Budgetplanung 2024

Lipo­schek: “Zunächst das Not­wen­di­ge, dann das Ange­neh­me!”

Doris Liposchek, Bürgermeisterin der Gemeinde Wernberg, nimmt im Interview zur angespannten finanziellen Lage der Kärntner Gemeinden Stellung und verrät, welche Projekte im Jahr 2024 dennoch in Angriff genommen werden können.

Lipo­schek: “Zunächst das Not­wen­di­ge, dann das Ange­neh­me!” Für Bürgermeisterin Doris Liposchek haben auch in finanziell schwierigen Zeiten das Wohlergehen der Bürgerinnen und Bürger sowie die weitere positive Entwicklung der Gemeinde Wernberg Vorrang.

© Adrian Hipp

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“KLiCK”-Kärnten: Nahe­zu alle Kärnt­ner Gemein­den rut­schen beim Bud­get heu­er wegen der all­ge­mei­nen Lage ins Minus. Wie sieht es mit dem Gemein­de­bud­get von Wern­berg aus?

Der Gemein­de­rat beschloss in sei­ner Sit­zung im Dezem­ber erst­mals in der Geschich­te der Gemein­de Wern­berg ein nega­ti­ves Bud­get mit einem pro­gnos­ti­zier­ten Minus in Höhe von 1,5 Mil­lio­nen Euro. Die­ses Minus ist nicht nur der Welt­wirt­schafts­kri­se geschul­det, viel­mehr belas­ten die erhöh­ten Umla­gen-Zah­lun­gen an das Land Kärn­ten – zum Bei­spiel für den Kran­ken­an­stal­ten-Betriebs­ab­gang, Sozi­al­hil­fe und Pfle­ge – das Gemein­de­bud­get. Allein die­se Zah­lun­gen erhö­hen sich im Ver­gleich zum Jahr 2023 um 790.000 Euro.

“KLiCK”-Kärnten: Kann die Gemein­de Wern­berg trotz der ange­spann­ten Lage die­ses Jahr grö­ße­re Pro­jek­te umset­zen?

Natür­lich, das Wohl­erge­hen unse­rer Bür­ge­rin­nen und Bür­ger sowie die wei­te­re posi­ti­ve Ent­wick­lung der Gemein­de Wern­berg haben für mich Prio­ri­tät. Dabei gilt für das Jahr 2024 jedoch, zunächst das Not­wen­di­ge, dann das Nütz­li­che und letzt­lich das Ange­neh­me zu finan­zie­ren.

“KLiCK”-Kärnten: Wel­che Pro­jek­te nimmt die Gemein­de Wern­berg heu­er kon­kret in Angriff?

Vor­ge­se­hen sind die Anschaf­fung eines Mehr­zweck­fahr­zeugs für die Frei­wil­li­ge Feu­er­wehr Damt­schach; der Abschluss der Pla­nun­gen für die Eisen­bahn­un­ter­füh­rung im Bereich des Bahn­hofs Föde­r­lach, deren Umset­zung in den Jah­ren 2025 und 2026 erfol­gen soll; die Neu­erstel­lung des ört­li­chen Ent­wick­lungs­kon­zepts als Grund­la­ge für zukünf­ti­ge Wid­mun­gen; die teil­wei­se Erneue­rung des Was­ser­ver­sor­gungs­net­zes und die Errich­tung einer Pho­to­vol­ta­ik­an­la­ge zur Ver­sor­gung des Tief­brun­nens in Duel; klei­ne­re Stra­ßen­sa­nie­run­gen und Inves­ti­tio­nen in Kin­der­gär­ten und Schu­len.

Laut Mit­tei­lung des Stra­ßen­bau­amts Vil­lach wird der Lärm­schutz in Unter­wern­berg erneu­ert. Eben­so ist die Errich­tung einer Ampel­an­la­ge im Kreu­zungs­be­reich Kärnt­ner Stra­ße (B 83)/Industriestraße (Gewer­be­ge­biet) im Bau­pro­gramm der Lan­des­stra­ßen­ver­wal­tung vor­ge­se­hen. Die Finan­zie­rung tei­len sich die ASFINAG, das Land Kärn­ten und die Gemein­de Wern­berg.

 

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Doris Lipo­schek, Bür­ger­meis­te­rin der Markt­ge­mein­de Wern­berg
© Adri­an Hipp

“KLiCK”-Kärnten: Wel­che wei­te­ren Pro­jek­te sind zumin­dest geplant?

Wir möch­ten unter ande­rem einen Bade­steg im Frei­bad und einen Spiel­platz im Orts­zen­trum errich­ten. Alle Pro­jek­te und wei­te­re Vor­ha­ben sind aber von mög­li­chen Finan­zie­run­gen abhän­gig. Außer­dem wol­len wir mit den Pla­nun­gen für die not­wen­di­gen Sanie­run­gen der bei­den Volks­schu­len in Damt­schach und Gorit­schach begin­nen. Und es ist not­wen­dig, uns mit der Schaf­fung von zusätz­li­chen Kin­der­gar­ten­grup­pen zu befas­sen.

“KLiCK”-Kärnten: Wie ver­lau­fen die Bemü­hun­gen von Städ­te- und Gemein­de­bund aus Ihrer Sicht? Ist Unter­stüt­zung von Land und Bund in Aus­sicht?

Der zwi­schen Bund und Län­dern aus­ver­han­del­te Finanz­aus­gleich bringt lei­der kei­ne spür­ba­re Ent­las­tung. Es wer­den daher, wie von Städ­te- und Gemein­de­bund gefor­dert, Nach­ver­hand­lun­gen not­wen­dig sein.

“KLiCK”-Kärnten: Ein kur­zer Ver­gleich: Jah­res­start 2023 und Jah­res­start 2024 –die Kom­mu­nen ste­hen aus finan­zi­el­ler Sicht mit dem Rücken zur Wand. Ist Licht am Ende des Tun­nels zu sehen?

Nach­dem es der Gemein­de­ver­tre­tung nahe­zu immer gelang, ein aus­ge­gli­che­nes Bud­get zu erstel­len, sind wir in Wern­berg erst­mals mit einem nega­ti­ven Vor­anschlag in die­ser Höhe kon­fron­tiert. Damit sind wir nicht allein: Nahe­zu alle der 132 Kärnt­ner Gemein­den konn­ten kein aus­ge­gli­che­nes Bud­get vor­le­gen. Es gehört klar und deut­lich aus­ge­spro­chen: Ohne fai­ren Finanz­aus­gleich von Bund und Land wird es sich für die Gemein­den in Zukunft finan­zi­ell nicht mehr aus­ge­hen.

 

 

 

17.01.2024 15:00
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Lipo­schek: “Zunächst das Not­wen­di­ge, dann das Ange­neh­me!” Für Bürgermeisterin Doris Liposchek haben auch in finanziell schwierigen Zeiten das Wohlergehen der Bürgerinnen und Bürger sowie die weitere positive Entwicklung der Gemeinde Wernberg Vorrang.

© Adrian Hipp