Wirtschaft

Kla­gen­furt: Unter­neh­mer sor­gen sich um Zukunft

Der Ausblick auf die kommenden Monate gibt Anlass zur Sorge, die Ergebnisse der Umfrage wurden heute bei der Klagenfurter Wirtschafts- und Konjunkturkonferenz präsentiert.

Kla­gen­furt: Unter­neh­mer sor­gen sich um Zukunft Rudolf Bredschneider, Spartenobmann-Stv Gewerbe und Handwerk; Spartengeschäftsführer Alexander Kuess; Bezirksstellenleiter Markus Polka; Philipp Domenig, Mitarbeiter Wirtschaftspolitik; Bürgermeister Christian Scheider; Vizebürgermeister Philipp Liesnig und Volkmar Fussi, Obmann der Fachgruppe Werbung und Marktkommunikation. (hinten von links) Wolfgang Streißnig, Spartenobmann-Stv. & Obmann des Bundesgremiums der Tabaktrafikanten; Stadtärtin Sandra Wassermann. Herta Stockbauer, Spartenobfrau und Obfrau des Fachverbandes der Banken und Bankiers der Wirtschaftskammer Österreich; Franz Ahm, WK-Obmann Bezirksstelle Klagenfurt-Stadt; Vizebürgermeister Alois Dolinar; Franz Valentin Huditz, Mitglied der Fachgruppe Gastronomie und GR Julian Geier. (vorne von links)

© WKK / Peter Just

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Die Stim­mung unter den Kla­gen­fur­ter Unter­neh­mern ist ange­spannt: Laut aktu­el­ler Kon­junk­tur­um­fra­ge haben sich sowohl die Ein­schät­zun­gen zur aktu­el­len Lage als auch zu den Aus­sich­ten wei­ter ver­schlech­tert.

Die Ein­schät­zun­gen der Kla­gen­fur­ter Unter­neh­me­rin­nen und Unter­neh­mer zur aktu­el­len Lage wie auch zu den Geschäfts­aus­sich­ten haben sich ver­schlech­tert. Das zei­gen die Ergeb­nis­se einer Kon­junk­tur­um­fra­ge unter Kla­gen­fur­ter Unter­neh­mern, die die Bezirks­stel­le Kla­gen­furt der Wirt­schafts­kam­mer Kärn­ten bereits zum zwei­ten Mal durch­ge­führt hat. Vor allem die The­men Arbeits- und Fach­kräf­te­man­gel sowie Ener­gie­prei­se berei­ten den Wirt­schafts­trei­ben­den gro­ße Sor­gen. Wie die kon­junk­tu­rel­le Stim­mung ist und wel­che Lösungs­vor­schlä­ge es gibt — das haben Ver­tre­ter der Wirt­schaft heu­te im Rah­men der zwei­ten Kla­gen­fur­ter Wirt­schafts- und Kon­junk­tur­kon­fe­renz der Kla­gen­fur­ter Stadt­re­gie­rung prä­sen­tiert.

Wirt­schaft­li­che Aus­sich­ten eher beschei­den

„Dass sich der Aus­tausch auf Augen­hö­he zwi­schen Wirt­schafts­trei­ben­den und Stadt­po­li­tik lohnt, das zei­gen die Ergeb­nis­se, die seit der ers­ten Kon­fe­renz umge­setzt wer­den konn­ten“, beton­te Franz Ahm, Obmann der Bezirks­stel­le Kla­gen­furt der Wirt­schafts­kam­mer Kärn­ten, bei der gemein­sa­men Pres­se­kon­fe­renz. Die wirt­schaft­li­chen Aus­sich­ten der Unter­neh­me­rin­nen und Unter­neh­mer bis zum Jah­res­en­de sind sehr ver­hal­ten. „Es gibt deut­li­che Ris­se in der Kon­junk­tur. Auch wenn die Zei­ten der­zeit nicht die ein­fachs­ten sind, gilt es den Blick nach vor­ne zu rich­ten, den Stand­ort zu stär­ken und die Kla­gen­fur­ter Unter­neh­me­rin­nen und Unter­neh­mer best­mög­lich zu unter­stüt­zen“, beton­te Ahm.

Die Ergeb­nis­se im Detail

Im Befra­gungs­zeit­raum von Mit­te Sep­tem­ber bis Anfang Okto­ber 2023 haben ins­ge­samt 200 Unter­neh­men aus der Lan­des­haupt­stadt an der Kon­junk­tur­um­fra­ge teil­ge­nom­men. „Bezo­gen auf den Gesamt­um­satz rech­nen 34 Pro­zent der Unter­neh­me­rin­nen und Unter­neh­mer mit gleich­blei­ben­den, 28 Pro­zent mit stei­gen­den Umsät­zen. Der Sal­do aus posi­ti­ven und nega­ti­ven Erwar­tun­gen für die kom­men­den 12 Mona­te liegt mit ‑10 im nega­ti­ven Bereich“, so Wirt­schafts­kam­mer-Bezirks­stel­len­lei­ter Mar­kus Pol­ka, der die Umfra­ge prä­sen­tier­te. Zu den Export­um­sät­zen sag­te Pol­ka: „28 Pro­zent rech­nen mit stei­gen­den Export­um­sät­zen, 34 Pro­zent mit gleich­blei­ben­den und 38 Pro­zent mit sin­ken­den.” Bei der Auf­trags­la­ge rech­nen 36 Pro­zent mit einer gleich­blei­ben­den, 19 Pro­zent mit einer bes­se­ren Auf­trags­la­ge. Dem­ge­gen­über ste­hen 40 Pro­zent der Unter­neh­mer, die von einer Ver­schlech­te­rung aus­ge­hen. Zurück­hal­tend ist auch die Inves­ti­ti­ons­be­reit­schaft: Mehr als die Hälf­te (55 Pro­zent) der Unter­neh­men gibt an, nicht inves­tie­ren zu wol­len, 24 Pro­zent wer­den in Ersatz­be­darf inves­tie­ren und 20 Pro­zent pla­nen Neu­in­ves­ti­tio­nen.

