Kärnten

Schwar­zer Peter für einen schwar­zen König?

„Black Voices“, eine durchaus engagierte anti-rassistische Initiative in Österreich, prangert „Blackfacing“ an – und spricht sich gegen das Gesichtsschwärzen bei Jugendlichen aus, die als Melchior mit Kaspar und Balthasar im Rahmen der Heiligen-Drei-Königsaktion von Haus zu Haus ziehen und unaufhörlich Spenden sammeln.

Schwar­zer Peter für einen schwar­zen König? Viele Kärntner Pfarren kommen dem Wunsch nach „ungefärbten Gesichtern“ nach.

© Katholische Jugend Kärnten/Matthias Trinkl

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Die Ver­tre­ter der Initia­ti­ve orten Ras­sis­mus und haben sich mit ent­spre­chen­den Appel­len an die Katho­li­sche Jung­schar und an Bun­des­prä­si­dent Alex­an­der Van der Bel­len gewandt. Und tat­säch­lich – vie­le Pfar­ren kom­men dem Wunsch nach „unge­färb­ten Gesich­tern“ nach. So sehr ras­sis­ti­sche Töne und men­schen­ver­ach­ten­de Über­grif­fe selbst­ver­ständ­lich zu ver­mei­den, zu unter­bin­den und zu ver­bie­ten sind, soll­te man das Kind doch nicht mit dem Bad aus­schüt­ten. Das Schwär­zen des Ant­lit­zes eines der Köni­ge hat eine lan­ge Tra­di­ti­on und soll demons­trie­ren, dass die „Wei­sen aus dem Mor­gen­land“ alle damals bekann­ten Kon­ti­nen­te ver­tre­ten. Mit ande­ren Wor­ten: Mel­chi­or stand nie­mals für Ras­sis­mus, son­dern für eine Auf­wer­tung des afri­ka­ni­schen Kon­ti­nents und sei­ner Bewoh­ner.

Die For­de­rung erfolgt im Rah­men der „Poli­ti­cal Correctness“-Ansprüche aus den USA – mit einer ganz ande­ren Tra­di­ti­on und einer nicht ver­gleich­ba­ren Kul­tur. Im „Land der unbe­grenz­ten Mög­lich­kei­ten“ wur­den India­ner abge­schlach­tet und schwar­ze Men­schen als Skla­ven gehal­ten, aus­ge­beu­tet und unter­drückt. In Min­st­rel Shows im 18. und 19. Jahr­hun­dert hat­ten sich wei­ße Dar­stel­ler schwarz bemalt und auf die­se Wei­se Men­schen mit dunk­ler Haut­far­be ver­spot­tet. Das hat aber mit unse­ren Stern­sin­gern nichts zu tun, die erfreu­li­cher­wei­se auch schon von vie­len Mäd­chen reprä­sen­tiert wer­den. Mel­chi­or soll­te viel­mehr unse­re Auf­ge­schlos­sen­heit gegen­über dem afri­ka­ni­schen Kon­ti­nent, den Respekt für Per­so­nen aller Haut­far­ben demons­trie­ren und kei­nes­falls eine Dis­kri­mi­nie­rung dar­stel­len. Aber heut­zu­ta­ge muss man bei jeder Akti­on und jedem Wort auf­pas­sen, ob man poli­tisch abso­lut kor­rekt ist oder nicht. Selbst ernann­te Sit­ten­wäch­ter sind sonst gleich zur Stel­le. Kein Wun­der, dass man­che Leu­te sogar Win­ne­tou im Film oder in Buch­form ver­bie­ten wol­len, obwohl er eigent­lich als edle Gestalt und Vor­bild für vie­le Wei­ße gilt.

Zurück zu den Hei­li­gen Drei Köni­gen: In Kärn­ten und der Stei­er­mark gab es bereits erzürn­te Fami­li­en, die auf die Tra­di­ti­on nicht ver­zich­ten wol­len und die die enga­gier­ten Jugend­li­chen ohne „ech­ten“ Mel­chi­or vor die Tür setz­ten. Das ist auch nicht die fei­ne Art. Aus­ba­den müs­sen es jeden­falls die bra­ven Stern­sin­ger, die sich frei­wil­lig in den Dienst einer guten Sache stel­len. Sie bekom­men den „schwar­zen Peter“ zuge­scho­ben. Hof­fent­lich wird nicht auch der „Frisch-und-gesund-Brauch“ ver­bo­ten, weil man da viel­leicht befürch­ten müss­te, dass Kin­der mit Ruten die Gewalt ver­herr­li­chen und spä­ter zu Schlä­gern wer­den?? mg

 

04.01.2024 11:00 - Update am: 05.01.2024 07:13
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Schwar­zer Peter für einen schwar­zen König? Viele Kärntner Pfarren kommen dem Wunsch nach „ungefärbten Gesichtern“ nach.

© Katholische Jugend Kärnten/Matthias Trinkl