Weihnachtskekse
Rezepte und Tipps von Kärntner Profibäckerinnen
Vor Weihnachten verwandeln sich viele Kärntner Küchen in Backstuben und es duftet herrlich nach Vanille, Zimt oder Lebkuchen. Damit das Kekse backen gelingt, haben wir vier Profis aus Kärnten nach ihren Backtipps und Keksrezepten gefragt.
© Carletto Photography
Advent, Advent, der Keks verbrennt? Selbst gemachte Vanillekipferl, Kokosbusserl und Co. gehören zur Weihnachtszeit wie der Stern auf den Christbaum. Was in der Backstube bei der Oma oder der Mama so leicht aussieht, ist in Wirklichkeit aber zeitaufwendige Arbeit.
Da will man natürlich, dass die eigenen Kekse perfekt gelingen. Denn gekaufte Kekse aus dem Supermarkt sind verpöhnt und kommen auch niemals an den Geschmack von Selbstgebackenem heran. “KLiCK Kärnten” hat sich deshalb in den Backstuben des Landes umgehört und bei heimischen Profis wertvolle Tipps geholt.
Keine Experimente beim Rezept
“Im Gegensatz zum Kochen sollte man sich beim Backen exakt an die Zutatenliste halten und nicht experimentieren! Besser genau wiegen und an die Mengen und Rezeptangaben halten”, rät die bekannte Foodbloggerin Cooking Catrin.
Catrin bäckt neben klassischen Rezepten auch eigene Kreationen, beispielsweise Schoko-Kurkuma-Kringel oder Schoko-Nuss-Waffelschnitten. Ihre Rezepte sind hier zu finden. Neben eigenen Rezepten hat Catrin aber auch allgemeine Tipps und Tricks für Hobbybäcker parat.
Backtipps von Cooking Catrin
- Damit Mürbteigkekse ihre Form behalten: wirklich kalte Butter verwenden!
- Beim Verarbeiten die Teige zwischendurch immer kühlstellen.
- Tipp für zimmerwarme Butter: Diese bereits am Vorabend aus dem Kühlschrank nehmen und über Nacht herausen lassen – sie schmilzt nicht.
- Auch die Größe der Eier ist relevant – an die Rezeptangaben halten!
- Häufiger Fehler: Teig wird zu lange geknetet! So wird er durch die Wärme der Hände immer weicher und schwer knetbar. (Ausnahme: Lebkuchenteig)
- Tipp: Kekse immer etwas kürzer als angegeben backen, denn sie backen im heißen Ofen immer etwas nach.
- Tipp zur Aufbewahrung: Butterpapier zwischen die Keks-Lagen legen, so kleben sie nicht zusammen. Verschiedene Sorten in verschiedenen Dosen lagern, denn sonst neben die Kekse den Geschmack der anderen Sorten an.
- Backofen: Heißluft-Programm nutzen!
- Beim Ausrollen der Kekse nicht zu viel Mehl verwenden.
Der Teig muss rasten
“Meine Lieblinge sind Linzerkipferln, Dotterbusserln und natürlich Vanillekipferln”, erzählt Petra Schuh von der Cakeboutique in Klagenfurt-Viktring. Ihr zufolge ist es besonders wichtig, dass die Butter bei den Teigen wirklich weich ist und dass der Teig genügend Zeit bekommt um zu rasten.
“Bei den Vanillekipferln habe ich einige Rezepte ausprobiert”, sagt die Profibäckerin. Das beste Rezept lautet ihr zufolge so:
Vanillekipferl a la Petra Schuh
- 400 g Mehl
- 100 g Zucker
- 300 g Butter
- 140 g Walnüsse
- 2 Eidotter
Alle Zutaten zu einem glatten Teig kneten, Kipferl formen und bei 180 Grad backen, bis sie etwas Farbe bekommen haben. Danach sofort in vanilliertem Staubzucker wälzen.
Tipp: Ein paar Wochen zuvor eine Vanilleschote in einen Behälter mit Staubzucker legen und diesen dann für die Vanillekipferln verwenden.
