Ukraine-Krieg

„Allein hät­te ich es nicht geschafft“

Zwei Jahre nach Ausbruch des Ukraine-Krieges ist Olena über ihre Flucht nach Kärnten und ihr neues Leben hier froh. Auch dank der Hilfe der Caritas Integrationsplattform (CIP) befindet sich die 60-jährige gelernte Köchin auf dem besten Weg der Integration. Die CIP hat bisher mit ihrer Beratung und Begleitung 1.141 Menschen beim Ankommen im neuen Land helfen können.

„Allein hät­te ich es nicht geschafft“Olena aus der Ukraine hat Deutsch gelernt, eine Wohnung und einen Job: „Ich danke den Mitarbeitern der Caritas Integrationsplattform für die Unterstützung.“

© Caritas

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Am 24. Febru­ar 2024 ist der zwei­te Jah­res­tag des Angriffs auf die Ukrai­ne. Als vor fast zwei Jah­ren im Her­zen Euro­pas der Krieg zu toben begann und gleich meh­re­re Bom­ben in ihrer Hei­mat­stadt Wol­no­wacha im Osten der Ukrai­ne ein­schlu­gen, war Ole­na (60) und ihrem pfle­ge­be­dürf­ti­gen Mann schnell klar: „Hier zu blei­ben, ist zu gefähr­lich. Wir müs­sen flie­hen!“ Schon im März 2022 kam Ole­na mit Nichts nach Kärn­ten. Von der Cari­tas erhielt sie ers­te Hil­fe – Lebens­mit­tel, Hygie­ne­ar­ti­kel und Beklei­dungs­gut­schei­ne. Fami­li­en­an­ge­hö­ri­ge, die schon län­ger hier leb­ten, nah­men die Frau auf, bis sie und ihr spä­ter nach­kom­men­der Gat­te pri­vat eine klei­ne Woh­nung fan­den. Als sich Ole­nas Mann schließ­lich zur Rück­kehr in die Ukrai­ne ent­schied, konn­te sie sich die Woh­nung mit den Mit­teln aus der Grund­ver­sor­gung allei­ne nicht leis­ten. Da die Frau damals kaum Deutsch­kennt­nis­se hat­te, gestal­te­te sich auch die Job­su­che für die gelern­te Köchin, die die letz­ten Jah­re in der Ukrai­ne in einem Heiz­werk gear­bei­tet hat­te, schwie­rig. Doch das ist Schnee von ges­tern.

Schwie­rigs­te Hür­de: die neue Spra­che

Die Situa­ti­on heu­te ist fol­gen­de: Ole­na befin­det sich auf dem bes­ten Weg der Inte­gra­ti­on. Sie arbei­tet 20 Stun­den die Woche als Abwä­sche­rin in einem Gast­haus und hat seit ver­gan­ge­nem Sep­tem­ber fünf Tage in der Woche und drei Stun­den täg­lich einen Deutsch­kurs A2 besucht und dar­über hin­aus auch mit Hil­fe einer Cari­tas-Frei­wil­li­gen die neue Spra­che gelernt. „Obwohl ich voll moti­viert bin, war für mich der Erwerb der deut­schen Spra­che das Schwie­rigs­te“, sagt Ole­na offen. Aber: „Mir geht es in Kärn­ten gut. Ich bin froh, hier zu sein. Ich ver­die­ne genug Geld, um die Woh­nung bezah­len und mir einen Kaf­fee­haus­be­such leis­ten zu kön­nen. Allei­ne hät­te ich mein neu­es Leben hier jedoch nicht geschafft!“ Sie dankt den Mitarbeiter*innen der Cari­tas Inte­gra­ti­ons­platt­form für die viel­fäl­ti­ge Bera­tung, Unter­stüt­zung und Beglei­tung.

