AMS
Robuster Arbeitsmarkt trifft auf Konjunktur-Erholung und hohe Dynamik
Die Nachfrage nach Fach- und Arbeitskräften blieb 2023 hoch. Im Bereich Metall/Elektro gab es weiterhin einen Überhang an offenen Stellen. Im Bereich Technik kamen 688 offene Stellen auf 560 Arbeitsuchende.
© AMS Kärnten/Knauder Fotografie
Robust trotz Konjunkturflaute — so präsentierte sich der Kärntner Arbeitsmarkt 2023. 223.072 unselbstständig Beschäftigte im Jahresdurchschnitt bedeuten einen neuen Rekordwert. Die Arbeitslosigkeit blieb mit jahresdurchschnittlich 16.922 vorgemerkten Personen stabil (-75/-0,4 Prozent). So ebenso die Arbeitslosenquote mit 7,1 Prozent (-0,1 Prozentpunkte).
Weniger Langzeitarbeitslose
„Diese Bilanz ist umso erfreulicher, da nicht nur wirtschaftlich gesehen die Rahmenbedingungen schwierig waren, sondern da wir mit 2022 ein Vergleichsjahr heranziehen, das ein absolutes Top-Jahr am Kärntner Arbeitsmarkt darstellt“, sagen AMS-Kärnten-Geschäftsführer Peter Wedenig und Stellvertreterin Melanie Jann. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen (über 1 Jahr vorgemerkt) konnte 2023 weiter reduziert werden (gesamt 2.559; ‑657/-20,4 Prozent) ebenso die Zahl der Arbeitslosen über 50 Jahre (gesamt 6.550; ‑288/-4,2 Prozent). Eine Zunahme gab es hingegen bei den Jugendlichen über 25 Jahre (gesamt 1.444; +116/+8,8 Prozent).
Nachfrage blieb hoch
Die Nachfrage nach Fach- und Arbeitskräften blieb 2023 hoch, auch wenn dem AMS weniger offene Stellen gemeldet wurden (gesamt 7.446; ‑973/-11,6 Prozent). Im Bereich Metall/Elektro gab es weiterhin einen Überhang an offenen Stellen (1.635 offene Stellen/965 Arbeitsuchende). Im Bereich Technik kamen 688 offene Stellen auf 560 Arbeitsuchende. Auch gab es 2023 erneut mehr offene Stellen als vor der Corona-Pandemie: 2019 waren es 4.135.
Ungleiche Entwicklung
„Angetrieben von äußeren Faktoren und Trends erleben wir einen sehr schnellen Wandel am Stellenmarkt: Berufe verändern sich, Neue entstehen. Dadurch sind andere Qualifikationen gefragt, höhere Ausbildungen und Spezialisierungen. Mit den Qualifikationen unserer Vorgemerkten stimmt das immer seltener überein“, schildern Wedenig und Jann. Die große
Herausforderung sei es, diese beiden Seiten weiterhin zusammenzubringen und somit den
Arbeitsmarkt auch in Zukunft synchron und in Balance zu halten.
Das Arbeitskräftepotenzial
Aktuell haben 39 Prozent der Vorgemerkten maximal Pflichtschulabschluss, 34 Prozent haben gesundheitliche Einschränkungen, 39 Prozent sind über 50 Jahre alt, 44 Prozent sind Frauen. Mit bewährten und neuen Maßnahmen für die einzelnen Zielgruppen solle es gelingen, die Chancen Arbeitsuchender auf diesem fordernden Stellenmarkt zu erhöhen, sodass sie mit der hohen Dynamik mithalten und nachhaltig zurück ins Berufsleben finden können.
Prognose 2024
Leichter Anstieg der Arbeitslosigkeit in Kärnten auf rund 17.000 Personen (+0,5 Prozent) und leichter Anstieg der Zahl der unselbstständig Beschäftigten auf 224.200 (+0,5 Prozent). Die Arbeitslosenquote bleibt auf 7,1 Prozent.