30.000 Einsätze
Tätigkeitsbericht 2023 der Kärntner Feuerwehren
Landesfeuerwehrkommandant Rudolf Robin legt einen sehr positiven Tätigkeitsbericht über das Jahr 2023 vor.
Landesfeuerwehrkommandant Rudolf Robin, Stv.-Landesbranddirektor Dietmar Hirm und Landesrat Daniel Fellner (von links).© ÖA-Team KLFV
Erfreulich zeigt sich die Mitgliederentwicklung mit einer Zunahme von rund 800 Männern und Frauen auf 25.518 Mitglieder. Der Frauenanteil beträgt rund 6,5 Prozent und nimmt weiter zu. In den rund 180 Jugendgruppen werden 2.013 Zehn- bis Fünfzehnjährige betreut und an das Feuerwehrwesen herangeführt. Das bedeutet ebenfalls eine Zunahme von 229 Jugendlichen. Die Jugendarbeit ist landesweit eine der wichtigsten Aufgaben der Feuerwehren, um den Nachwuchs aus den eigenen Reihen für die Freiwilligenarbeit sicherzustellen.
Einige Zahlen
6.077 Brandeinsätze und 23.544 technische Einsätze — in Summe also 29.621 Einsätze (+35 % gegenüber 2022), so viel wie noch nie zuvor — wurden von den Feuerwehren im Land bewältigt. Die stolze Bilanz für die Einsatzkräfte zeigt, dass 584 Personen gerettet werden konnten. Des Weiteren wurden 267 Tiere geborgen oder gerettet. Dafür wurden 499.036 Einsatzstunden — um 62% mehr als im Jahr davor — aufgewendet. Die starke Steigerung ist auf die enorm wachsende Anzahl an Unwetter- oder Sturmeinsätzen zurückzuführen.
Tagelanger Starkregen in Unterkärnten
Besonders stark betroffen war der Raum Unterkärnten. Bereits im Winter machte der nasse Schnee Probleme. Die aufeinanderfolgenden Starkregenfronten forderten die Florianijünger von Ende Juni bis Mitte August. Tagelanger Starkregen hatte tausende Feuerwehreinsätze zur Folge. Auch musste zur Schadensbewältigung Unterstützung aus Niederösterreich in Form von Großpumpen und Teleladern angefordert werden. Ein Sturm richtete vor allem im Bereich Eberndorf, St. Kanzian und Völkermarkt immensen Schaden an. In Summe gab es fünf Großschadenslagen in Kärnten. Auch sind die Brandeinsätze um etwa 15 % angestiegen.
Aus- und Weiterbildung
Erstmalig fand eine landesweite Einsatzübung aller KAT-Züge im Kärntner Zentralraum statt. Aus- und Weiterbildung ist ein zentrales Thema in der Feuerwehr um auch technisch „am Ball zu bleiben“. Dafür bietet die Landesfeuerwehrschule, neben den Ausbildungslehrgängen im Bezirk, zahlreiche Lehrgänge an, die von rund 6.000 Kameraden im Jahr 2023 besucht wurden. Und nicht zuletzt die kameradschaftlichen Ereignisse und die Feuerwehrwettkämpfe gehören zum Ablauf eines Feuerwehrjahrs. Erfolgreich geschlagen haben sich bei der Landesmeisterschaft der Kärntner Feuerwehren die Wettkampfgruppen Aktiven, aber auch die Jugend steht den Erwachsenen um nichts nach.
“Bewundernswerte Arbeit”
“Trotz der immensen Belastung haben unsere Feuerwehrleute bewundernswerte Arbeit geleistet. Sie haben unermüdlich und mit großem Engagement gehandelt, um Leben zu retten, Eigentum zu schützen und unsere Gemeinden in schwierigen Zeiten zu unterstützen. Ihr Einsatz ist ein Beweis für ihre Hingabe und Opferbereitschaft für das Wohl der Gesellschaft”, ist Landesfeuerwehrkommandant Rudolf Robin überzeugt.
Es verdiene größte Wertschätzung
Die Belastungssituation war in den letzten Jahren sehr hoch, immer mehr Katastropheneinsätze forderten die heimischen Feuerwehren und gipfelten dann im Rekordjahr 2023 mit knapp 30.000 Einsätzen. “Das sind unvorstellbare Zahlen, die mit unvorstellbaren Leistungen einhergehen. Und diese enorme Leistungsbereitschaft, die Motivation über die eigenen Grenzen hinaus zu gehen, um der Kärntner Bevölkerung zur Seite zu stehen, Menschen zu retten, unsere Infrastruktur vor Schäden zu bewahren, ist allen Kameraden hoch anzurechnen”, bedankt sich Landesrat Daniel Fellner, der besonders betont, dass dieses Engagement kein selbstverständliches sei und größte Wertschätzung verdiene.


