Aufräumarbeiten

Arbeits­su­chen­de unter­stüt­zen Land nach Unwet­tern

Das Beschäftigungsprojekt „Katastrophenhilfe Kärnten“ wird vorläufig in acht Kärntner Gemeinden umgesetzt. Es bietet Arbeitssuchende neue Chancen. Sie erhalten sinnstiftende Aufgaben und bieten Kommunen die dringend benötigte Unterstützung.

Arbeits­su­chen­de unter­stüt­zen Land nach Unwet­tern Landeshauptmann-Stellvertretein Gaby Schaunig, Landesrat Daniel Fellner, Bürgermeisterin Elisabeth Lobnik und AMS-Geschäftsführer Peter Wedenig mit den Mitarbeitern, die in Bad Eisenkappel mit der Beseitigung der Unwetterschäden beschäftigt sind.

© Büro LHStvin Schaunig

"KLICK Kärnten" auf Google als bevorzugte Nachrichtenquelle festlegen
Anzeige

Anfang August öff­ne­ten sich über Kärn­ten die Schleu­sen: tage­lan­ge Nie­der­schlä­ge mit Stark­re­gen führ­ten zu Über­schwem­mun­gen, Hoch­was­ser, Hang­rut­schun­gen und Muren. Fast das gesam­te Lan­des­ge­biet war betrof­fen, Unter­stüt­zung in ver­schie­de­nen Berei­chen drin­gend nötig. Mit Mitt­woch, 16. August, also weni­ger als zwei Wochen nach dem Unwet­ter­er­eig­nis, star­te­ten die ers­ten Arbeits­su­chen­den ihren Ein­satz in den schwer getrof­fe­nen Gebie­ten.

Ein­ge­spiel­te Struk­tur zur Unter­stüt­zung

„Auf­grund der Häu­fig­keit sol­cher Natur­ka­ta­stro­phen haben wir mitt­ler­wei­le – lei­der oder glück­li­cher­wei­se – eine bes­tens ein­ge­spiel­te Struk­tur, um Gemein­den sehr rasch mit tat­kräf­ti­gen Hel­fe­rin­nen und Hel­fern zu unter­stüt­zen“, erklär­ten Arbeits­markt­re­fe­ren­tin Lan­des­haupt­mann-Stell­ver­tre­te­rin Gaby Schau­nig, Kata­stro­phen­schutz­re­fe­rent Lan­des­rat Dani­el Fell­ner und AMS-Kärn­ten-Geschäfts­füh­rer Peter Wede­nig ges­tern bei einem Lokal­au­gen­schein in Bad Eisen­kap­pel. Sobald ein ent­spre­chen­des Scha­dens­aus­maß abseh­bar ist, akti­vie­ren Land und AMS Kärn­ten einen Kri­sen­stab und stel­len ein auf die jewei­li­ge Situa­ti­on abge­stimm­tes Hilfs­pro­jekt auf die Bei­ne.

„In Kri­sen­zei­ten ist es not­wen­dig, Hil­fe auf­zu­stel­len, die einer­seits schnell, ande­rer­seits aber auch län­ger­fris­tig wirkt. Daher sind die Per­so­nen, die wir in den Gemein­den über das Pro­jekt „Kata­stro­phen­hil­fe Kärn­ten“ in Beschäf­ti­gung gebracht haben, unter­schied­lich lan­ge im Ein­satz, von meh­re­ren Wochen bis hin zu meh­re­ren Mona­ten“, erklärt Schau­nig.

“Jede zusätz­li­che Arbeits­kraft wird gebraucht!”

Für Kata­stro­phen­schutz- und Gemein­de­re­fe­rent Dani­el Fell­ner ist es beson­ders rele­vant, auch dann, wenn das media­le Inter­es­se abebbt, den Blick auf die kata­stro­phen­ge­beu­tel­te Regi­on zu len­ken: „Nur, weil das Gröbs­te besei­tigt wur­de, heißt das noch lan­ge nicht, dass das Leben wie­der in geord­ne­ten Bah­nen ver­läuft. Die Behe­bung von Unwet­ter­schä­den dau­ert lan­ge und bin­det vie­le Kräf­te. Jede zusätz­li­che Arbeits­kraft, jedes zusätz­li­che paar Hän­de, wird drin­gend gebraucht.“