Zeit ist wichtig
Petra Jaritz von Petzi’s Backstube in Launsdorf rät vor allem dazu, sich für’s Keksebacken Zeit zu nehmen. “Mal eben g’schwind oder nebenher etwas zu backen ist keine gute Idee”, so die Konditormeisterin. Jaritz hat außerdem einige Tipps parat, mit denen man häufigen Fehlern beim Backen vorbeugen kann.
“Mürbteig wird oft zum Rasten in den Kühlschrank gestellt. Dadurch bricht der Teig aber schnell beim Weiterverarbeiten”, so die Profibäckerin. Ihr Tipp: Den Mürbteig zwar im Kühlen rasten lassen – aber keinesfalls in einem Kühlschrank.
Ein weiteres bekanntes Problem unter Hobbybäckern ist, dass das Spritzgebäck nicht aus der Spritztülle raus will. “Für dieses Gebäck die Butter mindestens 15 Minuten alleine rühren, etwa in einer Küchenmaschine. Danach erst die weiteren Zutaten hinzufügen”, empfiehlt Jaritz. Dadurch lässt sich der Teig mittels Spritztülle viel besser weiter verarbeiten.
Die Lieblingskekssorte von Jaritz sind die Linzer Kipferl, für die uns die Konditormeisterin auch ihr Rezept verraten hat.
Linzer Kipferl a la Petra Jaritz
- 250g Butter
- 130g Staubzucker
- 2 Eier
- 1 Prise Vanillezucker
- 350g glattes Mehl
Butter alleine aufschlagen. Danach aus allen Zutaten einen Teig kneten. Teig in eine Spritztülle geben und aufspritzen. Die Kekse bei 180 Grad Ober- und Unterhitze oder bei 160 Grad Heißluft backen. Backzeit zwischen 10 und 12 Minuten beziehungsweise nach Sicht, also solange bis die Spitzen bräunlich sind. Jeweils 2 Kekse mit Marillenmarmelade zusammenkleben und die Spitzen in flüssige Schokolade eintunken.
Bei einer Spritztülle Größe 9 ergeben sich nach diesem Rezept circa 30 bis 40 Stück.
Qualität der Zutaten ist entscheidend
Die Jungunternehmerin Veronika Dörfler freut sich schon auf das gemeinsame Keksebacken mit ihren Nichten und Neffen. Die Bäckermeisterin betreibt das Hefehaus in Feldkirchen und hat sich auf Bio-Backwaren spezialisiert.
Entsprechend rät sie allen Hobbybäckern dazu, bei den Zutaten auf Bio-Qualität zu achten. “Ihr werdet überrascht sein, wie viel besser zum Beispiel die Trockenfrüchte schmecken, da sie ohne Konservierungsstoffe wie Schwefeldioxid auskommen”, ist sich Dörfler sicher.
Die beste Keksbäckerin ist auch für Veronika Dörfler ihre Mama. “Die Dinkelvanillekipferl von meiner Mama sind unschlagbar”, ist sich die Bäckermeisterin sicher. Das Rezept lautet folgendermaßen:
Dinkelvanillekipferl wie bei Mama
- 200g Bio Dinkelvollkornmehl
- 100g Bio Rohrzucker
- 2 Pkg. Vanillezucker
- 200g weiche Biobutter
- 100g gemahlene Biomandeln
- 2 Bioeier
- Staubzucker zum Bestreuen
Alle Zutaten zu einem Teig verkneten, aber nicht zu lange kneten. Danach abgedeckt im Kühlschrank mindestens 30 Minuten ruhen lassen. Den Backofen auf 180°C Ober- und Unterhitze vorheizen. Den Teig bemehlen, damit er nicht klebt, und zu einer langen Rolle ausrollen. Kleine Stücke von der Rolle schneiden, zuerst zu einer Kugel und dann in die typische Kipferlform bringen. 15 bis 20 Minuten backen, mit Staubzucker bestreuen und genießen!