Arbeits- und Fach­kräf­te­man­gel

Die größ­te Her­aus­for­de­rung für die kom­men­den Mona­te ist der Arbeits- und Fach­kräf­te­man­gel, gefolgt von Infla­ti­on, hohen Ener­gie- und Roh­stoff­prei­sen sowie Vor­leis­tungs- und Arbeits­kos­ten. Die Unter­neh­men for­dern drin­gend eine steu­er­li­che Begüns­ti­gung von Über­stun­den. 50 Pro­zent der Befrag­ten wün­schen sich zudem attrak­ti­ve Anrei­ze für eine län­ge­re Beschäf­ti­gung älte­rer Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter. Auch eine bes­se­re Ver­ein­bar­keit von Fami­lie und Beruf wird von den Befrag­ten gefor­dert.

Kor­alm­bahn – AREA Süd

Die Hälf­te der Kla­gen­fur­ter Unter­neh­men hat der­zeit noch kei­ne Erwar­tun­gen an die Inbe­trieb­nah­me der Kor­alm­bahn. Mit rund 33 Pro­zent befürch­tet aber ein Drit­tel der Betrie­be einen mög­li­chen Ver­lust von Mit­ar­bei­tern. Ahm: „Die Kor­alm­bahn ist eine Jahr­hun­dert­chan­ce, aber auch eine Her­aus­for­de­rung, vor allem wenn der Zug nur Leu­te mit­nimmt und in Kla­gen­furt nie­mand aussteigt.Wir müs­sen die Men­schen und auch die Unter­neh­mer bes­ser über die­ses Pro­jekt infor­mie­ren und ihnen die posi­ti­ven Chan­cen, die die Bahn mit sich bringt, erklä­ren.“

Bür­ger­meis­ter Chris­ti­an Schei­der (Team Kärn­ten):

„Die heu­te prä­sen­tier­ten Zah­len spie­geln die all­ge­mei­ne Ent­wick­lung wider. Um die Betrie­be zu unter­stüt­zen, wer­den wir ver­su­chen, Auf­trä­ge vor­zu­zie­hen. Vor allem bei der Kor­alm­bahn müs­sen wir gemein­sam an einem Strang zie­hen. Das ist eine ein­ma­li­ge Chan­ce, die wir nut­zen müs­sen.“

Vize­bür­ger­meis­ter Fin­an­stadt­rat Phil­ipp Lies­nig (SPÖ):

„Bei der Kor­alm­bahn gibt es kei­ne gemein­sa­me Stra­te­gie, wohin die Rei­se gehen soll. Unse­re Unter­neh­mer und auch unse­re Bür­ge­rin­nen und Bür­ger kön­nen enorm davon pro­fi­tie­ren, wir müs­sen es nur rich­tig kom­mu­ni­zie­ren.“

GR Juli­an Gei­er, Klub­ob­mann-Stell­ver­tre­ter (ÖVP):

„Kla­gen­furt muss für Unter­neh­men attrak­ti­ver wer­den. Es feh­len die Rah­men­be­din­gun­gen. Die Stadt­po­li­tik hat die Jahr­hun­dert­chan­ce Kor­alm­bahn­tun­nel nicht erkannt, die Stei­rer haben ihre Haus­auf­ga­ben schon gemacht, wir ste­hen erst am Anfang. Die Flä­chen rund um den Bahn­hof müs­sen opti­mal genutzt wer­den. Es fehlt auch ein Stadt­ent­wick­lungs­kon­zept. Kla­gen­furt muss eine Stadt mit Per­spek­ti­ve wer­den“.

San­dra Was­ser­mann, Stadt­rä­tin für kom­mu­na­le Dienst­leis­tun­gen (FPÖ):

„Die Zusam­men­ar­beit zwi­schen Poli­tik und Wirt­schafts­kam­mer funk­tio­niert sehr gut und fin­det auf Augen­hö­he statt. Der Arbeits­kräf­te­man­gel belas­tet die Unter­neh­mer enorm. Wir müs­sen alles dar­an­set­zen, Kla­gen­furt als attrak­ti­ven Stand­ort zum Leben und Arbei­ten zu machen. Mit der neu­en, kür­ze­ren Tak­tung des öffent­li­chen Ver­kehrs­net­zes haben wir bereits einen wich­ti­gen Schritt gesetzt.“

16.10.2023 19:00
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Kla­gen­furt: Unter­neh­mer sor­gen sich um Zukunft Rudolf Bredschneider, Spartenobmann-Stv Gewerbe und Handwerk; Spartengeschäftsführer Alexander Kuess; Bezirksstellenleiter Markus Polka; Philipp Domenig, Mitarbeiter Wirtschaftspolitik; Bürgermeister Christian Scheider; Vizebürgermeister Philipp Liesnig und Volkmar Fussi, Obmann der Fachgruppe Werbung und Marktkommunikation. (hinten von links) Wolfgang Streißnig, Spartenobmann-Stv. & Obmann des Bundesgremiums der Tabaktrafikanten; Stadtärtin Sandra Wassermann. Herta Stockbauer, Spartenobfrau und Obfrau des Fachverbandes der Banken und Bankiers der Wirtschaftskammer Österreich; Franz Ahm, WK-Obmann Bezirksstelle Klagenfurt-Stadt; Vizebürgermeister Alois Dolinar; Franz Valentin Huditz, Mitglied der Fachgruppe Gastronomie und GR Julian Geier. (vorne von links)

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