sehr hohe Hygiene-Vorschriften und viele Stammgäste, die uns die Treue halten“, ist Tulissi dankbar.
