Projekt "Ehrenamt"

Kärnt­ner Pfle­ge-Nah­ver­sor­gung boomt

Soziales Ehrenamt im Rahmen der Pflegenahversorgung erfreut sich großen Zulaufs. Knapp 500 Freiwillige sind bereits in den 93 Kärntner Gemeinden mit Pflegenahversorgung aktiv.

Kärnt­ner Pfle­ge-Nah­ver­sor­gung boomt Die Pflege wird in Kärnten immer wichtiger: Kärnten hat daher schon vor Jahren eine Pflegeoffensive gestartet.

© Pixabay/Sabine van Erp

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Bis zum Jahr 2030, also bin­nen sechs Jah­ren, wird in Kärn­ten die Bevöl­ke­rungs­grup­pe der über 75-Jäh­ri­gen auf 73.721 Per­so­nen über­pro­por­tio­nal anwach­sen, was eine Zunah­me von 35 Pro­zent gegen­über dem Jahr 2015 bedeu­tet. Mehr als 42.000 Per­so­nen wer­den dann ein Pfle­ge­geld bezie­hen, eine Stei­ge­rung von 22 Pro­zent. „Die­se Pro­gno­sen sind ein kla­rer Auf­trag an die Poli­tik: Wir haben alle Maß­nah­men zu set­zen, die das Leben der Betrof­fe­nen und deren Ange­hö­ri­ger erleich­tern. Kärn­ten hat daher schon vor Jah­ren eine Pfle­ge­of­fen­si­ve gestar­tet – vor allem unse­re initi­ier­te Pfle­ge­n­ah­ver­sor­gung gilt als Impuls­ge­ber für die öster­reich­wei­te Maß­nah­me der com­mu­ni­ty nur­ses“, sagt Gesund­heits­re­fe­ren­tin Bea­te Prett­ner.

Pfle­ge­ser­vice in den Gemein­den

Mit der Pfle­ge­n­ah­ver­sor­gung ist ein Pfle­ge­ser­vice vor Ort, also in den Gemein­den, gemeint: „Ein so genann­ter Pfle­ge­ko­or­di­na­tor sucht hier aktiv älte­re Men­schen auf, berät sie in sämt­li­chen Pfle­ge­fra­gen, koor­di­niert und orga­ni­siert kon­kre­te Unter­stüt­zun­gen und Hil­fen“, infor­miert Prett­ner. „Aktu­ell set­zen schon 93 unse­rer 132 Gemein­den eine Pfle­ge­ko­or­di­na­ti­on bzw. das Com­mu­ni­ty Nur­sing um. Was mich beson­ders freut: Inner­halb der Pfle­ge­n­ah­ver­sor­gung boomt unser Pro­jekt Ehren­amt: Bereits 482 ehren­amt­li­che Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter sind aktiv. Das ist eine enor­me Zahl. Ich dan­ke jeder ein­zel­nen Hel­fe­rin und jedem ein­zel­nen Hel­fer von Her­zen“, betont Prett­ner anläss­lich des mor­gi­gen „Inter­na­tio­na­len Tages des Ehren­am­tes“.

Pakt gegen die Ein­sam­keit

In Kärn­ten wur­de das Pro­jekt Ehren­amt als ‚Pakt gegen die Ein­sam­keit‘ umge­setzt. Wie funk­tio­niert es? „Wir suchen ganz gezielt in den jewei­li­gen Gemein­den mit Pfle­ge­n­ah­ver­sor­gung ehren­amt­li­che Bür­ger. Die­se wer­den für ihre ehren­amt­li­che Tätig­keit kos­ten­los durch Exper­tin­nen und Exper­ten aus­ge­bil­det. So erhal­ten sie zum Bei­spiel eine Basis­schu­lung in Ers­te Hil­fe, Hygie­ne- und Schutz­be­stim­mun­gen oder im Umgang mit Men­schen mit Demenz. Das Land Kärn­ten über­nimmt für sie die Haft- und Unfall­ver­si­che­rung und wickelt die­se Ver­si­che­rung zen­tral über das Land ab. Außer­dem bezahlt das Land den Ehren­amt­li­chen als Auf­wands­ent­schä­di­gung das amt­li­che Kilo­me­ter­geld. Sie erhal­ten auch einen offi­zi­el­len Aus­weis“, erläu­tert Prett­ner.

Ehren­amt­li­chen wer­den von Pfle­ge­ko­or­di­na­tor beglei­tet

Die Ehren­amt­li­chen wer­den vom jewei­li­gen Pfle­ge­ko­or­di­na­tor in der Gemein­de für die Tätig­keit koor­di­niert und „ein­ge­teilt“. „Mit der ehren­amt­li­chen Tätig­keit sind kei­nes­falls pfle­ge­ri­sche Leis­tun­gen gemeint“, infor­miert die Gesund­heits­re­fe­ren­tin. Viel­mehr gehe es um Unter­stüt­zung und Beglei­tung, zum Bei­spiel um Ein­kaufs­fahr­ten, Arzt­be­su­che oder ums gemein­sa­me Kar­ten­spie­len, um Gesprä­che, gemein­sa­me Spa­zier­gän­ge. Prett­ner ist über­zeugt: „Mit dem Ehren­amt in der Pfle­ge­n­ah­ver­sor­gung ist Kärn­ten ein wei­te­res Vor­zei­ge­pro­jekt gegen die Alters- und Demenz­ein­sam­keit gelun­gen. Es ist aber auch ein zusätz­li­ches Ent­las­tungs­an­ge­bot für pfle­gen­de Ange­hö­ri­ge – und daher im dop­pel­ten Sinn ein Mei­len­stein.“

Der „Inter­na­tio­na­le Tag des Ehren­am­tes“ ist ein jähr­lich am 5. Dezem­ber abge­hal­te­ner Gedenk- und Akti­ons­tag zur För­de­rung ehren­amt­li­chen Enga­ge­ments. Er wur­de 1985 von der UN beschlos­sen und 1986 erst­mals „gefei­ert“.

04.12.2023 19:00
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Kärnt­ner Pfle­ge-Nah­ver­sor­gung boomt Die Pflege wird in Kärnten immer wichtiger: Kärnten hat daher schon vor Jahren eine Pflegeoffensive gestartet.

© Pixabay/Sabine van Erp