Eisenbahntunnel
Offizielles „Bahn frei“ für den Karawankentunnel
Knapp zehn Monate lang wurde am Karawanken-Eisenbahntunnel gearbeitet, er wurde saniert. Seit 10. Juli rollen die Züge wieder, nun fand die offizielle Inbetriebnahme statt.
© ÖBB/emedia
Der Karawankentunnel ist erneuert und wurde von Bundesministerin Leonore Gewessler, ÖBB-CEO Andreas Matthä, vom slowenischen Infrastruktur-Minister Jernej Vrtovec, EU-Botschafter Martin Selmayr und Landeshauptmann Peter Kaiser in Betrieb genommen.
Nun ist der Tunnel wieder auf dem modernsten technischen Stand, dafür haben Österreich und Slowenien zusammengearbeitet. Der Karawankentunnel ist eine wichtige Verbindung des süddeutschen und österreichischen Wirtschaftsraumes zu den Häfen in Slowenien, Kroatien und Griechenland. Rund 140 Millionen Euro wurden investiert, eine Kofinanzierung von Österreich, Slowenien und der EU. Rund 73 Millionen Euro steuerten die ÖBB bei.
Mehr Bahn ist mehr Klimaschutz
Vrtovec freute sich: “Die Sicherstellung einer besseren Schienenanbindung an den weiteren europäischen Raum ist eine der wichtigen Visionen des Infrastruktur-Ministeriums, denn nur durch die Konzentration auf den Schienenverkehr können wir unsere ehrgeizigen Umweltziele erreichen.” Auch Gewessler sprach vom Klimaschutz: “Wir wollen gemeinsam all die Chancen nützen, die ein klimafreundlicher Verkehr mitbringt. Genau dafür bauen und renovieren wir in ganz Österreich die notwendige Infrastruktur. Mit dem Karawanken-Eisenbahntunnel können wir heute eine wichtige Verbindung eröffnen – rundumerneuert und mit höchsten Standards. Dieser Tunnel verbindet Österreich mit Slowenien – er steht heute für Klimaschutz und die Zukunft, in die wir uns gemeinsam aufmachen.”
EU fördert klimafreundlichen Verkehr
Für Selmayr steht der Tunnel für “die Überwindung von Grenzen”: “Die von der Europäischen Union unterstützte Sanierung des Tunnels erleichtert den Gütertransport an die Adriahäfen Koper und Rijeka. Wir haben rund 200.000 Kilometer Schienenstrecke in der EU. Um unsere ehrgeizigen Klimaziele zu erreichen, müssen wir diese attraktiv gestalten und weiter ausbauen. Die EU fördert klimafreundliche transeuropäische Verkehrslösungen in der laufenden Finanzperiode mit rund 15 Milliarden Euro.”
Menschen und Industrie profitieren
Kaiser lobte die ÖBB: “Jede Investition in eine moderne Bahn ist eine nachhaltige und kluge Investition. Die ÖBB tragen mit ihren Investitionen einen wichtigen Teil dazu bei, dass die Infrastruktur in unserem Bundesland weiter verbessert und so für die Anforderungen der Zukunft fit gemacht wird. Das stärkt die Region als Wirtschaftsstandort, sichert Arbeitsplätze und sorgt so für Nachhaltigkeit im besten Sinn.”
“Die Modernisierung des Karawankentunnels ist einerseits wichtig für die Personenverkehrsachse München-Salzburg-Ljubljana-Thessaloniki. Andererseits ist sie entscheidend für die Sicherung und Beschleunigung des Güterverkehrs zwischen den Industriestandorten in Süddeutschland, Ostösterreich und den Adriahäfen. Von der Modernisierung des Karawankentunnels profitieren Menschen und Industrie gleichermaßen durch perfekte Anbindung ans europäische Bahnnetz”, schloss Matthä.
Zahlen & Fakten
- rund 12,3 Kilometer Projektlänge
- rund acht Kilometer Tunnel
- rund 26.000 Meter Schienen
- rund 40.000 Tonnen Gleisschotter
- über 20.000 Stück Schwellen
- 31 Kilometer Glasfaserkabel
- 16 Kilometer Funkkabel
- zwei GSM‑R Basisstationen