Neue Chan­cen für Arbeits­su­chen­de

„Der Nut­zen die­ses Pro­jek­tes ist ein viel­fa­cher: Wir schaf­fen damit rasch, vor Ort und auf län­ge­re Sicht Hil­fe für Gemein­den. Gleich­zei­tig schaf­fen wir regio­nal Chan­cen für Arbeit­su­chen­de mit Beschäf­ti­gungs­mög­lich­kei­ten, die einen gro­ßen gesell­schaft­li­chen Mehr­wert haben“, sagt Wede­nig. Die Ziel­grup­pe sei weit gefasst, ins­be­son­de­re rich­tet sich die Maß­nah­me aber an Älte­re und Lang­zeit­ar­beits­lo­se. „Hier muss man auch die Tätig­keits­fel­der im Blick haben: Gefragt sind Hilfs- und Fach­kräf­te mit hand­werk­li­chen Fähig­kei­ten, die auch kör­per­lich belast­bar sind für die viel­fäl­ti­gen Auf­räum­ar­bei­ten.“

Zwei zusätz­li­che Per­so­nen in Eisen­kap­pel im Ein­satz

In Bad Eisen­kap­pel sind der­zeit zwei zusätz­li­che Per­so­nen über die „Kata­stro­phen­hil­fe“ beschäf­tigt. Bür­ger­meis­te­rin Eli­sa­beth Lob­nik berich­tet: „Die Män­ner unter­stüt­zen unse­re Bau­hof­mit­ar­bei­ter bei der Sanie­rung der beschä­dig­ten Infra­struk­tur, quer durch die gesam­te Gemein­de. Aus­ge­spül­te Stra­ßen­ban­ket­te müs­sen saniert wer­den, die Wan­der­we­ge rund um den Ort sind teil­wei­se stark beschä­digt oder durch umge­stürz­te Bäu­me ver­legt, mit Sand und Schlamm ver­un­rei­ni­ge Wie­sen und Flä­chen müs­sen gesäu­bert wer­den. Ich bin über­zeugt, dass alle Betei­lig­ten sehr von die­ser Maß­nah­me pro­fi­tie­ren. Mit 200 km² Flä­che ist unse­re Gemein­de sehr groß und macht unse­ren Bau­hof­mit­ar­bei­tern auch in ‚nor­ma­len‘ Zei­ten sehr viel Arbeit. Die zusätz­li­che Belas­tung durch die Natur­ka­ta­stro­phe kann durch die Unter­stüt­zung aus dem Beschäf­ti­gungs­pro­jekt etwas gemil­dert wer­den.“

Pro­jekt läuft bis 31. Dezem­ber 2023

„Kata­stro­phen­hil­fe 2023“ ist ein gemein­nüt­zi­ges Beschäf­ti­gungs­pro­jekt im Rah­men der gemein­nüt­zi­gen Arbeits­kräf­te­über­las­sung „Mit­ein­an­der Kärn­ten“, umge­setzt von GPS Kärn­ten. Die Pro­jekt­dau­er ist von 16. August bis 31. Dezem­ber 2023 ange­setzt. Pro­jekt­zie­le sind die Wie­der­ein­glie­de­rung und nach­hal­ti­ge Inte­gra­ti­on von Älte­ren und Lang­zeit­ar­beits­lo­sen in den ers­ten Arbeits­markt und die raschen und unbü­ro­kra­ti­schen Hil­fe­stel­lun­gen bei Auf­räum­ar­bei­ten für Gemein­den, die von Natur­ka­ta­stro­phen betrof­fen sind. Das Pro­jekt ist kärn­ten­weit für 15 Per­so­nen im Kata­stro­phen­fall geplant; aktu­ell sind 11 Per­so­nen im Ein­satz in den Gemein­den Gal­li­zi­en, St. Geor­gen, Völ­ker­markt, Ebern­dorf, Blei­burg, Grif­fen, St. Paul im Lavant­tal und Eisen­kap­pel-Vel­lach. Die Gesamt­kos­ten betra­gen 140.000 Euro, davon finan­ziert das AMS 93.338 Euro und das Land Kärn­ten 46.662 Euro.

17.10.2023 15:00
Anzeige
Arbeits­su­chen­de unter­stüt­zen Land nach Unwet­tern Landeshauptmann-Stellvertretein Gaby Schaunig, Landesrat Daniel Fellner, Bürgermeisterin Elisabeth Lobnik und AMS-Geschäftsführer Peter Wedenig mit den Mitarbeitern, die in Bad Eisenkappel mit der Beseitigung der Unwetterschäden beschäftigt sind.

© Büro LHStvin Schaunig