Hochwasserschutz
Stadt Villach informierte über Hochwasserschutz-Pläne
Hochwasserschutz-Pläne in Villach-Warmbad verunsichern Bürger. Daher wurde nun aufgeklärt. In die Natur soll so wenig wie nur möglich eingegriffen werden.
© Adrian Hipp
Sorgen um das Naturjuwel Warmbad machten sich breit, als die Verantwortlichen der Stadt Villach von Hochwasserschutz-Maßnahmen in diesem Bereich sprachen. Um Unklarheiten auszuräumen, lud Stadtrat Harald Sobe gestern, Mittwoch, zu einer Info-Veranstaltung und rund 80 Bürger folgten der Einladung. Natürlich wurde auch hitzig diskutiert.
Maibachl nicht betroffen
Die Maßnahmen betreffen Hungerbach und Warmer Bach. Sobe teilte seine wichtigste Botschaft mit: „Das Maibachl, Naturjuwel und beliebtes Naherholungsgebiet, bleibt von den Maßnahmen gänzlich unberührt!“
Die geplanten Maßnahmen
Doch die erwähnten Bäche könnten bei schweren Regenfällen für Probleme sorgen. Daher werden sie – so der Plan – mit Hochwasser-Rückhaltesperren in den Bereichen „Grabenausgang Hungerbach“ und „Alte Schießstätte“ (Gebiet der Napoleonswiese) ausgestattet. Das sind Erddämme, die nach der Aufschüttung mit Gras- und Kräutermischungen bepflanzt werden. Auch Steinschlichtungen sollen mit Humus überdeckt und bepflanzt werden. Beim Kurpark des Warmbader Thermen-Komplexes soll der Spazierweg leicht angehoben werden, um naheliegende Häuser vor Hochwasser zu schützen. Sobe stellte klar: „Es ist wichtig, festzuhalten, dass im gesamten Gebiet nicht betoniert wird. Auch der in diesem Bereich befindliche Tümpel, der ein wichtiger Lebensraum für Tiere und Insekten aller Art ist, wird nicht angerührt.“
Mobile Lösung nicht möglich
Bäume werden im Bereich der Anschüttungen mit Baumschutzmatten versehen, die Bachsohle wird vertieft und wieder mit natürlichem Material bedeckt. Die Devise laut Sobe: bestmöglicher Schutz mit geringsten Eingriffen in die Natur.
Mobile Schutzvorrichtungen, wie sie einige Bürger vorgeschlagen haben, seien nicht machbar. Sobe: „Erstens gibt es bei den beiden Bächen keine Vorwarnzeit. Zweitens müssten die mobilen Elemente auf ebenen Flächen, also Beton, stehen. Und das würde einen massiven Eingriff in dieses Naturjuwel darstellen. Genau das will verständlicherweise niemand.“
Rund zwei Millionen Euro soll das Projekt kosten, großteils getragen von Bund, Land Kärnten und Anrainern.