Ver­schie­dens­te Hil­fen

Die so genann­te CIP gibt es seit Jän­ner 2023. Deren Berater*innen beglei­ten und betreu­en kriegs­ver­trie­be­ne und asyl­be­rech­tig­te Men­schen sowie sub­si­di­är Schutz­be­rech­tig­te bei der Inte­gra­ti­on; dol­met­schen für sie; hel­fen ihnen bei Behörden(wegen), bei der Woh­nungs­su­che und ‑ver­mitt­lung; in Fra­gen psy­cho­so­zia­ler Gesund­heit; bei Inte­gra­ti­ons­an­ge­bo­ten und ste­hen ihnen auf dem Weg zur „Selbst­er­hal­tung“ zur Sei­te. Die Cari­tas Inte­gra­ti­ons­platt­form, die aus Mit­teln des Asyl- Migra­ti­ons- und Inte­gra­ti­ons­fonds und des Lan­des Kärn­ten finan­ziert wird, hat seit ihrem Bestehen 520 Hil­fe­su­chen­de unter­stützt und damit ins­ge­samt 1.141 Men­schen erreicht. „Die Cari­tas Inte­gra­ti­ons­platt­form wird vor allem von den Kriegs­ver­trie­be­nen aus der Ukrai­ne her­vor­ra­gend ange­nom­men, dies zuletzt nicht nur des­halb, weil wir Mitarbeiter*innen im Team haben, die ursprüng­lich aus der Ukrai­ne stam­men. Die Mitarbeiter*innen aus Russ­land und Syri­en küm­mern sich zusätz­lich um sub­si­di­är Schutz­be­rech­tig­te und asyl­be­rech­tig­te Per­so­nen“, sagt Chris­ti­an Eile als zustän­di­ger Men­schen in Not-Bereichs­lei­ter der Cari­tas Kärn­ten.

Wofür Poli­tik Vor­sor­ge zu tref­fen hat

Mit Sor­ge beob­ach­tet Eile, dass ver­stärkt älte­re Frau­en ab 65 Jah­ren in den orga­ni­sier­ten Grund­ver­sor­gungs­quar­tie­ren ver­blei­ben. Die­se hät­ten kei­ne rea­lis­ti­sche Rück­kehr­op­ti­on, auch kei­ne Opti­on auf Erwerbs­ar­beit auf­grund des hohen Alters. Eiles For­de­rung in Rich­tung Poli­tik: „Die­se Ziel­grup­pe gehört in das Sys­tem der Sozialhilfe/Alterspension mit Aus­gleichs­zu­la­ge über­führt. Zudem muss die Mög­lich­keit geschaf­fen wer­den, selbst­stän­dig außer­halb der Grund­ver­sor­gung woh­nen zu kön­nen.“ Wei­ters evi­dent sei­en die Not­wen­dig­kei­ten rund um Gesund­heit und Pfle­ge. Hand­lungs­be­darf ortet der Men­schen in Not-Bereichs­lei­ter auch in Bezug auf die zuneh­mend grö­ßer wer­den­de Grup­pe an min­der- oder knapp voll­jäh­ri­gen jun­gen Men­schen, die aus Angst, kriegs­ver­pflich­tet zu wer­den, in Öster­reich und damit in Kärn­ten Fuß fas­sen wol­len. Eile: „Sie stre­ben oft ter­tiä­re Aus­bil­dun­gen an der Uni­ver­si­tät an. Die­sen jun­gen Erwach­se­nen müs­sen umfang­rei­che Inte­gra­ti­ons­leis­tun­gen, wie Deut­sch­er­werb, Aus­bil­dung und Qua­li­fi­ka­ti­on, zur Ver­fü­gung gestellt und nach Mög­lich­kei­ten gesucht wer­den, sie rasch in den Arbeits­markt zu inte­grie­ren.“

Hier gibt es Hil­fe

Cari­tas Inte­gra­ti­ons­platt­form: Dr. Her­mann Gas­se 3/2, 9020 Kla­gen­furt; Hot­line: 0463/ 55 560 25000 (Mon­tag bis Don­ners­tag 8 bis 15 Uhr); Bera­tun­gen und Beglei­tun­gen: Diens­tag bis Don­ners­tag 9 bis 15 Uhr und nach Ter­min­ver­ein­ba­rung.

 

19.02.2024 15:00
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„Allein hät­te ich es nicht geschafft“Olena aus der Ukraine hat Deutsch gelernt, eine Wohnung und einen Job: „Ich danke den Mitarbeitern der Caritas Integrationsplattform für die Unterstützung.“

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